Lebensdaten
gestorben 1525
Geburtsort
Dinkelsbühl
Sterbeort
Bruneck (Pustertal, Südtirol)
Beruf/Funktion
Humanist ; Bischof von Brixen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117492450 | OGND | VIAF: 20458910
Namensvarianten
  • Sperantius, Sebastian
  • Sprenz, Sebastian
  • Sprentz
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Zitierweise

Sebastian II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117492450.html [15.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob Spren(t)z, in Dinkelsbühl;
    M Katharina N. N.

  • Leben

    S. empfing 1491 in Augsburg die niederen Weihen zum Kleriker und immatrikulierte sich 1493 in Ingolstadt, wo u. a. Konrad Celtis (1459–1508), Andreas Stiborius (um 1470–1515) und Johannes Stabius (nach 1460–1522) zu seinen Lehrern zählten. 1494 Baccalaureus und 1498 Magister artium, beendete S. sein Studium mit einer Festrede auf die Hl. Katharina als Patronin der Artistenfakultät. 1499 unterrichtete S. auf Empfehlung der Univ. Ingolstadt an der Lorenzer Schule in Nürnberg, 1503 ging er zurück nach Ingolstadt und übernahm bis 1506 die Poetiklektur von Jacob Locher (Philomusus) (1471–1528). Anschließend trat er in die Dienste des humanistisch gebildeten Matthäus Lang v. Wellenburg (1468/69–1540), und als dieser 1515 zum Bischof von Salzburg ernannt wurde, fungierte S. als dessen Kanzler. In Ingolstadt erwarb S. den Grad eines Dr. iur. und wurde 1513 in Brixen Dompropst und Kanoniker sowie in Forchheim Propst an der Kollegiatskirche St. Martin. Protegiert durch Matthäus Lang und Ks. Karl V. wurde S. 1521 – gegen den Widerstand des Tiroler Adels, der den Domherren Sigmund v. Thun favorisierte – zum Bischof von Brixen gewählt und von Papst Leo IX. bestätigt. Seit 1523 amtierte er gleichzeitig als Kanzler von Tirol in Innsbruck. Eine von S. 1521 nach Brixen einberufene Synode wurde, während sich die reformatorische Bewegung in Tirol stark verbreitete, weitgehend boykottiert. Vor den aufrührerischen Bauern um den Feldhauptmann Michael Gaismair floh S. 1523 über Veldes (Krain) und Andraz (Buchenstein) nach Bruneck, wo er starb und beigesetzt wurde.

    Die bedeutendste, bis heute sichtbare Leistung von S. besteht darin, daß er 1502 die von Johannes Werner (1468–1528) und Stabius berechnete Sonnenuhr an der Südwand des Ostchors der Lorenzkirche in Nürnberg ausführte, welche gleich lange Äquinoktialstunden anzeigt. 1503 gab er bei Conrad Heinfogel ( 1507) und Dietrich Ulsen ( 1508) Himmelskarten in Auftrag, welche 1515 Albrecht Dürer als Vorlage für seine Karten dienten. 1506 veröffentlichte S. in Nürnberg einen Kalender auf das Jahr 1506. Als Bischof von Brixen bestellte er 1521/22 je einen Erd- und einen Himmelsglobus (heute Yale Univ.), die wahrscheinlich von Johannes Schöner (1477–1547) in Nürnberg hergestellt wurden. Bedingt durch seine kirchlichen und politisch-administrativen Ämter ist der schriftliche Nachlaß des in Humanistenkreisen hoch angesehenen S. sehr schmal. Überliefert ist ein Epigramm zu Celtis' Hrotswith-Ausgabe, dagegen ist S.s dt. Übersetzung von Terenz' „Eunuchus“, der|1516 aufgeführt wurde, verloren. Mehrere Werke (u. a. von Rudolf Agricola, Johannes Eck, Willibald Pirckheimer und Jakob Spiegel) sind S. gewidmet.

  • Literatur

    J. Gelmi, Die Brixener Bischöfe in d. Gesch. Tirols, 1984, S. 116–20;
    S. Sprenz aus Dinkelsbühl, in: Jb. d. Hist. Ver. Alt-Dinkelsbühl, 1965, S. 36–40;
    W. Voss, Eine Himmelskarte v. J. 1503 mit den Wahrzeichen d. Wiener Poetenkollegiums als Vorlage Albrecht Dürers, in: Jb. d. Preuß. Kunstslgg. 64, 1943, S. 89–150 (P);
    H. Gaab, Die Himmelskarten v. Albrecht Dürer, T. I, in: Regiomontanusbote 16, 2003, S. 16–19;
    BBKL 17;
    Gatz III;
    Biogr. Lex. LMU (Qu, W, L).

  • Portraits

    P als Gelehrter mit Armillarsphäre in d. linken Hand, Zeichnung auf Pergament, Südl. Hemisphäre auf d. Himmelskarte d. C. Heinfogel u. d. D. Ulsen, 1503 (um 1943 Hamburg, Privatbes.), Abb. in Voss, 1943, zw. S. 90 u. 91, Abb. 3.

  • Autor/in

    Bernhard Ebneth
  • Empfohlene Zitierweise

    Ebneth, Bernhard, "Sebastian II." in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 107-108 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117492450.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA