Lebensdaten
1852 bis 1930
Geburtsort
Köln
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Historiker ; Jesuit ; Ordenshistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11624318X | OGND | VIAF: 59831032
Namensvarianten
  • Duhr, Bernhard Matthias Wilhelm Heinrich
  • Duhr, Bernhard
  • Duhr, Bernhard Matthias Wilhelm Heinrich
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Orte

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Zitierweise

Duhr, Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11624318X.html [23.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Wilh. Heinr. (* 1811), Steuerbeamter, S des Joh. Heinr. (1772–1830), Zollrendant in Boppard;
    M Helena (* 1815), T des Schenkwirts Caspar Lauvenberg in Köln.

  • Leben

    D. trat 1872 zu Münster in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein, das er Ende November in Holland fortsetzte. Seine theologischen Studien machte er 1884-88 in England (Ditton Hall), wo er auch 1887 die Priesterweihe in Liverpool empfing. Seiner Neigung für Geschichte entsprechend – schon 1884 hatte er beim Ordensgeneral Anderledy die Gründung der Monumenta Historica Societatis Iesu angeregt – bestimmten ihn die Obern für dieses Fach. Daher weilte D. 1889-94 in Lainz bei Wien, wo er historischen Studien oblag und eifrig im Wiener Staatsarchiv für sein künftiges Lebenswerk arbeitete. 1895-1903 weilte D. als Schriftsteller in Exaten (Holland) mit den Vorarbeiten für sein Hauptwerk beschäftigt, ein Aufenthalt, der jedoch durch längere Archivreisen in Italien, Frankreich und Spanien (Simancas) unterbrochen wurde. 1903 siedelte D. endgültig nach München über. Nach jahrelanger Archivforschung erschien dann 1907 der 1. Band seines Hauptwerkes: Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge, der bei katholischen und nichtkatholischen Fachgenossen eine überaus wohlwollende Aufnahme fand (II-IV, 1913-28). – Nicht alle Erzeugnisse der umfangreichen schriftstellerischen Tätigkeit D.s stehen auf der gleichen Höhe literarischer Reife. Einen glänzenden Stil besaß er nicht, großartige historische Auffassungen lagen nicht in seiner Art. Sachlich, nüchtern wollte er die Vergangenheit zeigen, wie sie war. Ein apologetischer Unterton läßt sich nicht verkennen, doch bleibt sein Urteil stets maßvoll, ohne polemische Übertreibung, Mängel auf der eigenen Seite bestreitet er nicht. Während der Kriegs- und Nachkriegsjahre übte D. eine weitgehende caritative Tätigkeit aus.

  • Werke

    Weitere W u. a. Jesuitenfabeln, 1891, 41904 (Überss. ins Ungar. 1892, Franz. 1893-96, Ital. 1908); Pombal, 1891;
    Ratio studiorum IV, 1894 (begonnen v. G. M. Pachtler);
    Studienordnung d. Ges. Jesu, 1896;
    Aktenstücke z. Gesch. d. Jesuitenmissionen in Dtld., 1903; Gründer u. langjähr. Leiter d. Mitt. aus d. dt. Prov. (1897-1929, als Ms. gedr. f. d. Ordensgemeinschaft).

  • Literatur

    W. Kratz, in: Mitt. aus d. dt. Prov. 12, 1930/32, S. 255-67; ders., in: HJb. 51, 1931, S. 215-18;
    J. Teschitel, Versuch e. Bibl. d. P. B. D. SJ, in: Archivum Historicum SI 13, Rom 1944, S. 132-64; Kosch, Kath. Dtld. (W, P).

  • Autor/in

    Wilhelm Kratz SJ
  • Empfohlene Zitierweise

    Kratz SJ, Wilhelm /+, "Duhr, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 180 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11624318X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA