Lebensdaten
1923 – 2003
Geburtsort
Königsberg (Ostpreußen)
Sterbeort
Braunschweig
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 128962658 | OGND | VIAF: 6206138
Namensvarianten
  • Wannagat Ulrich Paul
  • Wannagat, Ulrich
  • Wannagat Ulrich Paul

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Zitierweise

Wannagat, Ulrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128962658.html [25.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Richard (1896–1973), Mittelschullehrer in Ragnit, zuletzt in Wolfenbüttel, S d. Johann, 1894 Bes. in Klein Schillehlen (Kr. Ragnit), u. d. Anna Kuschnerus (Kusznerus);
    M Helene Riemann (1899–1985), aus Doben (Kr. Angerburg);
    Aachen 1952 Inge Carduck (* 1930), aus Aachen, Buchhändlerin;
    1 S Gernot (* 1962), 3 T Antje (* 1954), Elke (* 1955), Ute (* 1960).

  • Biographie

    Nach dem Abitur am Realgymnasium in Tilsit 1939 begann W. mit dem Chemiestudium in Königsberg und Berlin. Er wurde nach Abschluß des Vordiploms zum Arbeitsdienst und 1941 zum Kriegsdienst eingezogen. Schwer verwundet kam er Ende 1945 in US-amerik. Gefangenschaft nach Salzgitter und setzte 1946 sein Chemiestudium in Frankfurt/M. fort. 1949 wurde W. bei Walter Borsche (1877–1950) über Ringverbindungen des Cumarins zum Dr. rer. nat. promoviert. Anschließend folgte er seinem Mentor aus Königsberg, Robert Schwarz (1887–1963), als Assistent an die TH Aachen, wo er sich 1952 mit Beiträgen zur Chemie des Schwefels habilitierte (1959 ao. Prof.) und 1959 auf das Extraordinariat für Anorganische Chemie berufen wurde. 1961 wechselte W. als Vorstand des Instituts für Anorganische Chemie an die TH Graz und 1966 als Professor für Anorganische und Analytische Chemie an die Univ. Braunschweig (em. 1988).

    W. war einer der weltweit führenden Hauptgruppen-Chemiker in der 2. Hälfte des 20. Jh und einer der Pioniere einer modernen Silizium-Chemie. Richtungsweisende Arbeiten, bes. zur Chemie des Elements Silizium, führten zu einer Fülle neuer chemischer Verbindungen und methodischer Entwicklungen; so synthetisierte er z. B. siliziumhaltige Ringsysteme und Silizium-Stickstoff-Verbindungen, die u. a. die Entwicklung präkeramischer Polymere für Siliziumnitrid-Keramiken zeitigten. Seine Untersuchungen zur Auswirkung der Substitution einzelner Kohlenstoffdurch Siliziumatome (Sila-Substitutionen) in Pharmaka, Natur-, Riech- und Wirkstoffen sowie Vitaminen resultierten in bioaktiven Molekülen mit veränderten Eigenschaften, darunter auch Beispiele mit höherer Wirksamkeit oder geringerer Toxizität. Zu W.s Schülern zählen Hans Bürger, Reinhold Tacke (* 1949) und Karl Hensen (* 1935).

    Nach der Emeritierung widmete sich W. genealogischen Forschungen, Untersuchungen zur Geschichte Ostpreußens und dem Aufbau eines Archivs des Königsberger Chemischen Instituts, dessen Bestände aus den Jahren 1852–1945 im Museum der Chemie der Univ. Göttingen verwahrt werden.

  • Auszeichnungen

    A Chemiedozentenpreis d. Fonds d. Chem. Ind. (1958);
    Friedrich Stanley Kipping Award d. American Chemical Soc. (1968);
    Mitgl. d. Braunschweig. Wiss. Ges. (1968), d. Ak. z. Göttingen (1975), d. Leopoldina (1984) u. d. New York Ac. of Sciences (1985);
    korr. Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (1972) u. d. Rhein.-Westfäl. Ak. (1980);
    Johann Joseph Rr. v. Prechtl-Medaille d. TH Wien (1972);
    Alfred-Stock-Gedächtnispreis d. Ges. Dt. Chemiker (1979);
    Dr. h. c. (TU Graz 1980).

  • Werke

    |ca. 250 Publl.;
    Silylsubstituierte Alkaliamide, in: Chem. Berr. 94, 1961, S. 1540–47 (mit H. Niederprum);
    The Chemistry of Silicon-Nitrogen Compounds, in: Advances in Inorganic Chemistry 6, 1964, S. 225–78;
    Siliciumchemie, 1967 (mit H. Bürger, G. Schott u. a.);
    Synthesis and Properties of Bioactive Organo-Silicon Compounds, in: Topics in Current Chemistry 84, 1979, S. 1–75 (mit R. Tacke);
    Stammbaum e. Bauernfam. aus d. altpreuß. Landschaft Schalauen, 2000.

  • Literatur

    |U. Schubert, in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. 153, 2003, S. 449–54 (P);
    H. W. Roesky, in: Jb. d. Ak. d. Wiss. z. Göttingen, 2003, S. 342–44;
    Altpreuß. Biogr. V/ 2;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Ulrich Schubert
  • Zitierweise

    Schubert, Ulrich, "Wannagat, Ulrich" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 410-411 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128962658.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA