Lebensdaten
1533 bis zwischen 1580 und 1589
Geburtsort
Nebra/Unstrut
Sterbeort
Zerbst/Anhalt
Beruf/Funktion
Kantor ; Komponist ; Musikschriftsteller
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 122155742 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dresslerus, Gallus
  • Dresler, Gallus
  • Dressler, Gallus
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Zitierweise

Dressler, Gallus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122155742.html [18.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    1) (wahrscheinlich vor 1565) Margarete ( 1575), 2) Zerbst 21.1.1577 Agnes, T des Abraham Ulrich (1526–77), Sup. in Zerbst, geistlicher Lieddichter (s. ADB 39);
    1 S, 2 T aus 1), 3 K aus 2).

  • Leben

    D.s Bildungsgang läßt sich nicht mehr genau verfolgen. Vermutlich besuchte er die Schule in Nebra und empfing danach eine gründliche musikalische Ausbildung bei einem niederländischen Meister. Wir kennen D.s Lehrer nicht; seine Vorliebe für Clemens non Papa weist auf diesen hin. 1557 ließ sich D. im Alter von 24 Jahren an der Jenaer Akademie einschreiben. Dort gewannen die Melanchthonschüler Victorin Strigel und Johann Stigel Einfluß auf ihn und bestimmten wahrscheinlich schon damals seine künftige theologische Grundhaltung. Ohne zu einem Studienabschluß gekommen zu sein, wurde D. als Nachfolger Martin Agricolas an die Magdeburger Lateinschule berufen. Dort geriet der Kantor in die Streitigkeiten des Schulkollegiums mit der Magdeburger Orthodoxie und schloß sich bald der philippistischen Hochschule in Wittenberg an. Auf dem Höhepunkt seines musikalischen Schaffens erwarb er dort 1570 den Magistertitel. Nach der Vertreibung der Philippisten (Kryptocalvinisten) durch den Kurfürsten August gab D. sein Magdeburger Amt und seine kompositorische Tätigkeit auf, um zu Beginn des Jahres 1575 die Stelle des Diakon an der Sankt Nikolaikirche in Zerbst anzutreten. In diesem Amt scheint er gestorben zu sein. – Als Musiktheoretiker knüpft D. zwar an die Tradition Agricolas an, bezieht aber durch die selbständige Behandlung der Tonarten (modi) und des schöpferischen Bereiches der Musica poetica einen neuen Standpunkt. Die Musica practica erhält eine zentrale Stellung, und in der Kompositionslehre macht sich D. die Anschauung der musikalischen Renaissance und der neuen Ausdruckskunst der „Musica riservata“ zu eigen. 134 Kompositionen mit vorwiegend geistlichen, lateinischen und deutschsprachigen Texten sind auf uns gekommen. Neben einigen an eine gregorianische oder selbstgefertigte Vorlage gebundenen Arbeiten überwiegt die freie Motette, die ganz vom Text her geschaffen ist. In ihr verleiht D. dem neuen Stil, zu dem er sich bereits als Theoretiker bekannte, beredten Ausdruck.

  • Werke

    Practica modorum explicatio, Jena 1561; Praecepta musicae poeticae, Ms. 1563, hrsg. v. B. Engelke, in: Gesch.bll. f. Stadt u. Land Magdeburg 49/50, 1914/15, S. 213-50;
    XVII cantiones sacrae…, Wittenberg 1565;
    XC cantiones…,|Magdeburg 1570;
    Musicae practicae elementa, ebd 1571;
    Magnificat octo tonorum…, ebd. 1571;
    Ausserlesene teutsche Lieder…, Nürnberg 1575; Vollst. W-Verz. s. MGG III.

  • Literatur

    ADB V;
    B. Engelke, Einige Bemerkungen zu D.s „Praecepta musicae poeticae“, in: Gesch.bll. f. Stadt u. Land Magdeburg 49/50, 1914/15, S. 395-401;
    W. M. Luther, Kleine Btrr., in: Zs. f. Musikwiss. 1935, S. 305-06;
    ders., G. D., 1941, = Göttinger musikwiss. Arbb. 1;
    ders., G. D., in: MGG III, Sp. 801-06 (W, L). – Zu Schwieger-V A. Ulrich:
    F. Münnich, in: Zerbster Charakterköpfe, = Btrr. z. Zerbster Gesch. I, 1954, S. 5-7.

  • Autor/in

    Wilhelm Martin Luther
  • Empfohlene Zitierweise

    Luther, Wilhelm Martin, "Dressler, Gallus" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 113 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122155742.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Dresler: Mag. Gallus D., im dritten Viertel des 16. Jahrhunderts blühender Tonsetzer und Lehrer, aus Nebra bei Memleben in Thüringen stammend. Nach dem 1556 erfolgten Tode des Martin Agricola wurde D. dessen Amtsnachfolger als Cantor und Musikdirector an der 1524 errichteten öffentlichen Schule zu Magdeburg; mithin war er der zweite protestantische Magdeburger Cantor. Gedruckt sind von seiner Arbeit mehrere Opera: „Cantiones sacrae 4, 5 et plurium vocum“, Wittenberg 1568, Magdeburg 1569. 1570. 1577, Nürnberg 1574. 1577; ferner „Auserlesene teutsche Lieder 4—5 voc.“, Magdeburg 1570, Nürnberg 1575. 1580. Auch ein Lehrbuch: „Elementa musicae practicae in usum scholae Magdeburgensis“, Magdeburg 1571. 1584.

  • Autor/in

    v. Dommer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dommer, Arrey von, "Dressler, Gallus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 397 unter Dresler [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122155742.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA