Lebensdaten
1864 bis 1928
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Breslau
Beruf/Funktion
Germanist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116217219 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Drescher, Carl Maria
  • Drescher, Carl
  • Drescher, Carl Maria

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Zitierweise

Drescher, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116217219.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Emil (1816–70) aus Urspringen/Rhön, Dr. phil., Schulrat in Frankfurt;
    M Mathilde (1826–79), T des Kirchenrats Konrad Wagner in Werdorf b. Wetzlar;
    Wiesbaden 1893 Julie (1866–1938), T des Dr. phil. Frdr. v. Heyden-Nerfken u. der Emmi v. Weigel;
    1 S Frdr. Karl (* 1894), Prof. der Mineralogie in Hamburg, 1 T Charlotte ( Franz Frhr. Kreß v. Kressenstein, 1881–1957, Gen. der Kav.).

  • Leben

    D. studierte in Marburg, München und Berlin. Gegen Ende seiner Universitätslaufbahn (1894 Privatdozent Münster (Westfalen), 1896 Bonn, 1900 Titel Professor, ab 1906 Breslau, 1909 außerordentlicher, 1927 ordentlicher Professor) ernannten ihn das Advisory Board der German Publication Society in New York (1922) und die Societas Suecana pro Fide et Christianismo in Stockholm (1924) zu ihrem Ehrenmitglied. – Von seinen Forschungen über Hans Sachs und die Meistersinger hinweg wurde er zum wissenschaftlichen Leiter der Kritischen Gesamtausgabe der Werke Martin Luthers und damit in ein neues, ihm völlig fremdes Arbeitsgebiet berufen. Von seinem Organisationsgeschick und seiner Arbeitsleistung zeugen die 47 Bände, die er in knapp 22 Jahren edierte. Daß diese „Weimarer Lutherausgabe“ auch die Inflationszeit gut überstand, ist sein Verdienst (vergleiche Vorwort in Abteilung Werke Band 35 und Abteilung Deutsche Bibel Band 4). Editionstechnik und germanistische Kommentierung erfuhren durch ihn viele grundsätzliche Verbesserungen. Seine planvolle Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen den theologischen Mitarbeitern, dem neu gewonnenen Germanisten Oskar Brenner und dem wissenschaftlichen Bibliothekar Johannes Luther bewirkte eine Beschleunigung der Edition, so daß bis zum 1. Weltkrieg jährlich mindestens 3, 1914 sogar 6 Bände der Ausgabe erscheinen konnten. – D. theol., GR.

  • Werke

    Hans Sachs, in: Mitt. d. Germ.Nat.Mus. in Nürnberg, 1890 (Beil. 307); Stud. zu Hans Sachs I, in: Acta Germanica II, 1891;
    Hans Sachs u. d. Folio-Ausg. s. Werke I (= Nürnberger Festschr.), 1894;
    Bearbeiter d. Abschnitts „Lyrik“ i. d. Jberr. f. neuere dt. Lit.Gesch. d. Dt. Lit.Gesch. v. Anfang d. 17. bis z. Mitte d. 18. Jh. VI ff., 1895 ff.;
    Arigo, d. Übersetzer d. Decamerone u.|d. Fiore de virtu, = Qu. u. F z. Sprach- u. Kulturgesch. d. germ. Völker 86, 1900;
    Hans Sachs, Fabeln u. Schwänke III-VI, 1900-13 (mit E. Götze);
    „Hürnen Siegfried“ des Hans Sachs, in: Euphorion 10, 1904;
    Über Joh. Hartlieb, Sein Leben u. s. Schrr., in: Euphorion 26, 1924/25;
    Hrsg.: Die Nürnberger Meistersingerprotokolle I, 1575-1634, II, 1635-89, = Bibl. d. lit. Ver. in Stuttgart 213/14, 1897/98;
    Das Gemerkbüchlein d. Hans Sachs (1555–61) nebst… Nürnberger Meistersingerprotokolle 1595-1605, = Neudrucke dt. Litt.werke d. 16. u. 17. Jh., 149-52, 1898;
    Joh. Hartliebs Übers, d. Dialogus Miraculorum v. Caesarius v. Heisterbach, = Dt. Texte d. MA 33, 1929;
    Mithrsg. d. Weimarer Lutherausg.: Abt. Werke, Bde. 10, I, 1 u. 2, II;
    17, I, II;
    18;
    21;
    22;
    26;
    30, I, II, III;
    31, I, II;
    33;
    34, I, II;
    35-39, I;
    40, I, II;
    41-54;
    Abt. Dt. Bibel, Bde. 2-5; Abt. Tischreden, Bde. 1-6.

  • Literatur

    O. Albrecht, in: Weimarer Lutherausg. 22, 1929, S. V ff.;
    ZSRG 49, 1929, S. 736;
    Theol. Stud. u. Kritiken 105, 1933, S. 323.

  • Autor/in

    Reinhold Jauernig
  • Empfohlene Zitierweise

    Jauernig, Reinhold, "Drescher, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 109 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116217219.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA