Lebensdaten
1826 bis 1904
Geburtsort
Lobendau (Kreis Leitmeritz, Böhmen)
Sterbeort
Vöslau bei Wien
Beruf/Funktion
Internist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 133747719 | OGND | VIAF: 18422107
Namensvarianten
  • Drasche, Anton (bis 1901)
  • Drasche, Anton von
  • Drasche, Anton (bis 1901)
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Orte

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Zitierweise

Drasche, Anton von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133747719.html [29.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Josef, Fabrikbesitzer in Neustadt b. Stolpa (Böhmen);
    ⚭ Marie ( 1902), T des türkischen Kaufm. Serkiss; kinderlos.

  • Leben

    D. begann in Prag sein Medizinstudium, das er in Leipzig (1848/49) und Wien (1849–52) fortsetzte, wo er 1853 promovierte. Seine Dissertation galt der Cholera, deren Bekämpfung seine Lebensaufgabe bleiben sollte. Als Sekundararzt im Allgemeinen Krankenhaus in Wien wurde ihm 1855, nachdem seine Vorgesetzten der Seuche erlegen waren, die Führung der provisorischen Choleraabteilung bis zu deren Auflösung im Oktober anvertraut. Dann kehrte D. als Sekundarius an die 3. Abteilung zurück, obwohl ihm ein Primariat in einem Außenbezirk Wiens angeboten worden war. 1866 wurde er während einer Epidemie zum Leiter des Choleraspitals im 3. Bezirk berufen, von wo aus er 1877 – als Primararzt – wieder an das Allgemeine Krankenhaus kam. 1858 habilitierte sich D. für spezielle medizinische Pathologie und Therapie an der Universität Wien, 1874 wurde er auf Empfehlung Pettenkofers außerordentlicher Professor für Epidemiologie. In diesem Jahr war er der offizielle österreichische Vertreter bei dem in Wien tagenden internationalen Sanitätskongreß.

    D.s ungemein fleißige Arbeiten galten fast allen Sondergebieten der inneren Medizin, so den Herz- und Lungenkrankheiten, dem perforierenden Magengeschwür, dem Morbus Brightii. Bei der Tuberkulose vertrat er die Anschauung, daß nicht die Krankheit, sondern der Kranke zu behandeln sei. Einige Untersuchungen betrafen den therapeutischen Wert von Heilmitteln und -methoden. Seine mehrfach preisgekrönte Monographie „Über den Einfluß der Hochquellenleitung auf die Salubrität der Bevölkerung in Wien“ (1883) ist Ausdruck seiner Bemühungen, die Nutzanwendung der Erkenntnisse der modernen Hygiene durchzusetzen. Im Vordergrund seines Schaffens standen seine gründlichen epidemiologischen Arbeiten, die vor allem der|Cholera, dem Typhus, der Pest und der Influenza galten. Nicht immer war seine Stellungnahme sehr glücklich, so, wenn er die ätiologische Bedeutung der Choleravibrionen anzweifelte oder dem Diphtherie-Heilserum gegenüber eine ablehnende Haltung einnahm.

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Harnstoff-Beschlag d. Haut u. Schleimhäute im Cholera-Typhoide, 1856; Die epidem. Cholera, 1860;
    Influenza, 1890;
    Prof. Dr. A. D.s ges. Abhh., hrsg. v. s. Schülern, 1893 (P);
    Über d. gegenwärtigen Stand d. bacillären Cholerafrage u. üb. diesbezügl. Selbstinfektionsversuche, 1894;
    Mithrsg.: Österr. Zs. f. prakt. Heilkde., 1860-64; Bibl. d. ges. med. Wiss., 11 Bde., Suppl. u. Register, 1894-1903.

  • Literatur

    L. Eisenberg, Das geistige Wien II, 1893;
    Wiener Med. Wschr., 1901, S. 1937; Nachrufe:
    E. Neusser, in: Wiener klin. Wschr., 1904, S. 957;
    Wiener Med. Presse, 1904, S. 1683;
    Wiener Med. Wschr., 1904, S. 1642, 1683;
    Neue Freie Presse v. 23. u. 24.8.1904;
    Pagel;
    BLÄ II u. Erg. bd.;
    J. Pagel, in: BJ IX, S. 283 (u. X, Tl. 1904, L).

  • Portraits

    Gem. (Allg. Krankenhaus, Wien, zerstört);
    Büste v. H. Rathausky, Abb. in: Hofrath Prof. Dr. A. D. …, Widmung aus Anlaß s. 70. Geburtstages 1826-96, 1896.

  • Autor/in

    Marlene Jantsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Jantsch, Marlene, "Drasche, Anton von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 102 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133747719.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA