Lebensdaten
1886 bis 1945
Geburtsort
Reudnitz bei Leipzig
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
kommunistischer Politiker ; Widerstandskämpfer
Konfession
-
Normdaten
GND: 119030128 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schumann, Georg

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Zitierweise

Schumann, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119030128.html [20.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Richard, Steindrucker;
    M Melitta Gottschalk;
    Jena 1915 Johanna Wagner (1892–1965), Schneiderin;
    1 S Horst (1924–93), n. Klavierbauerlehre|1946 Mitgründer d. FDJ in L., 1956-59 Studium an d. Parteihochschule d. KPdSU in Moskau, 1949-59 Sekr. im Landesvorstand Dresden, 1959-69 1. Sekr. d. FDJ, 1959-89 Mitgl. d. ZK d. SED, 1960-71 Mitgl. d. Staatsrats d. DDR, 1963-89 Abg. d. Volkskammer (s. Munzinger; Biogr. Hdb. SBZ/DDR), 1 T.

  • Leben

    S., der sich zum Werkzeugmacher ausbilden ließ und in der sozialistischen Jugendbewegung aktiv war, übersiedelte 1907 nach Jena und arbeitete in den Zeiss-Werken. 1912 absolvierte er die sozialdemokratische Parteischule in Berlin, wo er mit Rosa Luxemburg (1871–1919) zusammentraf, die seine agitatorische und journalistische Begabung erkannte. Auf ihren Vorschlag hin von der SPD als Redakteur angestellt, war er seit Okt. 1912 Lokalredakteur in Hof, seit 1913 Redakteur der „Leipziger Volkszeitung“. Während des Krieges schloß sich S. der Gruppe „Internationale“ an, war 1915 kurze Zeit inhaftiert und wurde 1916 zum Train eingezogen. Da er auch dort seine Tätigkeit für die Spartakusgruppe fortsetzte, wurde er im Nov. 1917 „wegen Kriegsgegnerschaft und Zersetzung der Truppe“ zu sechs Monaten Festungshaft verurteilt. Max Hoelz (1889–1933), einer seiner Bewachungssoldaten, erhielt durch ihn erste Einsichten in den Sozialismus.

    Im Nov. 1918 kehrte S. nach Leipzig zurück und leitete dort den Spartakusbund. 1919 Politischer Leiter der KPD des Bezirks Leipzig, 1921 des Bezirks Halle-Merseburg, wurde er 1921 Abgeordneter des preuß. Landtags. Der VII. Parteitag 1921 wählte ihn in die Revisionskommission und in den Zentralausschuß der KPD, der VIII. Parteitag 1923 wählte ihn in die Zentrale der KPD. Nachdem sich S. nach der Oktoberniederlage 1923 der Mittelgruppe angeschlossen hatte, wählten ihn die Linken 1924 nicht wieder in die Zentrale. Anfang 1925 nach Moskau entsandt, arbeitete er in der „Roten Gewerkschaftsinternationale“ (RGI). Wieder in Deutschland, wurde er im April 1926 verhaftet und erst 1927 aus der Untersuchungshaft entlassen. Als Politischer Leiter des Bezirks Westsachsen (Leipzig) wählte der XI. Parteitag 1927 S. ins ZK. Im Mai 1928 zog er als Abgeordneter in den Reichstag ein, wurde im selben Jahr einer der führenden Köpfe der „Versöhnler“ und deswegen Anfang 1929 seines Postens als Polleiter in Westsachsen enthoben. Auf dem XII. Weddinger Parteitag 1929 nicht mehr ins ZK gewählt, widerrief er seine oppositionellen Ansichten und kapitulierte Ende 1929 vor der Führung. Im Juni 1933 wurde er verhaftet, 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und in das KZ Sachsenhausen gebracht. Nach seiner Freilassung im Frühjahr 1939 arbeitete S. wieder als Schlosser in Leipzig. Während des Krieges baute er eine der größten kommunistischen Widerstandsgruppen auf, die in Leipzig und Umgebung als „Nationalkomitee Freies Deutschland“ wirkte. Neben dem ehemaligen „Versöhnler“ S. war der theoretische Kopf der Gruppe Otto Engert (1895–1945), der als „Rechter“ 1929 aus der KPD ausgeschlossen wurde und danach in der Kommunistischen Partei Deutschlands (Opposition) (KPO) aktiv war. Entgegen der Linie der Moskauer KPD-Führung propagierte diese Gruppe statt der damaligen KPD-Tarnpolitik offen sozialistische Prinzipien. Im Juli 1944 wurde S. festgenommen und vom Volksgerichtshof am 23. Nov. zum Tode verurteilt.

  • Literatur

    K. Kühn, G. S., 1965 (P);
    H. Weber, Die Wandlung d. dt. Kommunismus, II, 1969, S. 296 f. (P);
    S. Haustein u. a., G. S. in Leipzig, 1970 (P);
    Mitteldt. Jb. f. Kultur u. Gesch. 2, 1995, S. 263-65;
    Biogr. Lex. Arbeiterbewegung;
    Lex. Widerstand;
    Schumacher, M. d. R.;
    Schumacher, M. d. L.;
    Biogr. Hdb. Kommunisten.

  • Autor/in

    Hermann Weber
  • Empfohlene Zitierweise

    Weber, Hermann, "Schumann, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 749-750 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119030128.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA