Lebensdaten
1938 bis 1995
Geburtsort
Apolda (Thüringen)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Kanonist
Konfession
-
Normdaten
GND: 119522918 | OGND | VIAF: 35288306
Namensvarianten
  • Schulz, Winfried

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Zitierweise

Schulz, Winfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119522918.html [20.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Bruno (1904–75), Finanzbeamter in A. u. Gablonz, S d. Josef ( 1920);
    M Gertrud (1901–92), T d. Hugo Seemann ( 1946) u. d. Maria Kuwe ( 1945);
    B u. a. Gotthard (* 1930), Pfarrer in Münsing (Oberbayern), Ehrenfried (* 1939), Prof. d. kath. Theol. an d. Univ. München, Dieter (* 1942), Prof. f. Erziehungswiss. an d. Univ. Leipzig (beide s. Kürschner, Gel.-Kal. 2005; L).

  • Leben

    Nach Versetzung des Vaters an das Finanzamt Gablonz wuchs S. 1939-45 in Wiesenthal (Sudetenland) auf, von wo die Familie bei Kriegsende nach Görlitz vertrieben wurde. Da ihm aus politischen Gründen eine Studienzulassung in der SBZ verwehrt blieb, setzte sich S. nach West-Berlin ab und nahm das Studium der Philosophie und Geschichte auf. 1958 studierte er als Berliner Priesteramtskandidat Theologie in Paderborn, seit 1959 als Alumne des Pontificium Collegium Germanicum-Hungaricum in Rom. 1964 wurde S. in Rom zum Priester des Bistums Berlin geweiht, ein Jahr später für weitere Studien in Rom beurlaubt. 1965-70 Vizerektor des Collegio Teutonico di S. M. in Campo Santo, absolvierte er die Studien der Philosophie und Theologie an der Gregoriana (Dr. theol. 1968) sowie des Kirchenrechts und des Zivilrechts an der Lateran-Universität (Dr. iur. utr. 1972). Nach Abschluß der Studien an der Päpstl. Diplomatenakademie 1970-72 war er bis 1976 Nuntiaturattaché beim Päpstl. Rat „Cor Unum“, 1973-75 zudem wissenschaftlicher Assistent am Pontificium Institutum Utriusque Iuris der Lateran-Universität bei Pio Ciprotti (1914–93) und lehrte dort seit 1975/76 das Recht des Vatikanstaates. 1992 wurde S. von Papst Johannes Paul II. zum Advocatus apud Curiam Romanam (f. d. rechtl. Vertretung v. Parteien in Verfahren d. hierarch. Rekurses b. d. Dikasterien d. Röm. Kurie u. b. Obersten Ger. d. Apostol. Signatur) ernannt, 1993 zu einem der drei Richter beim Appellationsgerichtshof des Vatikanstaates. Seit 1976 war S. o. Professor für Kirchenrecht in Paderborn (Rektor 1978–82), 1990 wechselte er nach Regensburg (Dekan 1994/95). 1975-91 organisierte und leitete er die jährliche Weiterbildung des kirchlichen Gerichtspersonals der Jurisdiktionsbezirke in der DDR. Er fungierte darüber hinaus als Postulator in den Seligsprechungsverfahren der Anna Schäffer von Mindelstetten (1882–1925) und Ks. Karls von Österreich (1887–1922), seit 1984 als Mitglied des Consiglio Direttivo der Consociatio Internationalis Studio Iuris Canonici Promovendo sowie für mehrere Jahre als Generalsekretär der Consociatio Internationalis Musicae Sacrae und seit 1978 als Mitglied der Internat. Urheberrechtsgesellschaft. Schwerpunkte seiner Forschungs- und Publikationstätigkeit waren das Urheberrecht, kirchliches Vermögensrecht, Vereinigungsrecht, Recht der Röm. Kurie und des Vatikanstaates sowie Selig- und Heiligsprechungsverfahren.

    S. stellte sein kanonistisches Wirken in vielfältiger und fruchtbarer Weise in den Dienst der Praxis (u. a. durch Gutachten, Entwürfe v. Satzungen u. Statuten). Er hinterließ ein breitgefächertes, vielbeachtetes Schrifttum zu allen genannten Schwerpunkten. 1995 wurde die „Associatio Winfried Schulz“ mit Sitz in Berlin gegründet, die die Zusammenarbeit ital. und dt. Kanonisten fördert und die Zeitschrift „De Processibus Matrimonialibus“ sowie die Reihe „Adnotationes in Ius Canonicum“ herausgibt.

  • Auszeichnungen

    päpstl. Ehrenprälat (1990).

  • Werke

    Dogmenentwicklung als Problem d. Geschichtlichkeit d. Wahrheitserkenntnis, 1969 (Diss. theol.);
    Zum Schutz d. geistigen Eigentums im System d. kanon. Rechts, 1973 (Diss. iur. utr.);
    Der neue Codex u. d. kirchl. Vereine, 1986;
    Das neue Selig- u. Hl.sprechungsverfahren, 1988;
    Der Schutz d. geistigen Eigentums in d. Schrr. v. W. S., hg. v. E. Güthoff, 1997 (Biogr. S. 19-25);
    Der Staat d. Vatikanstadt, d. Hl. Stuhl u. d. Röm. Kurie in d. Schrr. v. W. S., hg. v. E. Güthoff u. K. H. Selge, 1999 (Biogr. S. 11-13);
    Hg.:
    Leggi e disposizioni usuali dello Stato della Città del Vaticano, 2 Bde., 1981/82;
    FS f. Pio Ciprotti, 1986;
    FS f. Matthäus Kaiser, 1989;
    Bibliogr.:
    C. Mirabelli u. a. (Hg.), W. S. in memoriam, Schrr. aus Kanonistik u. Staatskirchenrecht, T. 1, 1999, S. IX-XVIII;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Univ. Potsdam, Kanonist. Inst. (verwaltet v. d. Associatio Winfried Schulz).

  • Literatur

    J. J. Degenhardt, in: De Processibus Matrimonialibus 2, 1995, S. 17 f.;
    E. Güthoff, ebd., S. 11-16;
    ders., in: Apollinaris 68, 1995, S. 859-65;
    C. Mirabelli, in: De Processibus Matrimonialibus 2, 1995, S. 19-22;
    ders. u. a. (Hg.), W. S. in memoriam, Schrr. aus Kanonistik u. Staatskirchenrecht, T. 1, 1999 (darin: Dieter u. Ehrenfried Schulz, W. S. Curriculum vitae in eius memoriam, S. XIX-XXIII; W. P)
    ;
    H. Pree, in: Archiv f. Kath. Kirchenrecht 164, 1995, S. 447-54;
    H.-P. Röthlin, in: L'Osservatore Romano dt. Ausg., Nr. 27 v. 7.7.1995, S. 4;
    BBKL (W, L);
    LThK3;
    zu Ehrenfried:
    Zuerst der Mensch, FS v. E. S. z. 60. Geb.tag, hg. v. Th. Luksch, 1999.

  • Autor/in

    Helmuth Pree
  • Empfohlene Zitierweise

    Pree, Helmuth, "Schulz, Winfried" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 718-719 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119522918.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA