Lebensdaten
1873 bis 1948
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Seeham bei Salzburg
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117653756 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schweidler, Egon Ritter von
  • Schweidler, Egon von
  • Schweidler, Egon Ritter von
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Zitierweise

Schweidler, Egon von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117653756.html [12.12.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Emil (1837–1903), Dr. iur., Hof- u. Ger.advokat in W., S d. Wilhelm (1805–77, österr. Rr. 1861), aus Mähr.-Schönberg, Oberlandesger.präs. in Troppau, u. d. Franziska (Fanny) Eug(e)l (1803–80);
    M Ida (1844–1906), T d. Adalbert Weidel (1808-um 1880), Dr. iur., Hof- u. Ger.advokat, u. d. Rosalia Flögl (Flegel) (* 1812);
    1900 Charlotte (1874–1954), T d. Rudolf Schwarz (1845–1929), Hof- u. Ger.advokat, u. d. Mathilde Schimper (1854–1925);
    1 S, 1 T (früh †).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Schottengymnasiums in Wien (1882–90) studierte S. Physik und Mathematik an der Univ. Wien. 1895 mit der Dissertation „Über die innere Reibung von Quecksilber und einigen Amalgamen“ bei Franz Exner (1849–1926) zum Dr. phil. promoviert, wurde er noch im selben Jahr dessen Assistent am Physikalisch-Chemischen Institut. Nachdem er sich 1899 für das Gesamtgebiet der Physik habilitiert hatte, wurde er 1906 tit. ao. Professor und Adjunkt an dem nunmehr 2. Physikalischen Institut. 1911 zum ao. Professor ernannt, erfolgte wenige Monate später seine Berufung auf den Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Univ. Innsbruck (1923/24 Dekan, 1925/26 Rektor). 1926 kehrte S. als Vorstand des 1. Physikalischen Instituts nach Wien zurück, wo er nach dem Tod Gustav Jägers (1865–1938) kurzzeitig auch die Leitung des 2. Physikalischen Instituts übernahm (1935/36 Dekan, em. 1939).

    S.s Arbeiten betreffen den lichtelektrischen Effekt, das Verhalten von Dielektrika, die atmosphärische Elektrizität und die Radioaktivität. Den größten Teil seines Schaffens widmete er dem Problemkreis der Luftelektrizität, wobei er die neuesten Erkenntnisse über den Mechanismus der Ionisierung und die Leitfähigkeit von Gasen nutzte. Eine von ihm|mit Unterstützung der Wiener Akademie der Wissenschaften errichtete luftelektrische Station in Seeham bei Salzburg lieferte die dafür nötigen Meßresultate. Nicht zuletzt aufgrund von S.s Arbeiten wurde Österreich über mehrere Jahrzehnte in der Luftelektrizitätsforschung führend. Ebenso fanden S.s Untersuchungen zu dielektrischen Phänomenen große Anerkennung, etwa die preisgekrönte Abhandlung „Studien über die Anomalien im Verhalten der Dielektrika (SB d. Ak. d. Wiss., Wien, Math.-naturwiss. Kl. 116, Abt. II a, 1907, S. 1019–80). Besonderes Interesse verdienen aber S.s Forschungen zur Radioaktivität. Bereits 1899 erschien eine gemeinsam mit Stefan Meyer (1872–1949) verfaßte Studie über die magnetische Ablenkbarkeit der Betastrahlen, in der auch der Nachweis erbracht wurde, daß Polonium ein Folgeprodukt von Radium ist. Grundlegend war auch S.s 1906 gedruckte Arbeit über die Schwankungen des radioaktiven Zerfalls, in der erstmals dessen statistischer Charakter bewiesen wurde. Sein ebenfalls mit Stefan Meyer verfaßtes Buch „Radioaktivität“(1916, 21927) wurde zum Standardwerk.

  • Auszeichnungen

    Baumgartner-Preis d. Ak. d. Wiss., Wien (1907); Mitgl. d. luftelektr. Komm., Leipzig (1910); Gründungsmitgl. d. Internat. Radium-Standard-Komm. (1910); Mitgl. d. Ak. d. Wiss., Wien (korr. 1921, o. 1925, Sekr. d. Math.-naturwiss. Kl. 1929–33, Gen.sekr. 1933–38, Vizepräs. 1938–45); Vors. d. Dt. Physikal. Ges., Berlin (1933–35).

  • Werke

    Weitere W Über d. lichtelektr. Erscheinungen, in: SB d. Ak. d. Wiss., Wien, Math.-naturwiss. Kl. 107, Abt. II a, 1898, S. 881–902;
    Über d. Verhalten v. Radium u. Polonium im magnet. Felde, in: Anz. d. Ak. d. Wiss., Wien, Math.-naturwiss. Kl. 36, 1899, S. 308–12 (mit St. Meyer);
    Über Schwankungen d. radioaktiven Umwandlung, in: Premier Congrès internat. pour l'étude de la radiol. et de l'ionisation tenu à Liège 1905, Section de Physique, Langue allemande, 1906, S. 1–3;
    Die atmosphär. Elektrizität, Methoden u. Ergebnisse d. modernen luftelektr. Forsch., 1909 (mit H. Mache);
    Einf. in d. Geophysik, 1929 (mit A. Nippoldt u. J. Keränen);
    Zur Berechnung d. Ionisationsgleichgewichtes in kernhaltiger Luft, in: Gerlands Btrr. z. Geophysik 57, 1941, S. 283–88.

  • Literatur

    H. Benndorf, in: FF 19, 1943, S. 47 f.;
    ders., in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. 1948, 1949, S. 233–43 (P);
    K. Przibram, in: Univ. Wien, Ber. über d. Studienj. 1947/48, 1948, S. 39 f.;
    F. A. Paneth, in: Nature 163, 1949, S. 240;
    L. Bittner, Gesch. d. Studienfaches Physik an d. Wiener Univ. in d. letzten 100 J., Diss. Wien 1949, S. 221–24 u. 291–96 (W);
    F. Huter (Hg.), Die Fächer Math., Physik u. Chemie an d. Phil. Fak. Innsbruck bis 1945, 1971, S. 94–97 (P);
    E. Cermak, Btrr. z. Gesch. d. Lehrkörpers d. Phil. Fak. d. Univ. Wien 1938–45, Diss. Wien 1980, S. 293–95;
    B. Karlik u. E. Schmid, Franz Serafin Exner u. sein Kreis, 1982, S. 111–14 (P);
    K. v. Meyenn (Hg.), Die gr. Physiker, II, 1997, S. 286 u. 289 f.;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1926–1940/41;
    Pogg. IV–VII a;
    ÖBL; – zur Fam.:
    Geneal. Tb. d. Adeligen Häuser 19, 1894, S. 436 f.; – Qu
    Allg. Verw.archiv, Wien;
    Univ.-archiv Wien.

  • Portraits

    Foto v. A. Kobe, o. J. (Univ.archiv Wien).

  • Autor

    Johannes Seidl
  • Empfohlene Zitierweise

    Seidl, Johannes, "Schweidler, Egon von" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 40-41 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117653756.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA