Lebensdaten
1848 bis 1922
Geburtsort
Hedingen (Kanton Zürich)
Sterbeort
Dornach (Kanton Solothurn)
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Mathematikhistoriker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 11738237X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Suter, Heinrich
  • Suter, H.
  • Sūtar, Hāinriš
  • mehr

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Zitierweise

Suter, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11738237X.html [20.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Heinrich, Landwirt u. Posthalter in H.;
    M Verena Schmied;
    1875 Hermina Müller, T d. Johannes Frauenfelder;
    3 T; Schwager Eduard Frauenfelder (1836–1917, Pfarrer in Hallau, Heiden u. Schaffhausen.

  • Leben

    Nach Absolvierung der Züricher Kantonsschule studierte S. 1866–69 Mathematik an den beiden Hochschulen in Zürich und 1869/70 an der Univ. Berlin. 1871 wurde S. in Zürich mit der Arbeit „Geschichte der math. Wissenschaften von den ältesten Zeiten bis Ende des 16. Jh.“ in absentia zum Dr. phil. promoviert. 1875 publizierte er eine Fortsetzung für das 17. u. 18. Jh. 1874–86 wirkte er als Mathematiklehrer an Gymnasien in Schaffhausen und St. Gallen sowie an der Gewerbeschule in Aarau. Nach seiner Versetzung an das Gymnasium in Zürich 1886 erlernte S. bei dem Orientalisten Heinrich Steiner (1841–89) und im Selbststudium die arab. Sprache und erwarb Grundkenntnisse im Syrischen, Persischen und Türkischen, um die arab. Quellen zur Mathematik und Astronomie im Original studieren zu können. 1918 trat er in den Ruhestand.

    S. leistete Pionierarbeit bei der Erforschung der arab.-islam. Mathematik. Schon 1892 erschien eine Übersetzung des Mathematikerverzeichnisses im „Fihrist“ von Ibn anNadı̄m. S.s bibliogr. Hauptwerk „Die Mathematiker und Astronomen der Araber und ihre Werke“ (1900, Nachträge 1902) verzeichnet die von 750 bis 1600 auf dem Gebiet der Mathematik oder Astronomie tätigen Gelehrten mit ihren Schriften und den Bibliotheken, in denen sich diesbezügliche Manuskripte befinden; trotz mancher neuer Erkenntnisse ist dieses Werk noch immer unentbehrlich. In etwa 50 Abhandlungen, die größtenteils in der „Bibliotheca Mathematica“ und in der „Zeitschrift für Mathematik und Physik“ erschienen, übersetzte und kommentierte S. zahlreiche Texte islam. Gelehrter zur Geometrie, Algebra und Trigonometrie. Durch ihn wurden u. a. Schriften von Tābit ibn Qurra (836–901), Ibn al-Haitam (um 965–1041) und al-Bı̄rūnı̄ (972–1048) erstmals im Westen bekannt. 1914 brachte er auch die Ausgabe des astronom. Tafelwerks von al-H ̆ wārizmı̄ (um 820), die Axel A. Bjørnbo bei seinem Tod 1911 hinterlassen hatte, zu einem Abschluß. S.s Arbeiten zeichnen sich durch außerordentliche Zuverlässigkeit bei der Übersetzung der Quellen, durch behutsame Interpretationen und durch gründliche Erklärungen aus. Sie bildeten die Grundlage für weiterführende Arbeiten über die math. Wissenschaften der Araber und sind nach wie vor nicht überholt. Seine 1892–1922 erschienenen Studien wurden 1986 unter dem Titel „Beiträge zur Geschichte der Mathematik und Astronomie im Islam“ neu aufgelegt.

  • Auszeichnungen

    A Dr. h. c. (Univ. Zürich 1921).

  • Literatur

    C. Schoy, in: Vjschr. d. Naturforschenden Ges. in Zürich 66, 1922, S. 407–13 (W-Verz.);
    J. Ruska, in: Isis 5, 1923, S. 409–17 (W-Verz., P);
    J. Sesiano, in: J. W. Dauben u. C. J. Scriba (Hg.), Writing the History of Mathematics, Its Historical Development, 2002, S. 533 f.;
    DSB XIII;
    Pogg. III–VI;
    HLS.

  • Autor/in

    Menso Folkerts
  • Empfohlene Zitierweise

    Folkerts, Menso, "Suter, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 714-715 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11738237X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA