Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Augsburger und Colmarer Kaufmanns-, Goldschmiede- und Malerfamilie
Konfession
-
Normdaten
GND: 1020695552 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schongauer

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Zitierweise

Schongauer, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1020695552.html [22.10.2019].

CC0

  • Leben

    Die Familie, die vermutlich aus Schongau im Allgäu stammte, wird erstmals 1346 in Augsburg faßbar; sie ist nicht mit dem dort 1357 erloschenen gleichnamigen Patriziergeschlecht identisch. Der Kaufmann Caspar war 1403 bereits verheiratet, steuerte 1422 für ein Vermögen von 1860 Gulden, mit dem er an 88. Stelle der Steuerlisten stand, und wurde 1444 Ratsherr. Einer seiner Brüder, Jos, war Goldschmied und ging 1413 nach „Lounberge“, vermutlich Lemberg. Caspars gleichnamiger Sohn übte ebenfalls den Beruf des Goldschmieds aus und verließ Augsburg wahrscheinlich gegen 1428. Spätestens im Mai 1440 muß er sich in Colmar im Elsaß niedergelassen haben, da er 1445 dort Ratsmitglied wurde, was eine mindestens fünfjährige Anwesenheit voraussetzte. Caspar (II) war|verheiratet und hatte anscheinend fünf Söhne: Caspar, möglicherweise der älteste von ihnen, wird nur in einzelnen Dokumenten erwähnt. Er war Goldschmied, stellte 1481 für die Stadt einen Becher her und könnte 1491 Albrecht Dürer getroffen haben. Die Söhne Paul und Jörg (Georg) waren gleichfalls Goldschmiede. Paul erwarb 1478 das Bürgerrecht in Leipzig, wurde dann 1489 Bürger in Basel, 1494 schließlich in Colmar, wo er 1516 starb. Jörg, der mit der Tochter des Straßburger Bildhauers Niclaus Gerhaert von Leyden verheiratet war, lebte 1482 in Basel und erwarb 1494 das Bürgerrecht in Straßburg; hier starb er zwischen 1494 und 1514. Von seiner Hand hat sich u. a. eine prachtvolle gotische Silbermonstranz in Porrentruy (Pruntrut) erhallen. Die beiden bekanntesten Mitglieder der Familie, Caspars (II) Söhne Martin (s. u.) und Ludwig wurden Maler. Letzterer bekam 1479 das Bürgerrecht in Ulm geschenkt, wurde 1486 jedoch Bürger in Augsburg, 1493 schließlich wieder in Colmar, wo er bereits vor dem 28.1.1494 verstarb (s. ADB 34; Dict. of Art). Zwei Kinder Ludwigs, Martin und Susanna, besaßen in Augsburg die Zunftgerechtigkeit. Vier mit dem Monogramm „L + S“ bezeichnete, technisch nicht perfekte Kupferstiche, eine Kreuzabnahme und drei Tierdarstellungen, gelten als Werke Ludwigs; ferner werden ihm meist drei Gruppen kleinerer Tafelbilder (Mus. Ulm u. Privatbes.) mit Szenen aus dem Christusleben sowie einige Zeichnungen (u. a. Basel, Kunstmus.) zugeschrieben. Ein jüngerer Ludwig, vermutlich Sohn eines der Söhne von Caspar (II), beendete 1503 eine Goldschmiedelehre in Frankfurt/Main.

  • Literatur

    S. Kemperdick. Martin S., 2004. S. 13-15, 276 ff.;
    A. Moraht-Fromm, Ludwig S. u. die anderen …, in: SpätMA am Oberrhein, Künstler u. Werkstätten 1450-1525, Ausst.kat. Kunsthalle Karlsruhe 2001, S. 34-37;
    Daniela Müller, Zur Ludwig S.-Problematik, in: Le beau Martin, Etudes et mises au point, 1994, S. 307-14;
    ThB;
    P. Geffcken, in: Augsburger Stadtlex.;
    NDBA.

  • Autor/in

    Stephan Kemperdick
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Kemperdick, Stephan, "Schongauer" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 465-466 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1020695552.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA