Lebensdaten
1683 – 1752
Beruf/Funktion
Stukkator ; Baumeister ; Altarbauer ; Stuckateur
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118609459 | OGND | VIAF: 32789253
Namensvarianten
  • Schmuzer, Joseph
  • Schmutzer, Joseph
  • Schmuzer, Josef
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Zitierweise

Schmuzer, Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118609459.html [09.02.2023].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (s. 1);
    M Anna Heiß;
    B Franz (s. 2);
    1712 Theresia Schnell;
    S Franz Xaver (s. 4).

  • Biographie

    Seine erste und wohl einzige Ausbildung erhielt S. beim Vater, der ihn ebenso wie seinen Bruder Franz sowohl in die „ars gypsatoria“ als auch in die architektonische Grundlehre einwies. Nach dem Tod des Vaters 1701 wurde S. dessen Ehrentitel eines Wessobrunner Klosterbaumeisters übertragen. Von etwa 1707-25 arbeitete er an der weiteren Ausführung von Johanns Prachtplan für die gesamte Klosteranlage, die jedoch unvollendet blieb. Die von ihm errichteten Kirchen stuckierte er entweder selbst oder er beschäftigte seinen Bruder Franz (z. B. in Donauwörth). Seit etwa 1730 zog er immer häufiger seinen Sohn Franz Xaver hinzu (z. B. in Garmisch, Oberammergau u. Mittenwald). Für die Entwicklung der Bandwerkornamentik und des sog. Wessobrunner „Reduktions- oder Aufspaltungstils“ (Kosel) nimmt der Stukkator S. mit der Dekoration der ehem. Klosterkirche Irsee bei Kaufbeuren (1702/03) eine führende Stellung ein. Der schon in Johanns Dekoration des Tassilosaales zierlich gehaltene Akanthus verliert hier (v. a. am Chorgewölbe)|noch mehr die Blätter und der bloße Stengel kommt zum Vorschein. Neben dieser Vorform des Bandwerks läßt sich ein weiteres Novum beobachten: Der Stuck weicht in die Stichkappen und Gewölbezonen zwischen den Wandpfeilern zugunsten der Deckenbilder am Gewölbescheitel zurück, worin sich die wenig später entstandenen Freskierungen ganzer Gewölbejoche (Weingarten, s. dazu Franz) bereits ankündigen.

    S.s umfangreiches architektonisches Werk ist sicherlich weniger spektakulär als dasjenige des – ebenfalls Wessobrunner – Baumeisters Dominikus Zimmermann, doch lassen sich auch an seinen Bauten die um 1730 in der bayer. und schwäb. Barockarchitektur hochaktuellen Tendenzen zur Verschmelzung von Zentral- und Longitudinalraum erkennen. Vorbereitet in Donauwörth (ehem. Klosterkirche, 1717–22) und Gablingen (Pfarrkirche, 1733–35) und weiterentwickelt in den Plänen für die Klosterkirche Ottobeuren (1734/35), wirken sich Zentralbaugedanken v. a. in seinem reifsten Bau aus, der Pfarrkirche von Oberammergau (1735–42), wo die Stuckzier nicht nur bildhaft zu den Deckengemälden überleitet, sondern auch die Einheit des Raumes unterstreicht. Wie so oft war auch in Oberammergau das „eingespielte Team“ (Dischinger 1977) tätig: S. als Architekt, sein Sohn Franz Xaver als Stukkator und Matthäus Günther als Freskant. Daß S. auch über exzellente Konstruktionskenntnisse verfügte, belegt die gewaltige Vollkuppel über der Rotunde der Klosterkirche Ettal (1744–52). Er starb in hohem Ansehen als „Dominus Josephus Schmuzer, coniugatus de Gaispoith, architectus celeberrimus, de nostro monasterio“.

  • Werke

    W-Verz. in: Dischinger, 1977, u. Schnell/Schedler, 1988 (beide s. L).

  • Literatur

    K. Kosel, Die Stukkaturen d. Schmuzergruppe 1695-1725, in: Zs. d. Hist. Ver. f. Schwaben 59/60, 1969, S. 101-250 (Diss. München);
    G. Dischinger, Johann u. Joseph S., Zwei Wessobrunner Barockbaumeister, 1977;
    E. Ch. Vollmer, Klosterarchitekten – Altarbaumeister – Stuckkünstler, Leben u. Wirken d. Wessobrunner Fam. S.m in: Lech-Isar-Land, 1981, S. 165-201;
    dies., Ergg. z. Schmuzer-Zus.stellung „Klosterarchitekten – Altarbaumeister – Stuckkünstler“, ebd. 1984, S. 35-41;
    H. Schnell u. U. Schedler, Lex. d. Wessobrunner, 1988;
    ThB;
    Dict.of Art.

  • Autor/in

    Uta Schedler
  • Zitierweise

    Schedler, Uta, "Schmuzer, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 269-270 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118609459.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA