Lebensdaten
1796 bis 1866
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Techniker ; Bergingenieur ; bayerischer Oberberg- und Salinenrat ; Inspektor der Porzellanmanufaktur in Nymphenburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139641424 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmitz, Christoph Maria Josef
  • Schmitz, Christoph
  • Schmitz, Christoph Maria Josef
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Zitierweise

Schmitz, Christoph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139641424.html [21.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Jakob ( 1816), aus Üxheim, Oberstbergrat in B., dann Oberbergrat in M., S d. Christoph u. d. Anna Barbara Müller;
    M Johanna Franziska (* 1758), T d. Albert Bolen, Verw. d. Amtes Daun (Eifel). u. d. Franziska Harter;
    B Karl Franz Ludwig (1788–1824), Mineral., Betriebsleiter d. Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Ernest(us) Salentinus Apollinaris (* 1793), Gewehrfabrikinsp.;
    Schw Katharina Josefa (* 1797);– München 1834 Henriette Maximiliana (1807–75), T d. Wilhelm v. Kobell (1766–1853, bayer. Personaladel 1818, Adel 1833), Maler, Prof. an d. Ak. d. Bildenden Künste in M. (s. NDB XII);
    2 S Heinrich (1835–1901), Salinenfunktionär in M., Karl (* 1837), bayer. Lt., Ger.Vollzieher in Passau, 1 T Anna (1839–95).

  • Leben

    Aus der Oberklasse des Gymnasiums in München trat S. 1813 in das ebenfalls in München befindliche Bergeleven-Institut ein. Nach einjährigem Bergelevenkurs praktizierte er 1814 an den Berg- und Hüttenämtern Bodenwöhr und Fichtelberg und wurde gleichzeitig mit der Betriebsleitung und Rechnungsführung der Werke Alt- und Neu-Unterlind betraut. 1815 war S. als Bergeleve bei den Generaldirektionen der Porzellanmanufaktur Nymphenburg und der Gewehrfabrik Amberg tätig. 1816 wurde er stellv. Betriebsleiter seines Bruders Karl bei der Porzellanmanufaktur Nymphenburg, danach war er Buchhalter bei der General-Bergwerks-Administration in München und betreute deren Mineraliensammlung. Als Betriebs-Assistent verwaltete S. 1818 vertretungsweise das Berg- und Hüttenamt Bodenwöhr, wurde dort 1819 Kontrolleur, 1823 Kassier. 1824 als Kassier und Rechnungsführer zur Porzellanmanufaktur Nymphenburg|berufen, wurde er 1826 Betriebsbeamter und 1829 Inspektor, wobei er sich herausragende Verdienste um die technische Entwicklung der Manufaktur erwarb. Er verbesserte und baute u. a. Maschinen für die Aufbereitung der Porzellanmassen und des feuerfesten Tones, beaufsichtigte die Masse- und Glasurherstellung und setzte technische Neuerungen, die er in in- und ausländischen Manufakturen kennengelernt hatte, in Nymphenburg ein.

    Ende 1836 folgte die Beförderung zum Oberberg- und Salinenrat der General-Bergwerks- und Salinen-Administration (GBSA). Nun beschäftigte sich S. verstärkt mit nutzbaren Rohstoffvorkommen. Seiner Abhandlung „Über die für die Fabriken und die Gewerbe, die Baukunst und den Handel dienlichen Mineralien des bayer. Alpengebirges“ (in: Kunst- u. Gewerbebl. d. Polytechn. Ver. f. d. Kgr. Bayern 29, 1843, Sp. 487-555) war eine detaillierte mineralogisch-petrographische Karte beigegeben. Es handelt sich dabei um die erste rohstoffgeologische Karte in kleinem Maßstab (etwa 1:175 000), die nutzbare Massenrohstoffe verzeichnet. S. war Vorstand der Prüfungskommission für das Staatsexamen der Studenten des Berg-, Hütten- und Salinenwesens. Zusammen mit dem Generaladministrator der GBSA, Friedrich v. Schenk (1785–1866), leitete er seit 1851 die geologische Kartierung Bayerns durch Wilhelm v. Gümbel (1823–98).

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Polytechn. Ver. f. d. Kgr. Bayern (PTV, 1825); goldene Medaille d. PTV (1826); Rr. I. Kl. d. Verdienst-Ordens v. Hl. Michael (1851); Mitgl. d. oberberggerichtl. Senats am kgl. Oberappellations-Ger. (1855).

  • Werke

    Über d. Vorkommen d. Töpferthones im Kgr. Bayern, in: Kunst- u. Gewerbe-Bl. d. PTV 12, 1826, Sp. 285, 297, 396-401, 473-81;
    Über d. Vorkommen d. Porzellanerde, in bes. Beziehung auf d. Kgr. Bayern, ebd. 19, 1833, Sp. 179-222, 241-79;
    Über d. Zustand d. Töpfereigewerbe u. d. damit verwandten Technik im Kgr. Bayern, ebd. 20, 1834, Sp. 1-56;
    Btrr. z. Gesch. d. Bergbaues auf Braun- u. Steinkohlen im Kgr. Bayern, ebd. 26, 1840, Sp. 4-23, 79-97, 164-76, 236-68 (mit geognost. Karte);
    Über d. Vorkommen nutzbarer Fossilien in d. bayr. Alpen, ebd. 28, 1842, Sp. 290-313, 363-81;
    Über Maaße u. Gewichte im Kgr. Bayern, ebd. 31, 1845, Sp. 14-27, 82-106, 170-210, 236-54, 324-44, 420-34;
    Mitt. f. Thonwaaren- u. Glasfabrikation, in bes. Beziehung auf d. Kgr. Bayern, in: Commissionsber. d. Bayer. Ind.-Ausst. 1834, 1835, S. 72-107;
    Referat d. I. Ausschusses über Mineralien u. Brennstoffe, in: F. B. H. v. Hermann (Hg.), Ber. d. Beurtheilungs-Commission b. d. allg. dt. Ind.-Ausst. München 1854, H. 1, 1855, S. 1-46.

  • Literatur

    Kunst- u. Gewerbe-Bl. d. PTV 52, 1866, Sp. 442-48 (W-Verz.);
    W. Blab, Bodenwöhr, Gesch. u. kulturelle Entwicklung e. bayer. Berg- u. Hüttenortes, 1960;
    F. H. Hofmann, Gesch. d. bayer. Porzellan-Manufaktur Nymphenburg, 3 Bde., 1921-23;
    T. Sperling, Wilhelm Carl v. Gümbel, in: ders. (Hg.) Carl Wilhelm v. Gümbel (1823–98), 2001, S. 9-90;
    NND; |

  • Quellen

    Qu Archiv d. Ebm. München u. Freising; Bayer. HStA München; Bm.archiv Trier; StadtA Bonn, München u. Passau.

  • Portraits

    Aquarellierte Federzeichnung v. F. v. Pocci (Anglia-Album), um 1850 (Privatbes., Kopie in d. Bayer. Ak. d. Wiss., München).

  • Autor/in

    Thomas Sperling
  • Empfohlene Zitierweise

    Sperling, Thomas, "Schmitz, Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 251-252 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139641424.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA