Lebensdaten
1899 bis 1974
Geburtsort
Esslingen/Neckar
Sterbeort
Freudenstadt (Schwarzwald)
Beruf/Funktion
Apotheker ; Verbandsfunktionär
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 138161151 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmierer, Gottfried Christian Albert
  • Schmierer, Albert
  • Schmierer, Gottfried Christian Albert

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Schmierer, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138161151.html [13.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Christian (1866–1930), Lehrer an d. Realschule Tübingen, S d. Christian Albrecht Michael (1836–1918), aus Kleinhirschbach, u. d. Maria Christine Rosine Fugger (1838–1910), aus Westernbach;
    M Marie Luise Emilie (1868–1929), aus Kirchheim/Neckar, T d. Christian Heinrich Haller (1828–96) u. d. Karoline Hahn (1837–1904);
    Ebingen 1923 Maria (1894–1979), Apothekenassistentin, T d. Christian Ludwig Maag (1853–1924), Kaufm., Textilfabr. in Albstadt-Ebingen. u. d. Elisabeth Krimmel (1859–1929);
    4 S Albert, Apotheker, Heinz (1924–45 ⚔), Wulfhart (* 1929), Apotheker in Loßburg, Hartmut (* 1935), Apotheker in F., Mitgl. d. Kreistags ebd., 2 T Brigitte (* 1926), Gymnastiklehrerin in Enzklösterle, Dietgart Zinsser (1927–2002), Apothekerin in Albstadt-Tailfingen.

  • Leben

    Nach dem Abitur 1917 in Tübingen nahm S. als Freiwilliger am 1. Weltkrieg als Infanterist teil. 1919-20 absolvierte er in Schweigern eine pharmazeutische Lehre, bestand 1920 das Vorexamen und war dann ein Jahr in Heilbronn tätig. 1921-23 studierte er an der Univ. Tübingen Pharmazie und legte 1923 das Staatsexamen ab. S. arbeitete eineinhalb Jahre in der Hof-Apotheke in Stuttgart, danach drei Semester als Hilfsassistent am Botanischen Institut der TH Stuttgart. Nach fünfjähriger Tätigkeit als Apothekenverwalter in Heldburg (Thür.) kaufte er 1930 die Löwen-Apotheke in Freudenstadt, wohin er im Folgejahr übersiedelte.

    1929 trat S. in die NSDAP und SA ein. 1933 wurde er von der Landesregierung zum Kommissar für das württ. Apothekenwesen ernannt. Nach der Gründung der „Standesgemeinschaft Dt. Apotheker“ (St.D.A.), der Nachfolgeorganisation des „Dt. Apotheker-Vereins“ (D.A.V.) im April 1933, wurde S. Stellvertreter des Standesleiters Karl Heber (1891–1939). Bereits im Sept. 1933 übernahm S. die Geschäftsführung der Standesleitung und rückte zum „Standesführer“ bzw. „Reichsapothekerführer“ auf. 1935 wurde er Vizepräsident der „Fédération International Pharmaceutique“ (F.I.P.). Als 1937 die Reichsapothekerkammer eröffnet wurde, ernannte man ihn zu deren Leiter (1940 Oberststabsapotheker, 1942 SA-Obergruppenführer). Gegen Ende des 2. Weltkriegs kam er als Major an die Ostfront und geriet im Mai 1945 in amerik. Gefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde. Nachdem S. als Apotheker in Ratingen und Duisburg gearbeitet hatte, wurde er von einem Militärgericht zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt und im Okt. 1948 wieder entlassen. Anschließend war er in Lennep als Apotheker tätig. Nach seiner Entnazifizierung konnte S. 1950 seine Apotheke in Freudenstadt wieder eröffnen.

    S., ein überzeugter Nationalsozialist, veranlaßte als Reichsapothekerführer zahlreiche Neuerungen, die teilweise das „Dritte Reich“ überdauerten. 1933 führte er in Württemberg ein Pachtgesetz ein, welches zum Vorbild des reichsdt. Pachtgesetzes wurde und ca. 1000 Apothekern zur Selbständigkeit verhalf. 1936 schuf er das Reichs-Apotheken-Register und errichtete in Dresden das „Institut für Arzneimittelprüfung“. 1937 gründete er die „Akademie für pharmazeutische Fortbildung“, führte das „Landhalbjahr“ für angehende Pharmazeuten ein und kreierte das gotische „A“ als Zeichen für die dt. Apothekerschaft. Er setzte durch, daß in den Apotheken nur alle drei Jahre eine Inventur erfolgte, führte 1940 eine reichseinheitliche Ausbildungsordnung für Apothekenhelferinnen ein und berief 1942 eine Kommission zur Festlegung der neuen „Reichsformeln“ (Vorschrr. z. Arzneimttelzubereitung). Seine Anordnung über den Austausch von Arzneimitteln war noch lange nach Kriegsende in Kraft.

  • Literatur

    Dt. Apothekerztg. 53, 1938, S. 1132-34 (P); , 54, 1939, S. 1152 f. (P)
    ;
    Pharmazeut. Ztg. 86, 1950, S. 309 f.;
    A. Wankmüller, Die Apotheker d. Geb.-jahrgänge 1801-1900 im Schwarzwald-Kr. d. Kgr. Württ., in: Btrr. z. Apothekengesch. XV, H. 2, 1986, S. 57;
    R. Schmitz, 100 J. Dt. Pharmazeut. Ges. 1990, S. 30-33, 118 (P);
    G. Hertel u. Hartmut Schmierer, 400 J. Löwen-Apotheke, 1602–2002, 2002;
    Dt. Apotheker Biogr., Erg.bd. 1;
    Personenlex. Drittes Reich; |

  • Quellen

    Qu Autobiogr. (Typoskr.), in Fam.bes.

  • Autor/in

    Holm Dietmar Schwarz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarz, Holm-Dietmar, "Schmierer, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 230-231 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138161151.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA