Lebensdaten
1916 bis 2002
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Aachen
Beruf/Funktion
Versicherungsjurist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139629564 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmidt, Reimer

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Schmidt, Reimer, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139629564.html [24.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes Heinrich (1888–1968), Studienrat in Neumünster;
    M Helga (1889–1973), T d. Caspar Friedrich Gleiß (1863–1931), Pastor in Westerland (Sylt), 1899 Dir. u. Organisator d. Landesver. f. Innere Mission in Neumünster, Hg. d. „Hdb. d. Inneren Mission in Schleswig-Holstein“, 1917;
    1) Hattingen/Ruhr 1945 Herta Niederdräing (1918–82), 2) Aachen 1985 Keingard Doerry (* 1926);
    1 T aus 1).

  • Leben

    Nach dem Abitur 1935 am Holstengymnasium in Neumünster studierte S. mit zweijähriger Unterbrechung durch den Militärdienst Rechtswissenschaft in Kiel, Königsberg, Berlin und Hamburg und legte 1940 die 1., 1949 die 2. jur. Staatsprüfung in Hamburg ab. Hier 1948 promoviert, habilitierte er sich 1953 für bürgerliches, Handels- und Versicherungsrecht. 1955-64 war er Vorstand der „Dt. Rückversicherung AG“ in Hamburg und Geschäftsführer der Arbeitsgruppe öffentlichrechtliche Versicherung. S. wurde 1956 zum apl. und 1961 nach Ablehnung von Rufen nach Kiel, Köln, Frankfurt/M. und München zum o. Professor in Hamburg ernannt. 1967 wechselte er in den Vorstand der „Aachener und Münchener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft“ (1968 Vors.). Nach Neustrukturierung der Versicherungsgruppe war er 1980/81 Vorstandsvorsitzender und anschließend bis 1991 Aufsichtsratsvorsitzender der „Aachener und Münchener Beteiligungs-AG“, die 1998 von dem ital. „Generali“-Konzern übernommen wurde und inzwischen als „AMB Generali Holding AG“ firmiert. Während seiner Tätigkeit in der Versicherungswirtschaft wirkte er an führender Stelle in nationalen und internationalen Verbandsgremien, insbesondere als Präsidiumsmitglied des „Gesamtverbandes der Dt. Versicherungswirtschaft e.V.“

    S.s Habilitationsschrift „Die Obliegenheiten“ (1953) ordnete diese als Rechtspflichten minderer Zwangsintensität ein und schlug die Brücke vom Versicherungs-zum allgemeinen Zivilrecht. Seine zahlreichen versicherungswissenschaftlichen Veröffentlichungen befaßten sich mit den Grundfragen des Versicherungsvertragsrechts und analysierten auch die Auswirkungen sich neu entwickelnder Rechtsgebiete wie des Atom-, Europa- und Kartellrechts auf die Versicherungswirtschaft. Interdisziplinär untersuchte S. die Beziehungen des Versicherungsrechts zur Betriebswirtschaftslehre und zur Technik. Schwerpunkt seiner Arbeit blieb aber stets das Recht der Versicherungsunternehmen und der Versicherungsaufsicht, zuletzt bei seiner Tätigkeit als Herausgeber des von Erich R. Prölss (1907–69) begründeten Kommentars zum Versicherungsaufsichtsgesetz (111997). Weite Verbreitung fand sein „Versicherungsalphabet“ (1955, vollst. neubearb. 81991, seit 91997 neue Bearb.).

  • Auszeichnungen

    Hon.prof. (RWTH Aachen 1967); Vors. d. Dt. Ver. f. Vers.wiss. e.V. (1977–91, danach Ehrenmitgl.); Dr.-Ing. E. h. (RWTH Aachen 1983); Präs. d. Association Internat. pour l'Étude de l'Économie de l'Assecurance, Genf (1986–90); Ehrenpräs. d. Association Internat. de Droit des Assecurances (1990).

  • Werke

    Weitere W Entwicklungen u. Erfahrungen auf d. Gebiet d. Vers., Veröff. 1951-1982, 1984 (vollst. W-Verz. S. 550-57);
    Überlegungen z. Umsetzung d. Dritten Vers.richtlinien in d. dt. Recht, 1992;
    Weitere Überlegungen aus Anlaß e. Reform d. Vers.vertragsgesetzes, 1999; – Mithg.:
    Hdwb. d. Vers., 1988;
    Vers.enz., 5 Bde., 41991.

  • Literatur

    FS f. R. S., 1976 (W, P);
    B. Müller, Ehrendoktorwürde f. R. S., in: Vers.wirtsch. 38, 1983, S. 898 f. (P);
    D. Farny, R. S. u. d. Dt. Ver. f. Vers.wiss., in: Zs. f. d. gesamte Vers.wiss. 80, 1991, S. 2-8;
    E. Lorenz, Das Vers.aufsichtsrecht im Werk v. R. S., ebd., S. 8-13;
    H. Schirmer, Das Bürgerl. Recht u. d. Vers.vertragsrecht im wiss. Werk v. R. S., ebd., S. 13-21;
    U. Hübner, Das „internat.“ Werk v. R. S., ebd., S. 22-29;
    G. Büchner, Was d. Vers.praxis d. wiss. Werk R. S.s verdankt, ebd., S. 30-35;
    B. Michaels, ebd., 92, 2003, S. 1-8;
    P. Koch, Gesch. d. Vers.wiss. in Dtld., 1998, S. 282 f.;
    E. Lorenz, in: Vers.recht 54, 2003, S. 41 f.

  • Autor/in

    Peter Koch
  • Empfohlene Zitierweise

    Koch, Peter, "Schmidt, Reimer" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 213-214 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139629564.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA