Lebensdaten
1901 bis 1968
Geburtsort
Poppenhausen (Rhön)
Sterbeort
Fulda
Beruf/Funktion
Segelflugzeugbauer ; Unternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118880454 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schleicher, Alexander

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Zitierweise

Schleicher, Alexander, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118880454.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Wilhelm (1868–1943), Schreiner, Landwirt in P., S d. Johannes (1836–1918), Schreiner, Landwirt in P.-Gackenhof-Huhnrain, u. d. Anna Maria Ebert (1839–1900), aus Rauschelbach (Steinwand);
    M Sabina Link (1875–1912);
    B Fridolin (1899–1964), Schreiner, Mitarb. v. S. 1932 Luise Emmert (1908–96), Schneiderin;
    2 S Winfried, Werner, führten bis 1984 d. väterl. Unternehmen weiter, 1 T Hedwig ( Edgar Kremer, führte mit Winfried u. Werner S.s Unternehmen weiter, seil 1984 Geschäftsführer d. „Alexander Schleicher Segelflugzeugbau“);
    E Uli Kremer, Peter Kremer, führen S.s Unternehmen seit 2003 weiter.

  • Leben

    S. erlernte das Tischlerhandwerk bei den Rhön-Möbelwerken in Fulda und begann 1923 als Flugzeugschreiner bei der „Weltensegler GmbH“ auf der Wasserkuppe bzw. in Baden Baden, wo er bis 1925 blieb. Anschließend arbeitete er wieder auf der Wasserkuppe, in der Werkstatt der „Rhön-Rossitten-Gesellschaft“ (RRG), der zentralen dt. Forschungsanstalt für den Segelflug, mit den Arbeitsgebieten Meteorologie, Entwurf und Konstruktion sowie Prototypenbau. Dort lernte er den damaligen Chefkonstrukteur der RRG, Alexander Lippisch (1894–1976), kennen.

    S. begann, auch selbst zu fliegen, und gewann beim 8. Rhön-Segelflugwettbewerb 1927 auf der Wasserkuppe mit dem selbstgebauten Gleitflugzeug „Hol's der Teufel“ (eine Lippisch-RRG-Konstruktion) den Preis für den Piloten mit den meisten Starts. Mit dem Preisgeld von etwas mehr als 1000 Reichsmark gründete er den „Segelflugzeugbau Alexander Schleicher“ in Poppenhausen (Rhön), der heute einer der beiden Weltmarktführer im Bau von Hochleistungs- und Schulungs-Segelflugzeugen ist. Seit 1927 baute S. Gleit- und Segelflugzeuge auf Bestellung, meist (später ausschließlich) entwik-kelt von den jeweils besten Segelflugzeugkonstrukteuren Deutschlands (und damit der Welt). In der Zeit bis 1945 waren es Alexander Lippisch, Edmund Schneider (1901–68), Hans Jacobs (1907–94) und Heini Dittmar (1911–60), deren Segelflugzeuge S. seit 1928 in größer werdenden Serien baute. Sein erster Mitarbeiter war sein Bruder Fri-dolin. 1935 wuchs die Belegschaft auf 45 Mitarbeiter an. Während des 2. Weltkrieges baute S. Schulungs-Segelflugzeuge für die Anfangsausbildung von Luftwaffen-Piloten.

    Nach Kriegsende produzierte S. zunächst Möbel. 1951 nahm er den Flugzeugbau wieder auf, seit 1952 realisierte er die Entwürfe seines jungen Konstrukteurs Rudolf Kaiser (1922–91), womit der Bestand des Unternehmens bis in die 1990er Jahre gesichert werden konnte. 1964 begann mit der Einstellung des Flugzeugbau-Ingenieurs Gerhard Waibel (* 1938) neben den von Kaiser entwickelten Typen in Holz- und Gemischtbauweise der ebenfalls sehr erfolgreiche Bau von Segelflugzeugen in faserverstärkter Kunststoff-Schalenbauweise.

    Nach dem Tod S.s wurde das Familienunternehmen mit durchschnittlich 100 Mitarbeitern zunächst unter der gemeinsamen Leitung der beiden Söhne Winfried und Werner und des Schwiegersohns Edgar Kremer weiterbetrieben, der die Firma seit 1984 alleine führte (seit 2003 liegt die Leitung bei dessen Söhnen Uli und Peter).

  • Literatur

    G. Brütting, Die berühmtesten Segelflugzeuge, 1970;
    D. Geistmann, Die Entwicklung d. Kunststoff-Segelflugzeuge, 1979;
    M. u. R. Ferrière, Planeurs et Motoplaneurs de A. S. 1951-1981, 1983;
    dies. u. P. F. Selinger, Rhönsegler, A. S.s Segelflugzeuge u. Motorsegler 1951-1987, 1988;
    G. Brinkmann u. H. Zacher, Die Evolution d. Segelflugzeuge, 21999;
    P. F. Selinger, Rhön-Adler, 75 J. Alexander-Schleicher-Segelflugzeugbau, 2002, 22003.

  • Autor/in

    Peter F. Selinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Selinger, Peter F., "Schleicher, Alexander" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 49 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118880454.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA