Lebensdaten
1900 bis 1967
Geburtsort
Aachen
Sterbeort
Aachen
Beruf/Funktion
Eisenhüttenmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 140521658 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Scherer, Robert

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Zitierweise

Scherer, Robert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140521658.html [21.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Friedrich, Dr., Lehrer;
    M Maria Luise Hartmann-Gilbert;
    1926 Louisa Clara, T d. Fréderic Haan, Notar in d. Niederlanden.

  • Leben

    Nach Realgymnasium, Kriegsdienst und Studium der Eisenhüttenkunde an der RWTH Aachen war S. 1921/22 Stahlwerksassistent beim Stahl- und Walzwerk Rothe Erde bei Aachen. Nach zweijähriger Assistententätigkeit wurde er 1924 in Aachen mit einer Arbeit über „Die Bestimmung des Sauerstoffs im Stahl“ bei Paul Oberhoffer (1882–1927) promoviert. Danach wurde S. Leiter des gesamten Qualitätswesens und der Versuchs- und Forschungsanstalt bei der „Stahlwerk Becker AG“ in Willich bei Krefeld. 1932 wechselte er als Leiter der Versuchsanstalt zur „Dt. Edelstahlwerke AG“ in Krefeld. 1937 erfolgte die Bestellung zum Betriebsdirektor, 1942 wurde er stellv., 1944 o. Vorstandsmitglied für Technik. S. arbeitete während des Krieges u. a. in dem von Walter Rohland (1898–1981) geleiteten „Panzerausschuß“ sowie im „Sonderring Legierte Werkstoffe“ des Rüstungsministeriums. 1939 erhielt er einen Lehrauftrag für Sonderstähle an der TH Hannover und habilitierte sich dort 1943; im selben Jahr wurde er zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. In der Kriegswirtschaft beschäftigte er sich v. a. mit der Einsparung sog. Mangelmetalle in Werkstoffen.

    Trotz zeitweiligen Berufsverbots war S. nach Kriegsende als beratender Ingenieur vornehmlich für die franz. Edelstahlindustrie tätig, ehe er 1949 erneut in den Vorstand der „Dt. Edelstahlwerke AG“ berufen wurde (1961 Ruhestand). Zur kostengünstigen Edelstahlerzeugung ließ er den ersten dt. 70t-Elektrolichtbogen-Ofen bauen, wegen der Dimension ein technisches Wagnis. Von seinen Arbeiten auf dem Gebiet der legierten Baustähle, der Werkzeug- und Schnellarbeitsstähle sowie der rost- und säurebeständigen Stähle zeugen mehrere hundert Stahllegierungen, die nach dem Krieg u. a. für den Kernkraftwerks- und Raketenbau, aber auch für chirurgische Instrumente eingesetzt wurden.|

  • Auszeichnungen

    Hon.prof. (Aachen 1953); Dr.-Ing. E. h. (Hannover 1958); Gr. BVK (1966); Vorstandsmitgl. d. Ver. Dt. Eisenhüttenleute (VDEh) u. d. Dt. Verbandes f. Materialprüfung, d. Unternehmerschaft d. linken Niederrheins u. d. Dt. Ges. f. Chem. Apparatewesen (DECHEMA); Mitgl. d. Kuratoriums d. MPI f. Eisenforschung.

  • Werke

    Die Bestimmung d. Sauerstoffs im Eisen, in: Stahl u. Eisen 45, 1925, S. 1555-57 (mit P. Oberhoffer);
    Der Einfluß v. Kobalt, Vanadin u. Mangan auf d. Eigenschaften v. Werkzeugstahl, ebd. 47, 1927, S. 2035 f.;
    Entwicklung d. Schnellarbeitsstähle, ebd. 70, 1950, S. 984-94 (mit W. Connert);
    Werkstoffe f. d. Raketenbau, in: Luftfahrttechnik 6, 1960, S. 313-22 (mit R. Oppenheim).

  • Literatur

    Stahl u. Eisen 87, 1967, S. 824 (P);
    Lb. aus d. Rhein.-Westfäl. Ind.gebiet, Jg. 1962–67, 1977, S. 125-28;
    Pogg. VII a-VIII;
    Wi. 1967; |

  • Quellen

    Qu ThyssenKrupp Konzernarchiv.

  • Autor/in

    Manfred Rasch
  • Empfohlene Zitierweise

    Rasch, Manfred, "Scherer, Robert" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 692-693 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140521658.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA