Lebensdaten
1915 bis 1995
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
-
Normdaten
GND: 119260875 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schellow, Erich

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Zitierweise

Schellow, Erich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119260875.html [22.05.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Kaufm.;
    M Maria Janke. Schausp.;
    Berlin 1983 Elke (* 1941), aus Königsberg (Pr.), Schausp., T d. Bernhard Frhr. v. Klopmann (1907–44 ⚔), Landwirt, u. d. Ursula Fieberg (* 1913), aus Königsberg (Pr.); Gvm d. Ehefrau Carl Fieberg, Dr. iur., JR; S Alexander.

  • Leben

    Nach dem Abitur an der Luisenstädtischen Oberrealschule wurde S. an der Staatlichen Schauspielschule seiner Heimatstadt 1935-37 zum Schauspieler ausgebildet. 1937 begann er seine Karriere als Mortimer in Schillers „Maria Stuart“ am Dt. Volkstheater in Hamburg (Ensemblemitgl. bis 1940). Danach spielte er bis 1945 unter Gustaf Gründgens (1899–1963) am Berliner Staatstheater und stand bis 1947 auf der Bühne des Dt. Schauspielhauses in Hamburg. Nach einem Engagement am Berliner Schloßparktheater 1947 holte ihn 1948 der Regisseur Boleslaw Barlog (* 1906) auch an das Schillertheater; diesem Ensemble gehörte S. seit 1951 nahezu 45 Jahre bis zur Schließung des Hauses an.

    Als Gast trat er u. a. am Schauspielhaus in Zürich, am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen auf. Zuweilen wechselte er auch ins Operettenfach und wirkte in einigen Kinofilmen mit, so etwa 1954 in „Bildnis einer Unbekannten“, 1956 in „Der Hauptmann von Köpenick“ und „Vor Sonnenuntergang“. Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme Mel Ferrer in „Krieg und Frieden“ (1956), Rex Harrison in „Mitternachtsspitzen“ (1960) oder Peter Cushing in „Dracula“ (1958). Im Fernsehen übernahm er 1967 die Titelrolle der Serie „Sherlock Holmes“.

    Mit seiner noblen Erscheinung und den aristokratischen Zügen war S. wie geschaffen für die Darstellung der jugendlichen klassischen Helden und avancierte bald zum beliebten Interpreten der Hauptrollen in den Dramen Sophokles', Shakespeares, Schillers, Goethes und Kleists. S. „bestach mit seiner Eleganz, in die sich immer auch ein Schuß preußischer Strenge mischte – und eine leichte Ironie.“ (Schaper). Im zweiten Abschnitt seiner Laufbahn entwickelte er sich zunehmend zum Charakterspieler und beeindruckte auch in den exzentrischen und zwiespältigen Rollen der klassischen Avantgarde von Dürrenmatt bis Anouilh. Seine Verkörperung des George in der dt. Erstaufführung von Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ 1963 in der Inszenierung Barlogs am Berliner Schloßparktheater wurde von der Kritik als Ausnahmeleistung gelobt. 1990 war S. als Tod im Salzburger Jedermann unter der Regie Gernot Friedels zu sehen und überzeugte „mit seiner klugen Zurückhaltung“ (Sucher).

    S. wurde seit Mitte der 50er Jahre mit zahlreichen Preisen für sein Schaffen geehrt. Seit 1965 Mitglied der Berliner Akademie der Künste, protestierte er 1992 mit seinem Austritt gegen die Aufnahme der Ostberliner Akademieangehörigen.|

  • Auszeichnungen

    BVK I. Kl. (1956); Berliner Kunstpreis (1960 u. 1971); Dt. Kritikerpreis (1966); Titel „Berliner Staatsschauspieler“ (1963); Ehrenmitgl. d. Staatl. Schauspielbühnen, Berlin (1982).

  • Werke

    Weitere Rollen Theater: Hektor in: Der trojan. Krieg, v. J. Giraudoux, Schloßparktheater, Berlin, 1947;
    Don Rodrigo in: Der seidene Schuh, v. P. Claudel, 1952;
    Orest in: Elektra, v. J. Giraudoux, 1954;
    Posa in: Don Karlos, v. F. Schiller, 1955;
    Hamlet in: Hamlet, v. W. Shakespeare. Regie F. Kortner, 1957;
    Wetter vom Strahl in: Käthchen v. Heilbronn, v. H. Kleist, 1957, Regie G. R. Sellner;
    Karl in: Die Räuber, v. F. Schiller, Regie F. Kortner, 1959;
    Jupiter in: Amphitryon, v. H. v. Kleist, 1961;
    Möbius in: Die Physiker, v. F. Dürrenmatt, 1962, alle Schillertheater, Berlin;
    Ödipus in: Ödipus auf Kolonos, v. Sophokles, Regie G. R. Sellner, Salzburger Festspiele, 1965;
    Mephisto in: Faust II, v. J. W. v. Goethe, 1966;
    Alceste in: Der Menschenfeind, v. Molière, 1966, beide Schillertheater, Berlin;
    Chef in: Die Plebejer proben den Aufstand, v. J. Giraudoux, Residenztheater, München, 1967;
    Coriolan in: Coriolan, v. W. Shakespeare, Schauspielhaus, Düsseldorf, 1970;
    Richard in: Verbannte, v. J. Joyce, Schloßparktheater, Berlin, 1973;
    Borkhausen in: Jeder stirbt für sich allein, v. H. Fallada, Regie P. Zadek, Schillertheater, Berlin, 1981; – Film:
    In jenen Tagen, 1947;
    Bildnis einer Unbekannten, 1954;
    Die Stadt ist voller Geheimnisse, 1954;
    Hotel Adlon, 1955;
    Der Hptm. v. Köpenick, 1956;
    Vor Sonnenuntergang, 1956; – Fernsehrollen:
    Tragödie auf d. Jagd, 1968;
    Ein Mord, den jeder begeht, 1979;
    Funkeln im Auge, 1984.

  • Literatur

    H. Rischbieter (Hg.), Theater-Lex., 1983 (P);
    SZ v. 27.2.1990;
    A. Rossmann, Adel verpflichtet, Noble Gesten, Der Schausp. E. S. wird achtzig, in: FAZ v. 27.2.1995 (P);
    R. Schaper, Die stolze Stimme, in: SZ v. 28.11.1995;
    Der Aristokrat, Herrenschauspieler, in: FAZ v. 28.11.1995 (P);
    Kosch, Theater-Lex.;
    C. B. Sucher, Theaterlex., 19992;
    Munzinger.

  • Autor/in

    Ulrike Krone-Balcke
  • Empfohlene Zitierweise

    Krone-Balcke, Ulrike, "Schellow, Erich" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 658-659 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119260875.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA