Lebensdaten
1917 – 1996
Geburtsort
Schloß Marimont (Bourdonnay, Département Moselle)
Sterbeort
Coburg
Beruf/Funktion
Unternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139497137 | OGND | VIAF: 101230083
Namensvarianten
  • Schaeffler, Georg

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Zitierweise

Schaeffler, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139497137.html [21.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Jacob (1865–1962), 1883-1918 Pächter d. Schloßgutes M., danach Gutsverw. in Ottweiler/Saar u. Neunkirchen/Saar, S d. Johann Sebastian (1824–93), Webermeister in Neustadt/Kulm;
    M Anna Carolina (1882–1963), T d. Wilhelm Weissmann (1856–1937), Schlächtermeister in Metz;
    3 Geschw Wilhelm (1908–81), Dr. rer. pol., Dipl.-Kaufm., Unternehmer (s. Klimesch), Elisabeth (1906–95), Käthe (1909–93);
    1963 Maria-Elisabeth (* 1941), Unternehmerin, mit Georg F. W. (s. u.) Gesellschafterin d. „INA Holding Schaeffler KG“, T d. Friedrich Kurssa (1905–68), Gen.dir. d. Erste Allg. Unfall- u. Schadens-Vers.ges. AG, Wien, u. d. Dr. med. Gertrud Kraus (* 1915);
    1 S Georg F. W. (* 1964), Wirtsch.anwalt, mit Maria-Elisabeth (s. o.) Gesellschafter d. „INA Holding Schaeffler KG“.

  • Biographie

    Nach dem Besuch der Elementarschule in Ottweiler und der Oberrealschule in Neunkirchen (Abitur 1936) leistete S. Arbeits- und Militärdienst und nahm 1938 das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Univ. Köln auf. Nach einem Semester an der Wirtschaftshochschule in Berlin 1939 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Während eines Lazarettaufenthaltes 1944 schloß er das Studium in Köln mit dem Examen zum Diplomkaufmann ab. Seit 1941 war S. neben seinem Bruder Wilhelm Hauptaktionär der „Davistan Krümmer-, Plüsch- und Teppichfabriken AG“ in Katscher (Oberschlesien). Gegründet 1934 als Auffanggesellschaft für die in Konkurs geratene „David & Co. KG“, Berlin, wurde sie 1942 in „Wilhelm Schaeffler AG“ umbenannt und nahm neben der Fertigung von Teppichen und Kunstseide die Produktion von Nadellagern auf.

    Mit dem 1945 von Katscher nach Schwarzenhammer (Oberfranken) verlagerten Maschinenpark baute S. nach der Entlassung aus amerik. Kriegsgefangenschaft zusammen mit seinem Bruder Wilhelm in Herzogenaurach seit 1946 einen Metallverarbeitungsbetrieb (Industriewerk Schaeffler OHG) auf, der sich auf die Herstellung von Nadellagern spezialisierte. Die innovative Entwicklung des käfiggeführten Nadellagers, 1950 zum Patent angemeldet, bildete die Grundlage für ein rasches Wachstum des Unternehmens. Die unter der Marke INA vertriebenen Wälzlager fanden in der Automobilindustrie, aber auch im Maschinen- und Anlagenbau Absatz. Durch Firmengründungen, -übernahmen und -beteiligungen im In- und Ausland (Großbritannien, Frankreich, Spanien, Brasilien, Italien, USA) baute S. in den 1950er|und 60er Jahren eine international tätige Firmengruppe auf und erweiterte in der Folgezeit die Produktpalette um Linearführungen, Motorenelemente und Schwerlastlager. Mitte der 1970er Jahre rückte die INA-Schaeffler-Unternehmensgruppe mit über 10 000 Beschäftigten zur internationalen Spitzengruppe der Wälzlagerhersteller auf. In Fortführung der Tradition der Schaefflerwerke in Katscher gründete bzw. übernahm S. seit 1949 Teppichwebereien in Schwarzenhammer, Herzogenaurach, Regensburg, Bamberg und Berlin, die bald zu den führenden Betrieben der Branche in Deutschland zählten. 1989 wurde die Teppichsparte verkauft. Durch die 1999 vollzogene vollständige Übernahme der LuK-Unternehmensgruppe (Lamellen- und Kupplungsbau) mit Sitz in Bühl (Baden) und die 2001 erfolgte Übernahme der „FAG Kugelfischer Georg Schäfer AG“ in Schweinfurt stärkte die familiengeführte INA-Schaeffler-Gruppe ihre Position als einer der international führenden Anbieter in der Wälzlagerindustrie und Zulieferer nahezu aller Automobilhersteller. 2002 beschäftigte der Konzern an über 180 Standorten weltweit rund 54 000 Mitarbeiter bei einem Umsatz von knapp 7 Mrd. €.

    S. war Mitglied im Beirat der „Commerzbank AG“, der „Dresdner Bank AG“, der „Bayer. Landesbank“ und der „Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG“ (Köln) und gehörte dem Aufsichtsrat der „Alfred Teves GmbH“ und der „ITT Automotive Europe GmbH“ (Frankfurt/M.) an. Er war Vorstandsmitglied der Fachgruppe Antriebselemente im Verein Dt. Maschinenbau-Anstalten (Frankfurt/M.).|

  • Auszeichnungen

    BVK I. Kl. (1968);
    Gr. BVK (1977);
    Dr.-Ing. E. h. (TU Karlsruhe 1981);
    Ehrenbürger d. Stadt Herzogenaurach (1981);
    bayer. Verdienstorden (1982);
    Staatsmedaille f. bes. Verdienste um d. bayer. Wirtsch. (1986).

  • Literatur

    INA aktuell, Nr. 1, 50 J. INA, 1997 (P);
    INA Historie 1945-1997, 1997 (P);
    Schaeffler, Ein modernes Märchen, in: Herzogenauracher Stadtschreiber, 1997, S. 115-78;
    Hdb. d. Dt. Aktiengesellschaften, Jg. 1941, S. 856, Jg. 1943, S. 4955;
    Klimesch (P); |

  • Quellen

    Qu Fam.archiv Schaeffler.

  • Autor/in

    Richard Winkler
  • Zitierweise

    Winkler, Richard, "Schaeffler, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 522-523 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139497137.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA