Lebensdaten
1909 bis 1976
Geburtsort
Wien-Hernals
Sterbeort
Purkersdorf (Niederösterreich)
Beruf/Funktion
Eiskunstläufer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 120466406 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schäfer, Karl
  • Schäfer, Carl

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Zitierweise

Schäfer, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120466406.html [20.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Angest. e. Tabakfabrik in W.;
    M N. N.;
    Christa (* 1903), Eiskunstläuferin, führte als erste Frau e. Sitzpirouette aus, T d. Eduard Engelmann (1864–1944), Ing. in W., Landesbaudir., Hofrat, 1909 Erbauer e. Freiluft-Kunsteisbahn in Hernais, dreimaliger Europameister im Eiskunstlauf 1892-94 (s. NDB IV; Hist. Lex. Wien), u. d. Anastasia Simotta (* 1872); Gvm d. Ehefrau Eduard Engelmann (1833–97), Wachstuchfabr., Gründer d. Eislaufbahn in Hernals (s. ÖBL; Hist. Lex. Wien); Tante-v d. Ehefrau Christine v. Szabo, Eiskunstläuferin, Weltmeisterin im Paarlaufen mit Karl Euler; Cousine d. Ehefrau Herma v. Szabo (* 1902), Eiskunstläuferin, erste österr. Olympiasiegerin im Eiskunstlauf 1924 in Chamonix, sechsmalige österr. Meisterin, 1922-26 Weltmeisterin im Eiskunstlauf, 1925 u. 1927 Weltmeisterin im Paarlaufen mit Ing. Ludwig Wrede; Schwägerin Helene Jaroschka (1898–1985), Eiskunstläuferin, dreifache Weltmeisterin im Paarlaufen 1913 mit Karl Mejstrik, 1922 u. 1924 mit Alfred Berger, 1924 Olympiasiegerin im Paarlaufen mit A. Berger.

  • Leben

    Während seiner Mittelschulzeit in Wien wurde S. als Eislauftalent entdeckt und seit 1920 von Rudolf Kutzer trainiert. S.s Karriere begann auf der Engelmann-Eisbahn in Hernais, die als erste Freiluft-Kunsteisbahn der Welt optimale Trainingsmöglichkeiten bot. Auf erste nationale Erfolge im Jugendbereich seit 1924 folgten 1928 zweite Plätze bei der Europa- und Weltmeisterschaft der Herren. Seinen 1929 errungenen Titel als Europameister konnte S. bis 1936 verteidigen. In diesem Zeitraum war er auch österr. Meister. 1930-36 errang er sieben Weltmeistertitel, bei den Olympischen Spielen 1932 in Lake Placid und 1936 in Garmisch-Partenkirchen gewann er die Goldmedaille.

    1936 wechselte S. mit der Eiskunstmeisterin aus Norwegen, Sonja Henie, zum Profisport und wirkte seit 1937 in den USA an den Eisrevues „Gay Skaters“ und „Carnevals“ mit. 1940 kehrte er nach Wien zurück und gründete die „Schäfer-Eisrevue“ (1945-72: „Wiener Eisrevue“). Eine Hauptrolle spielte er an der Seite von Olly Holzmann 1943 in Geza v. Cziffras Film „Der weiße Traum“; Nebenrollen in Fritz Fischers „Kaiserwalzer“ (1951) und Franz Antels „Symphonie in Gold“ (1955) folgten. Seit 1946 war er Trainer des Cottage Engelmann Eislaufvereins; 1956-62 übte er diese Tätigkeit in den USA aus. Nach seiner Rückkehr widmete er sich der Förderung des Eiskunstlaufs in Wien und betrieb mit seiner Frau die Engelmann-Eisbahn.

    „Karli“ S. sprang als erster Sportler den doppelten Rittberger und erfand u. a. die „Schäfer-Pirouette“ und den „Mond“. Er setzte auch stilistisch Akzente, indem er als erster Eiskunstläufer bei einer Kür im Anzug auftrat. Sein bemerkenswertes musikalisches Empfinden war durch ein Musikstudium mit Kapellmeisterprüfung geschult. S. gilt als einer der erfolgreichsten Sportler Österreichs und als einer der erfolgreichsten Eiskunstläufer weltweit. Im Schatten dieser Triumphe stehen S.s Leistungen als Schwimmsportler: 1926-30, 1932 und 1933 war er als Vertreter des Ersten Wiener Arbeiter Schwimm Clubs österr. Staatsmeister auf der 200m-Bruststrecke und nahm 1928 als Mitglied der nationalen Delegation an den Olympischen Spielen in Amsterdam teil; eine weitere olympische Teilnahme 1936 scheiterte an einer Verbrennung, die sich S. als Träger des olympischen Feuers zugezogen hatte. Seit 1997 wird das „Karl-Schäfer-Memorial“ als internationaler Eiskunstlaufwettbewerb des Österr. Eiskunstlaufverbands jährlich in Wien ausgetragen.|

  • Auszeichnungen

    Goldene Medaille f. Verdienste um d. Rep. Österr. (1932); Goldenes Ehrenzeichen f. Verdienste um d. Land Wien (1970); Ehrentafel auf d. Gelände d. Wiener Eislaufver.

  • Werke

    Mein Eiskunstlaufen im lebenden Bilde, 1. T.: Pflichtübungen, 1937 (engl. 1937);
    |

  • Quellen

    Qu Stadt- u. Landesbibl. Wien.

  • Literatur

    60 J. Sportplatz Engelmann, FS hg. v. A. Meisel, 1932 (P);
    Rathaus-Korr. v. 14.5.1974, Bl. 1133;
    H. Etlinger, in: Wien aktuell 20, 1974, S. 22 f. (P);
    I. Wendl, Eis mit Stil, 1979, S. 66-81, 132-37 (P);
    H. Polednik, Sport u. Spiel auf d. Eis, 1979, S. 113-18, 146-48 (P);
    I. Ackerl u. F. Weissensteiner, Österr. Personenlex., 1992 (P);
    R. Seeliger, Die Wiener Eisrevue, Ein verklungener Traum, 1993, S. 17-20, 28 f. (P);
    Zauber auf d. Eis, Die Wiener Eisrevue, hg. v. H. Würtz, 1995;
    Hist. Lex. Wien (P);
    J. Deiss u. D. Henkel, Eiskunstlauf. Die gr. Stars, 1995, S. 110 f. (P);
    Munzinger;
    Munzinger Internat. Sportarchiv.

  • Autor/in

    Stefan Jordan
  • Empfohlene Zitierweise

    Jordan, Stefan, "Schäfer, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 508-509 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120466406.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA