Lebensdaten
1879 bis 1971
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Stuttgart-Bad Cannstatt
Beruf/Funktion
Bauingenieur
Konfession
-
Normdaten
GND: 125427891 | OGND | VIAF: 55109453
Namensvarianten
  • Schaechterle, Karl Wilhelm
  • Schaechterle, Karl
  • Schaechterle, Karl Wilhelm
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Zitierweise

Schaechterle, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd125427891.html [28.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1852–1918), Gärtner u. Baumschulenbes. in St., S d. Ludwig (1815–82), Bäcker in Fellbach, u. d. Christiane Barbara Gruber (1819–63);
    M Luise Johanna Neef (1853–1912);
    Heilbronn/Neckar 1919 Else (1897–1987), T d. Emil Halder (* 1861), aus Chur, u. d. Sofie Karoline Maria Venn (* 1866), aus Saarbrücken;
    2 S (1 1944 in Rußland) Karl-Heinz (* 1920), aus Stuttgart, Dipl.-Ing., 1963-87 o. Prof. u. Dir. d. Inst. f. Verkehrsplanung u. -wesen an d. TH München (s. Wi. 1971; Mitt. d. TU München 2, 2000/01); Verwandte Heinrich (1887–1917), Ing., entwickelte 1916/17 d. Dt. Ind. Norm mit, Otto (1883–1961), Kaufm., Fabrikdir. u. Vorstandsvors. d. Dt. Linoleum-Werke AG, Bietigheim (s. Wi. 1958), Walter H. (* 1913), aus Stuttgart, Vorstandsmitgl. d. Dt. Linoleum-Werke AG, stellv. Vors. d. Landesverbands d. ehem. Ind. f. Baden-Württ. (s. Wi. 1971).

  • Leben

    S. studierte 1896-1900 Bauingenieurwesen an der TH Stuttgart. Nach praktischer Tätigkeit als Regierungsbauführer und als Bauinspektor legte er 1905 seine 2. Staatsprüfung ab und übernahm 1907 eine Stelle als|Baurat bei den Kgl. Württ. Staatseisenbahnen. 1911 wurde er bei Jacob Weyrauch (1845–1917) in Stuttgart mit einer Arbeit „Beiträge zur Theorie und Berechnung der im Eisenbetonbau üblichen elastischen Bogen, Bogenstellungen und mehrstieligen Rahmen“ (gedr. 1920) promoviert. Bis 1920 entwarf und baute S. Eisenbahnbrücken für Neubaustrecken und ging dabei unkonventionelle Wege, indem er anstelle von Stahlbrücken gewölbte und balkenförmige Bauwerke aus Eisenbeton errichtete, deren Theorie er bereits in seiner Dissertation behandelt hatte. 1911/13 verfaßte er Berichte über diese damals für Eisenbahnbrücken in Preußen noch verbotene Bauweise, wobei er auf Erfahrungen im Straßenbrückenbau zurückgreifen konnte, Neuerungen aber an Materialprüfanstalten testen ließ. Der Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs 1910-16 stellte S. vor außergewöhnliche Aufgaben, denn er mußte Brücken mit schwieriger Geometrie auf äußerst schwierigem Baugrund realisieren. 1920-35 war er als Brückenreferent der Reichsbahndirektion in Stuttgart auch für Straßenbrücken über Bahnstrecken zuständig und arrbeitete an der Entwicklung der Stahlleichtfahrbahn mit. S. beteiligte sich 1930 maßgeblich an der Schaffung einheitlicher Normen für massive Brücken, wobei er sich an den von Gottwalt Schaper (1873–1942), dem Brückenreferenten im Reichsverkehrsministerium, bereits 1925 fertiggestellten Nonnen für eiserne Brücken orientierte. Wegen seiner großen Erfahrung wurde er 1935 für den Bau der Autobahnbrücken in das Reichsverkehrsministerium berufen und mit der technischen Weiterentwicklung und ansprechenden Gestaltung der Brücken betraut. Auch Großprojekte, etwa die trotz des Kriegs weit fortgeschrittene Planung der Hänge-Hochbrücke über die Elbe unterhalb von Hamburg fielen in seine Zuständigkeit. Im Krieg beteiligte er sich an der Wiederherstellung von Brücken im In- und Ausland und am Entwurf von Behelfsbrücken. Nach dem Krieg war der Pensionär mehrfach als Berater bei großen Brückenbauten tätig, u. a. beim Wiederaufbau der Rheinbrücke Köln-Mühlheim und der Rheinbrücke Düsseldorf-Neuß. S. leistete namhafte Beiträge zum Fortschritt und zur Baukultur im Brückenbau der 20er und 30er Jahre. Viele, auch später gebaute, Brücken spiegeln dies wider.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Stuttgart 1938);
    Prof. E. h. (Stuttgart 1938);
    Emil-Mörsch-Gedenkmünze d. Dt. Beton-Ver. (1944).

  • Werke

    Weitere W Neuere Bauausführungen in Eisenbeton, T. 1, Bogenbrücken, 1911 (mit Jori), T. 2, Balkenbrücken, 1913 (mit dems.);
    Die künstler. Gestaltung d. Brücken u. d. werkmäßige Behandlung u. Bearbeitung d. Sichtflächen, in: Die Straße, 1936, Nr. 11 (mit F. Leonhardt);
    Hängebrücken, in: Die Bautechnik 18, 1940, Nr. 33, 20, 1942, Nr. 7, 12, 13 (mit dems.);
    Wettbewerb z. Wiederaufbau d. Rheinbrücke Köln-Mühlheim, 1950 (mit W. Rein);
    Wiederaufbau d. Rheinbrücke Düsseldorf-Neuß, in: Der Bauing. 27, 1952, H. 1 (mit L. Wintergerst).

  • Literatur

    O. Graf, in: Der Bauing. 14, 1939, S. 3 f.;
    Bautechnik 17, 1939, S. 45, 26, 1949, S. 22;
    F. Leonhardt, ebd. 31, 1954, S. 58, 36, 1959, S. 79;
    ders., in: Beton- u. Stahlbetonbau 54, 1959, S. 23;
    ders., in: VDI-Ges. Bautechnik (Hg.), Herausragende Ing.leistungen in d. Bautechnik, H. 7, 1990 (W-Verz., P);
    Techn. Univ. München, Mitt. 2, 2000/01, S. 48 f. (P);
    Pogg. VII a-VIII.

  • Autor/in

    Joachim Scheer
  • Empfohlene Zitierweise

    Scheer, Joachim, "Schaechterle, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 499-500 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd125427891.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA