Lebensdaten
gestorben 1097
Beruf/Funktion
Abt von Weißenburg, Murbach und Münster im Gregorienthal
Konfession
-
Normdaten
GND: 139579036 | OGND | VIAF: 101304011
Namensvarianten
  • Samuel

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Zitierweise

Samuel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139579036.html [13.08.2020].

CC0

  • Leben

    Aus dem Konvent von Weißenburg (Elsaß) hervorgegangen, ist Abt S. erstmals am 30.6.1056 nachzuweisen als Teilnehmer eines Fürstengerichts unter Heinrich III. in Trier, auf dem über Rechte von St. Maximin verhandelt wurde. S. war hauptsächlich für die wirtschaftliche Konsolidierung sowie für Ausbau und Ausstattung der Abtei Weißenburg tätig. Er sicherte deren Einkünfte durch|genaue vertragliche Abmachungen, ließ den heute noch bestehenden roman. Turm der Klosterkirche (Bauinschrift) und die Abtskapelle St. Willibrord im Kreuzgang (sog. Peter- u. Paulskapelle) erbauen (geweiht 1072), und stellte Mittel für die Beleuchtung mehrerer Altäre bereit. Das Nebenkloster St. Stephan wandelte er in ein Stift mit sechs Kanonikaten um. Nach dem Brauch seines Zeitalters, topographisch wichtige Orte in der Umgebung einer Hauptkirche mit Nebeninstituten auszuzeichnen, gründete er im Südwesten von Weißenburg das Kloster St. Michael auf dem Berg (geweiht 1074, im 13. Jh. umgewandelt in ein Stift St. Pantaleon oder Vier Türme). Bereits 1068 ließ er die Kirche St. Laurentius in Niederschlettenbach weihen (Bauinschrift). Als Konsekrator dieser Kirche und der Abtskapelle im Kreuzgang von Weißenburg hatte S. den Heinrich IV. nahestehenden Missionsbf. Erenfrid-Ezzo von Oldenburg in Wagrien (bei Lübeck) bemüht. Von Herrscherbesuchen verschont (der Ausstellungsort von DD H IV 48 und 61 bezieht sich auf Weißenburg in Bayern), erhielt S. von Heinrich IV 1067 in Speyer die Bestätigung der Immunität und der Klostermark. Der Treue zu diesem Herrscher verdankte S. auch die einträglichen, zusätzlichen Abbatiate von Murbach und Münster im Gregorienthal – wobei sich Heinrich IV. im Falle Murbachs bewußt über eine von Konrad I. bis Heinrich III. reichende Serie von Privilegien der freien Abtswahl hinwegsetzte.

  • Quellen

    Qu MGH DD H III Nr. 372 B; MGH DD H IV Nr. 195; Traditiones possessionesque Wizenburgenses, Codices duo cum supplementis …, hg. v. C. Zeuss, 1842, Poss. Nr. 302, 304, 306, 307; Liber possessonum Wizenburgensis, hg. v. Ch. Dette, 1987, Nr. 302, 304, 306, 307; Nekrologium d. Klosters Weißenburg, hg. v. E. F. Mooyer, in: Archiv d. hist. Ver. v. Unterfranken u. Aschaffenburg 13/3, 1855, S. 43-46, 53, 57 u. 66.

  • Literatur

    Die Weissenburger Hss., neu beschr. v. H. Butzmann, 1964;
    H. Seibert, Abtserhebungen zw. Rechtsnorm u. Rechtswirklichkeit, 1995, S. 281, Anm. 362, 437 u. 462;
    Palatia Sacra 1/2, bearb. v. L. A. Doll u. H. Ammerich, 1999, S. 49 f. Anm. 1, S. 108-11, 118-21, 165 f., 171 u. 183 f.;
    NDBA (P).

  • Portraits

    Miniatur (Abt mit Stab u. Buch), Wolfenbüttel, Cod. Wiss. 45, fol. 174v Abb. in: J. Prochno, Das Schreiber- u. Dedikationsbild in d. dt. Buchmalerei, T. 1, 1929, S. 45 u. in: NDBA.

  • Autor/in

    Franz Staab
  • Empfohlene Zitierweise

    Staab, Franz, "Samuel" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 411-412 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139579036.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA