Lebensdaten
gestorben 1102
Beruf/Funktion
Bischof von Bamberg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 115740457 | OGND | VIAF: 27806911
Namensvarianten
  • Ruprecht
  • Rupert
  • Ruprecht
  • mehr

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Zitierweise

Rupert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115740457.html [28.11.2020].

CC0

  • Genealogie

    Wohl edelfreier Herkunft.

  • Leben

    R., bei seiner Erhebung Propst von Goslar, was auf edelfreie Herkunft und Aufstieg im Königsdienst hindeutet, wurde 1075 unter großem Zeitdruck zum Bischof von Bamberg erhoben. Bis in den Spätherbst dieses Jahres hatte Heinrich IV. an R.s Vorgänger Hermann festgehalten, obwohl Papst Gregor VII. diesen der Simonie schuldig gesprochen und am 20.4.1075 abgesetzt hatte, weil er seiner Vorladung nach Rom nicht gefolgt war. Daß Heinrich IV. Hermann schließlich fallen ließ und durch R. ersetzte, war wahrscheinlich der Versuch eines gesichtswahrenden Kompromisses, der die päpstl. Absetzung Hermanns respektierte, aber dennoch den kgl. Anspruch auf Mitwirkung bei der Bischofserhebung deutlich machte; R. wurde zwar „auf Anordnung des Königs“, aber durch den vom Papst mit der Wiederbesetzung beauftragten Ebf. Siegfried v. Mainz geweiht. Wenig später erhielt R. von Heinrich IV. Otto v. Nordheim und Bf. Burchard II. v. Halberstadt, die Anführer des sächs. Aufstandes, die sich ihm unterworfen hatten, zur Bewachung.

    R. gehörte am 24.1.1076 zu den Unterzeichnern des Absagebriefs der dt. Bischöfe an Gregor VII. und ließ sich auch durch die Exkommunikation, die ihn wie alle Ratgeber des Königs traf, nicht zum Abfall bewegen. Das gesamte Jahr 1076 ist er in der Umgebung des Königs nachweisbar; er geriet jedoch beim Versuch, Heinrich IV. nach Canossa zu folgen, in die Gefangenschaft des bayer. Hzg. Welf I. (reg. 1070-1101) (Freilassung am 24.8.1077 aus unbekanntem Grund). Auch in den folgenden Jahren erscheint R. häufig im Umfeld Heinrichs IV., so als Gesandter des Königs in Rom (1080), als einer der Bischöfe, die die Absetzung Gregors VII. vollzogen (1080 und 1087) und im Fürstengericht über Ekbert v. Meißen (1088). Im Jan. 1089 nahm er Heinrich IV. auf seiner Flucht aus Thüringen auf. Mehrere Briefe aus den 1090er Jahren geben in für die spätsalische Zeit exemplarischer Weise Einblick in die Ausgestaltung des Verhältnisses zwischen dem Herrscher und einem seiner Bischöfe als einer auf gegenseitigem Vertrauen, aber auch auf Leistung und Gegenleistung beruhenden Freundschaft.

    Außer der Abhaltung einiger Diözesansynoden und Besitztransaktionen ist über R.s Tätigkeit in Bamberg kaum etwas bekannt; selbst seine Beteiligung an der ihm zugeschriebenen Instandsetzung des 1081 abgebrannten Domes kann nur vermutet werden. Belege für Konflikte mit dem Diözesanklerus fehlen. Offensichtlich gelang es R., eine Spaltung seines Bistums durch den Konflikt zwischen Heinrich IV. und Gregor VII. zu vermeiden. 1077 versandte das Domkapitel sogar Briefe an geistliche und weltliche Große, um für seine Befreiung zu werben.

    Sein Bild in den Quellen ist bestimmt durch negative Urteile, die seine Eignung für das Bischofsamt in Zweifel ziehen. Ob diese irgendeinen Realitätsbezug haben, ist nicht zu klären, da sie erkennbar und oft explizit auf R. als einen der engsten und zuverlässigsten Vertrauten Heinrichs IV. zielen.

  • Literatur

    Das Bm. Bamberg I/1 (Germania Sacra. 2. Abt.), bearb. v. E. Frhr. v. Guttenberg, 1937, S. 111-14;
    Die Regg. d. Bischöfe u. d. Domkap. v. Bamberg, bearb. v. dems., 1963, S. 248-97 (mit Nachweis auch d. erzählenden Qu.).

  • Autor/in

    Klaus van Eickels
  • Empfohlene Zitierweise

    Eickels, Klaus van, "Rupert" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 270-271 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115740457.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA