Lebensdaten
1866 bis 1951
Geburtsort
Rostock
Beruf/Funktion
Schiffsmakler ; Mineralölunternehmer
Konfession
-
Normdaten
GND: 13930701X | OGND | VIAF: 100589829
Namensvarianten
  • Rudeloff, Wilhelm

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Zitierweise

Rudeloff, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13930701X.html [13.08.2020].

CC0

  • Leben

    R., über dessen Ausbildung keine Quellen vorliegen, war seit 1888 für die Schiffsmaklerfirma Meyer & Co. in Hongkong tätig. Die Schiffe dieses Unternehmens brachten um 1900 das erste Petroleum der „Shell Transport & Trading Company Ltd.“ nach China. Firmengründer (Sir) Marcus Samuel (1853–1927) ernannte R. zum Generalagenten des Konzerns in Hamburg und 1903 in ganz Deutschland. Nach dem Zusammenschluß der niederländ. „Royal Dutch“ und der brit. „Shell“ zur „Royal Dutch Shell“ 1907 vertrat R. den Ölkonzern auch in Österreich, Italien und Skandinavien. Ergründete zu diesem Zweck 1914 in Hamburg die „Wilhelm Rudeloff GmbH“. R. erwarb im Ölgeschäft ein Vermögen und zählte zu den engsten Freunden von Sir Henri Deterding (1866–1939), dem Vorstandsvorsitzenden der Royal Dutch Shell. Während des 1. Weltkriegs liefen die stark rückläufigen Mineralölgeschäfte der Royal Dutch Shell in Deutschland ausschließlich über die Wilhelm Rudeloff GmbH.

    Neben Geschäftsführer Heinrich Späth (1869–1940) war R. 1902 die treibende Kraft bei der Gründung der „Benzinwerke Rhenania GmbH“ in Düsseldorf. R. agierte 1917-45 als Gesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender dieser wichtigsten Tochterfirma der Royal Dutch Shell in Deutschland. Die Rhenania wurde 1925 nach ihrer Fusion mit den „Ölwerken Stern-Sonneborn“ in die „Mineralölwerke Rhenania-Ossag AG“ umgewandelt. Dieses Unternehmen war die Vorläuferin der „Dt. Shell AG Hamburg“ (1947). Als Aufsichtsratsvorsitzender befürwortete R., NSDAP-Mitglied, nach 1933 die schnelle „Arisierung“ der Rhenania-Ossag AG. Er gehörte seit der Jahrhundertwende zu den Pionieren der Mineralölwirtschaft in Deutschland. Der Aufstieg der Dt. Shell zu einer der größten Mineralölfirmen auf dem dt. Markt war maßgeblich auf ihn zurückzuführen.

  • Literatur

    „So fing es an …“, Aus d. Aufzeichnungen v. Heinrich Späth, hg. v. Shell-Archiv, Den Haag [o. J.];
    F. C. Gerretson, Hist. of Royal Dutch, 4 Bde., 1953-57;
    H. Flieger, Unter d. gelben Muschel, Die Gesch. d. Dt. Shell, 1961 (P);
    P. Hendrix, Henri Deterding, De Koninklijke, de Shell en de Rothschilds, 1996;
    R. Karlsch, R. G. Stokes, Faktor Öl, Die Mineralöwirtsch. in Dtld. 1859-1974, 2003.

  • Autor/in

    Rainer Karlsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Karlsch, Rainer, "Rudeloff, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 162 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13930701X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA