Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
österreichische Adelsfamilie
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 1081551186 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Orsini und Rosenberg, von
  • Rosenberg, von
  • Orsini und Rosenberg, von

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Zitierweise

Rosenberg, von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1081551186.html [21.11.2018].

CC0

  • Leben

    Infolge der Häufigkeit des Toponyms R., zumal in Innerösterreich, bleiben genealogische Zusammenhänge im Mittelalter unsicher. Dies gilt besonders für die Stammesgleichheit eines 1260/62 genannten Heinrich mit den seit dem 14. Jh. im Sanngebiet belegten rittermäßigen Rosenbergern und eine Verwandtschaft derselben mit dem später v. a. in Kärnten begüterten, im 17. Jh. zu Freiherren und Grafen aufgestiegenen Geschlecht gleichen Namens. Für die Zurückführung des letzteren auf die in einer Matrikel der Landleute in Steiermark von 1446 genannten Georg und Ulrich Rosenberger sprechen die Wiederkehr der Vornamen und das Konnubium im niederadeligen Milieu.

    Durch Heirat gelang es den R. spätestens an der Wende zum 16. Jh., ihre ökonomische Basis zu verbessern und zusätzliche Güter zu erwerben. Diese soll Maximilian prodigus ( 1550) 1530 zum größeren Teil verkauft haben. Daß das Erbe seiner Söhne Christoph Georg ( 1586) und Ulrich ( 1599) nur aus der Petschaft und einem silbernen Löffel bestanden haben soll, entspricht wohl einem Topos zur Begründung der folgenden räumlichen Entfremdung. Georg wandte sich dem Kriegsdienst zu und stieg zum Oberhauptmann der ungar. Feste Totis (Tata) auf. Aufgrund seiner Verdienste bei der Türkenabwehr und durch die Heirat mit einer Geyer v. Osterburg wurde er 1579 in den niederösterr. Ritterstand aufgenommen.

    Ulrich, der als Pfleger zu St. Andrä (Lavanttal) in salzburg. Dienste trat und über seine Ehefrau Margarethe v. Hagendorf auch besitzmäßig in Kärnten Fuß faßte, wird 1660 als „Urahn“ der Kärntner R. bezeichnet. Unter seinem Enkel Johann Andreas (Andrä) (1600–67, s. NDB 19, Fam.art. Orsini u. R.) vollzog sich der steile soziale Aufstieg der Familie, wozu das Festhalten am kath. Glauben maßgeblich beitrug. 1621 in die Kärntner Landstände aufgenommen, erfuhr Andreas 1633 bald nach dem Erwerb von Lerchenau, Mageregg und Grafenstein (1629) die Erhebung zum Freiherrn und 1648 zum Grafen. Die zweimalige Wappenerweiterung, um jene der ausgestorbenen Familien Hagendorf (1633) und Rumpf (1648), wie auch der Erwerb weiterer Herrschaften 1639-43 (Sonnegg, Rechberg, Stein im Jauntal, Feuersberg, Hagenegg) zeigen eine Koinzidenz von wirtschaftlicher Konsolidierung, Prestigedenken und ständischer Karriere. Den Ankauf von Gütern, überwiegend aus dem Besitz emigrierter Protestanten, setzten Andreas, der 1660 sein Landesamt als Oberststabelmeister von Kärnten (seit 1652) gegen jenes des Erblandhofmeisters eingetauscht hatte, und dessen Söhne Georg Nikolaus (1623–95) und Wolfgang Andreas (1626–95, s. W) auch nach der Jahrhundertmitte fort. 1652 kam Loretto an die Familie, 1653-76 Höhenbergen, Keutschach, Welzenegg b. Klagenfurt, Rosegg, Rottenstein, Stein im Drautal und Greifenberg. Wolfgang Andreas, der nach dem Tod seines Vaters diesem 1667 im Amt des Burggrafen von Kärnten folgte, kaufte zudem Güter in Mähren als Voraussetzung für das 1695 erworbene böhm. Inkolat.

    1679 errichteten Georg Nikolaus und Wolfgang Andreas ein Erbeinigungsinstrument über das gräfl. Rosenbergsche Primogenitur-Fideikommiß, 1681 erhielten sie die Ausdehnung des Grafenstandes auf das Reich und 1683 als Personalisten die Aufnahme in das fränk. Reichsgrafenkollegium, 1687 jene unter die alten Häuser des niederösterr. Herrenstandes, dem sie seit 1660 – wie auch in der Steiermark – angehörten.

    Durch ein zeittypisches genealogisches Konstrukt bemühten sich die R. um die Überhöhung ihrer Familiengeschichte und nutzten die Namensgleichheit mit den 1611 erloschenen böhm. Rosenbergern (s. NDB 22), um die innerösterr. Familie als bereits 1155 nach Kärnten und in die Steiermark gelangte Hauptlinie zu bezeichnen. 1684 genehmigte Ks. Leopold I. die „Wiederannahme“ des alten Geschlechternamens „Ursini“ und die bis heute tradierte Namensvereinigung Orsini-R. (s. NDB 19).

  • Literatur

    J. L. Schönleben, Rosa Ursina in provinciis Austriacis florens, sive illustrissimae et antiquissimae familiae Romanae Ursinae traduces in Slavoniam, Carniolam, Carinthiam, Styriam, Bohemiam propagatae …, 1680;
    H. Hermann, Die Rosenberge, in: Unterhaltungs-Beil. z. Klagenfurter Ztg. 1854, Nr. 59 f.;
    M. Pangerl, Die Witigonen, Ihre Herkunft, ihre ersten Sitze u. ihre älteste Geneal., in: AÖG 51, 1873, S. 508-13;
    F. Lanjus, Die blühenden Geschlechter d. österr. Uradels, in: Jb. d. Vereinigung kath. Edelleute in Österr. 1931, S. 137-42;
    H. Pirchegger, Die Untersteiermark in d. Gesch. ihrer Herrschaften u. Gülten, Städte u. Märkte, 1962, S. 217 f.;
    H. Wiessner, Burgen um Klagenfurt, Feldkirchen, Völkermarkt, 1965;
    K. F. v. Frank, Standeserhebungen u. Gnadenakte f. d. Dt. Reich u. d. Österr. Erblande bis 1806, IV, 1973, S. 15 u. 188 f.;
    Wurzbach 27;
    Siebmacher 29, 1980, S. 18-21;
    GHdA Fürstl. Häuser XIII, 1987, S. 262-67.

  • Autor/in

    Herbert Knittler
  • Empfohlene Zitierweise

    Knittler, Herbert, "Rosenberg, von" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 58-59 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1081551186.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA