Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Künstler
Konfession
-
Normdaten
GND: 119499134 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rosa
  • Roos
  • Rosa

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Zitierweise

Roos, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119499134.html [20.07.2019].

CC0

  • Leben

    Ursprünglich aus der Pfalz stammend, arbeiteten die R. vom 17. bis ins 19. Jh. über mehrere Generationen in Deutschland, den Niederlanden, Italien und Österreich als Porträt- und Landschaftsmaler, erlangten aber v. a. als Tiermaler Berühmtheit. Gründungsvater war Johann Heinrich (* 29.9.1631 Reipoltskirchen [Pfalz], 3.10.1685 Frankfurt/M.), dessen Familie während des 30jährigen Krieges nach Holland übersiedelte und seit ca. 1640 in Amsterdam lebte. Dort kam er bei verschiedenen Malern in die Lehre (1647–51 bei Guilliam Dujardin, Historie; Cornelis de Brie, Landschaft; Barent Graat, Porträt), doch weit bedeutender und einflußreicher für seine spätere Tätigkeit waren die italianisierenden Landschaften der jungen Maler Nicolas Berchem und Karel Dujardin. Nach ihrem Vorbild führte er das idyllische Hirtenstück, das sich durch die realistische Schilderung von Kühen, Ziegen oder Schafen in röm.-antikisierender Landschaft auszeichnet, in die dt. Barockmalerei ein. 1651/52 verließ Johann Heinrich Holland und wurde nach kurzem Aufenthalt in Mainz am Hof des Lgf. Ernst von Hessen in Rheinfelden tätig. Hier arbeitete er zusammen mit seinem Bruder Theodor (* Sept. 1638 Wesel, 7.6.1687 Frankfurt/M.) als Porträt- und Tiermaler. Während dieser später an verschiedenen Höfen Südwestdeutschlands als Porträtmaler Bedeutung erlangte, ließ sich Johann Heinrich nach kurzzeitigem Aufenthalt als Hofmaler am kurpfälz. Hof in Heidelberg 1667 in Frankfurt/M. nieder, wo er als Tier- und Landschaftsmaler reüssierte.

    Sein Sohn Philipp Peter (Rosa da Tivoli, * 30.8.1657 St. Goar/Niederrhein, 17.1.1706 Rom) ging 1677 mit einem Stipendium des Lgf. Ernst von Hessen-Kassel zum Studium nach Rom, wo er seit 1691 hauptsächlich lebte. Nach dem Vorbild des Vaters widmete er sich ausschließlich der Schilderung von Kühen, Ziegen, Schafen oder Hunden und ihrer Hirten in der röm. Campagna. Den Vordergrund nehmen die Tiere ein (meist mit Blick auf den Betrachter), die Landschaften und Wolkenformationen bleiben in der Regel undeutlich (Gelbes Pferd in ital. Landschaft, 1690/95, Braunschweig, Hzg. Anton Ulrich-Mus.; Ital. Landschaft mit Ruinen, um 1700, Hannover, Landesmus.). Im Gegensatz zur detaillierten Darstellungsweise seines Vaters bevorzugte Philipp Peter eine kraftvollere Pinselführung, die v. a. von ital. Malern wie Salvator Rosa und Gaspard Dughet beeinflußt ist.

    Sein jüngerer Bruder Johann Melchior (* 27.12.1663 Heidelberg, 1731) begab sich nach der Unterweisung in der Tiermalerei durch den Vater spätestens 1684 auf eine etwa 10jährige Wanderschaft durch Holland und Italien, wo er vermutlich bei seinem Bruder arbeitete. Nach Deutschland zurückgekehrt, war er zunächst bis um 1720 in Frankfurt/M. ansässig, und dabei auch eine Zeitlang für den Bamberger Fürstbf. Lothar Franz v. Schönborn tätig, bei dem er sich aufgrund seiner seltenen Arbeiten den wenig schmeichelhaften Beinamen „Samstags-Roos“ erwarb. Sein eigentliches Talent entfaltete er nicht auf dem Gebiet der Hirtenidylle; vielmehr malte er neben Porträts Tiere des Waldes wie Rehe, Hirsche oder Wildschweine, aber auch exotische Tiere in der Tradition Paulus Potters (Bärenjagd, 1714, Pommersfelden, Schloß Weißenstein; Kampf zw. Löwen u. Tigern, 1722, Braunschweig, Hzg. Anton Ulrich-Mus.).

    Der letzte bedeutende Vertreter der Familie war Joseph (* 9.10.1726 Wien, 25.8.1805 ebd.), ein Enkel des Philipp Peter. Nach Lehrjahren bei seinem Vater Cajetan (* 1690 Rom, 16.7.1770 Wien) und an der Wiener Akademie war er zunächst an den Höfen in Dresden und Berlin tätig. 1760-69 schuf er für Schloß Schönbrunn in Wien 15 großformatige Landschaften, in denen er die italianisierenden Landschaften in der Art seines Urgroßvaters Johann Heinrich mit Wasserfällen, Felsen und Baumgruppen bereicherte. Zwischenzeitlich zum „kursächs. Hofmaler in Dresden“ und 1765 zum Professor der dortigen Akademie berufen, entstanden die meisten seiner Tier- und Landschaftsgemälde bis 1772, als Joseph sein Engagement an der Akademie beendete. Er kehrte nach Wien zurück, wo er, zum Direktor der ksl. Gemäldegalerie bestellt, nur noch gelegentlich malte.

  • Literatur

    M. Jarchow, R., Eine dt. Künstlerfam. d. 17. Jh., Ausst.kat. Berlin 1986;
    ThB: Dict. of Art.;
    zu Johann Heinrich:
    ADB 29;
    H. Jedding, Der Tiermaler J. H. R. (1631-1685), 1955;
    ders., J. H. R., Werke e. Pfälzer Tiermalerfam. in d. Galerien Europas, 1998;
    Der Tiermaler J. H. R. 1631-1685, Gem. – Zeichnungen – Druckgraphik, Zum 300. Todestag, Ausst.kat. Kaiserslautern 1985;
    Frankfurter Biogr. (P); – zu Theodor, Philipp Peter, Johann Melchior:
    ADB 53;
    zu Joseph:
    Wurzbach 26.

  • Portraits

    zu Johann Heinrich: Selbstbildnis, Öl/Lwd., 1682 (Braunschweig, Hzg. Anton Ulrich-Mus.), Abb. in: R. Klessmann (Hg.), Selbstbildnisse u. Künstlerporträts, Ausst.kat. Wolfenbüttel 1980, S. 57;
    zu Philipp Peter:
    Kupf. v. J. H. Wicker, um|1750;
    zu Johann Melchior:
    Schabkunstbl. v. J. G. Seiller, 1689 (beide Frankfurt/M., Hist. Mus.);
    zu Joseph:
    Radierung v. C. Feiner, 1789 (Wien, Österr. Nat.bibl.);
    Öl/Lwd. v. M. Knoller, 1791 (Wien, Österr. Gal.).

  • Autor/in

    Peter Prange
  • Empfohlene Zitierweise

    Prange, Peter, "Roos" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 32-33 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119499134.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA