Lebensdaten
1834 bis 1919
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Zoologe ; Ichthyologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139157395 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Steindachner, Franz

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Zitierweise

Steindachner, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139157395.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Xaver (* 1802), Hof-, Wund- u. Geburtsarzt, S e. Gastwirts in Rosenfeld b. Melk;
    M Anna Grienauer (* 1803), aus W.;
    2 Schw u. a. Anna, Barbara ( Anton Gerstner, seit 1847 Hofzuckerbäcker in W.), beide Schw führten S.s Haushalt; – wohl ledig.

  • Leben

    Nach Absolvieren des Schottengymnasiums in Wien studierte S. Jura und Naturwissenschaften an der Univ. Wien. Er besuchte Vorlesungen bei dem Anatomen Carl Joseph Hyrtl (1810–94), den Botanikern Eduard Fenzl (1808–79) und Franz Unger (1800–70), dem Fischspezialisten Rudolf Kner (1810–|69) sowie dem Paläontologen und Geologen Eduard Sueß (1831–1914), der ihn anregte, sich zunächst den fossilen Fischen und dann der Ichthyologie überhaupt zuzuwenden. Anscheinend ohne formellen Universitätsabschluß (aber in der Literatur stets als Dr. bezeichnet) trat S. 1857 in das Hofnaturalienkabinett ein, wo er zwei Jahre ohne Bezahlung arbeitete. 1861 wurde er zum Assistenten, 1869 zum Kustos, 1876 zum Leiter der Zoologischen Abteilung und 1898 schließlich zum Intendanten des Naturhistorischen Hofmuseums ernannt. S. gab 1864–69 auf Reisen in West- und Südwesteuropa, auf die Kanarischen Inseln und in den Senegal 20 000 fl. aus seinem Privatvermögen für den Ankauf von Fischen aus. Von seiner Expedition 1868/69 nach „Senegambia“ kehrte er schwer krank zurück.

    Auf Einladung von Louis Jean Rodolphe Agassiz (1807–73) bearbeitete S. in Cambridge (Mass.) die Fischausbeute der Brasilienexpedition Nathaniel Thayers und nahm an einer Forschungsreise rund um Süd- und Mittelamerika (von Boston nach San Francisco) 1870–73 teil. Das Angebot, als Professor in Cambridge zu bleiben, schlug S. aus und kehrte mit ca. 100 000 präparierten Fischen nach Wien zurück. 1874 besuchte er Museen in Deutschland, Skandinavien und Osteuropa. An fünf Forschungsreisen der österr. Kriegsmarine im Mittelmeer und im Roten Meer 1891–97 nahm er zumeist als wiss. Leiter teil. Im Alter von 69 Jahren reiste S. 1903 im Auftrag der Österr. Akademie der Wissenschaften nach Brasilien. Von seinen Expeditionen brachte er stets auch Pflanzen, Mineralien und anthropologisch-ethnographische Objekte mit. 1884–86 leitete er die Übersiedlung der ichthyologischen und der herpetologischen Sammlung aus dem Naturalienkabinett in das neu erbaute Naturhistorische Hofmuseum. S. war einer der hervorragendsten Spezialisten für Ichthyologie seiner Zeit. Er veröffentlichte mehr als 200 ichthyologische und 52 herpetologische Arbeiten und beschrieb weltweit über 1000 neue rezente und fossile Fischarten sowie über 150 neue Arten von Amphibien und Reptilien.

  • Auszeichnungen

    A Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (korr. 1867, o. 1875) u. d. Leopoldina (1892), d. Soc. d. Acclimatisation, Paris, u. d. Zool.-botan. Ges., Wien; Rr.kreuz d. Franz-Joseph-Ordens (1867); Komturkreuz d. sächs. Albrechtsordens; bayer. Verdienstorden v. Hl. Michael III. Kl.; montenegrin. Danilo-Orden III. Kl.; Reg.rat (1884); Orden d. eisernen Krone III. Kl. (1885); HR (1889); Ehrenmitgl. d. California Ac. of Science (1903); Österr.-Ungar. Ehrenzeichen f. Kunst u. Wiss. (1903); russ. Stanislaus-Orden II. Kl mit Stern (1903); Gr.offz.kreuz d. Ordens d. rumän. Krone (1904); – Benennung v. Fischgattungen Steindachneria u. Steindachneridion; Tintenfischart Abralia steindachneri; Weichschildkrötenart Palea steindachneri; westaustral. Schlangenhalsschildkrötenart Chelodina steindachneri.

  • Werke

    Btrr. z. Kenntnis d. Sciaenoiden u. d. Cyprinodonten Mexikos, in: SB d. Ak.d. Wiss. Wien, math.naturwiss. Kl. 48, 1863, S. 162–85;
    Die Meeresfische aus China, ebd. 56, 1867, S. 585–92;
    Zur Fischfauna d. Senegal, ebd. 60, 1869, S. 669–714 u. 945–95, ebd. 61, 1870, S. 533–83;
    Die Süßwasserfische d. südöstl. Brasiliens, ebd. 70, 1874, S. 355–90, ebd. 74, 1876, S. 559–694, ebd. 76, 1877, S. 217–30;
    Reise d. österr. Fregatte Novara um d. Erde 1857–59, Zool. T., II: Amphibien u. III: Reptilien, 1867;
    Die Schlangen u. Eidechsen d. Galapagos Inseln, in: FS d. Zool.-botan. Ges. Wien 5, 1876, S. 303–30;
    Fische aus Südarabien u. Sokotra, in: Denkschrr. d. Ak. d. Wiss Wien, math.-naturwiss. Kl. 72, 1902, S. 89–148.

  • Literatur

    K. Grobben, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 70, 1920, S. 114–17;
    P. Kähsbauer, Intendant F. S., sein Leben u. Werk, in: Ann. d. Naturhist. Mus. in Wien 63, 1959, S. 1–30 (W-Verz., P);
    K. Böhme, Briefe F. S.s v. d. Brasilien-Expedition 1903, ebd. 98 B, 1996, S. 545–68;
    G. Schefbeck, Die österr.-ungar. Tiefsee-Expeditionen 1890–98, 1991, S. 292 ff. (P);
    B. Herzig-Staschil, F. S. and other Prime Contributors to the Ichthyological Collection of the Naturhist. Mus. Wien, in: Collection Building in Ichthyology and Herpetology, hg. v. Th. W. Pietsch u. W. D. Anderson, 1997, S. 101–08;
    Ch. Riedl-Dorn u. J. Seidl, Zur Slg.- u. Forsch.gesch. e. Wiener naturwiss. Institution, in: Mitt. d. Österr. Ges. f. Wiss.gesch. 21 (2001), 2003, S. 17–49 (P);
    Ch. Riedl-Dorn, Das Haus d. Wunder, Zur Gesch. d. Naturhist. Mus. Wien, 1998, S. 211–14 u. ö.;
    dies., Briefe v. Anton F. Dohrn im Naturhist. Mus. Wien, in: Verhh. z. Gesch. u. Theorie d. Biol. 11, 2005, S. 109–22;
    Wurzbach;
    ÖBL;
    Qu
    Reisetagebücher, Teilnachlaß im Naturhist. Mus. Wien.

  • Portraits

    Ölgem. v. J. Engelhart, 1911 (Wien, Naturhist. Mus.);
    Foto, Abb. in: Ann. d. Naturhist. Mus. in Wien 63, 1959, Tafel 1.

  • Autor/in

    Christa Riedl-Dorn
  • Empfohlene Zitierweise

    Riedl-Dorn, Christa, "Steindachner, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 171-172 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139157395.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA