Lebensdaten
um 1005 – vermutlich 1056
Beruf/Funktion
Chronist ; Domherr
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 10093658X | OGND | VIAF: 7741839
Namensvarianten
  • Anselm von Lüttich
  • Anselmus, Leodiensis
  • Anselm, von Lüttich
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Zitierweise

Anselm von Lüttich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd10093658X.html [12.06.2024].

CC0

  • Biographie

    A., über dessen Leben wir wenig wissen, wurde wahrscheinlich in den letzten Jahren Bischof Notkers von Lüttich (972–1008) als Sohn eines Adligen im kölnischen Raum geboren. Durch die Vermittlung Poppos von Stablo kam er nach Lüttich, wo er 1041 Kanonikus wurde. Er besaß die Freundschaft Wazos, sowie die von dessen Nachfolger Dietwin, den er 1053-54, inzwischen Dekan von St. Lambert, auf einer Romfahrt begleitete. Von beiden Bischöfen zu Aufgaben innerhalb des Bistums herangezogen, gewann er wegen seiner Gelehrsamkeit und seines lauteren Charakters allgemeines Ansehen. Noch vor 1053 schrieb er auf Veranlassung seiner Patentante Ida, Äbtissin von St. Cäcilia in Köln, die Gesta episcoporum Leodiensium, die er 1056 Erzbischof Anno von Köln aus Anlaß der Inthronisation widmete. Das von A. nicht ganz vollendete Werk wurde kurz nach seinem Tod von einem Unbekannten herausgegeben. Das erste Buch der Gesta schließt die Geschichte Herigers von Laubach ab, das zweite, das die Zeit Wazos umfaßt, ist völlig selbständig, geht über eine rein landesgeschichtliche Betrachtungsweise hinaus und gehört formal und inhaltlich zu den bedeutendsten historiographischen Leistungen seiner Zeit.

  • Werke

    Gesta episcoporum Leodiensium, hrsg. v. R. Koepke, in: MGH SS VII, S. 189 ff.

  • Literatur

    ADB I;
    R. Koepke, in: MGH SS VII, S. 134 ff.;
    R. Gorgas, Üb. d. kürzeren Text v. A.s Gesta episcoporum Leodiensium, Diss. Halle 1890;
    S. Balau, Les Sources de l'Hist. de Liège, Brüssel 1903, S. 162-72;
    H. Sproemberg, Die Bischöfe v. Lüttich im 11. Jh., Diss. Berlin 1914, S. 14 ff.: Manitius II, S. 372-75;
    R. Huysmans, Wazo v. Luik in den ideestryd zynen dagen, Nymwegen-Utrecht 1932;
    E. de Moreau, Hist. de l'Eglise en Belgique I, Brüssel 1940, S. 303 f.;
    Wattenbach-Holzmann I, S. 147 f.;
    Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques III, 1924;
    LThK.

  • Autor/in

    Franz-Josef Schmale
  • Zitierweise

    Schmale, Franz-Josef, "Anselm von Lüttich" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 311 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10093658X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Anselm von Lüttich: ein Domherr der Lütticher Kirche, über dessen Leben nichts bekannt ist. Er vollendete um 1052 die angefangene Lütticher Bisthumsgeschichte von Heriger und führte sie in einfach klarer Darstellung bis auf die Zeit des Bischofs Wazo (1041—1048), von dem es mit Recht hieß, daß Lüttich seines Gleichen nie wieder sehen werde. Lüttich stand gerade in der von A. geschilderten Zeit durch den hohen Ruhm seiner Schulen an der Spitze der wissenschaftlichen Thätigkeit, und dadurch erhält die liebevolle und einsichtige Darstellung Anselm's einen vorzüglich hohen Werth. Seine „Gesta episcoporum Leodiensium“ sind neu herausgegeben von A. Koepke, Mon. Germ. ss. VII. 189—234.

  • Autor/in

    Wattenbach.
  • Zitierweise

    Wattenbach, Wilhelm, "Anselm von Lüttich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 479 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10093658X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA