Lebensdaten
1899 – 1989
Geburtsort
Magdeburg
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Schriftstellerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118600540 | OGND | VIAF: 7431902
Namensvarianten
  • Barnick, Erna (eigentlich)
  • Barnick, Erna Johanna Marie
  • Gertruda Friedrichowa (Pseudonym)
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Zitierweise

Richter, Trude, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118600540.html [25.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Friedrich Barnick ( nicht vor 1941), Oberpostsekr. in M., S e. Tabakspinners;
    M Eva Franziska Emma Middel; Lebensgefährte Hans Günther (1899–1938).

  • Biographie

    Nach dem Besuch des Lyzeums und Lehrerinnenseminars in Magdeburg sammelte R. nach dem 1. Weltkrieg erste Berufserfahrungen. Es folgte ein Studium der Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Berlin und Frankfurt/M. Seit 1926 war sie als Studienassessorin hier und schließlich wieder in Berlin tätig. Seit 1931 KPD-Mitglied, wurde R. ein Jahr später 1. Sekretärin des „Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller Deutschlands“ (BPRSD). Als die Gestapo sie zu beschatten begann, emigrierte sie im April 1934 mit ihrem Lebensgefährten Hans Günther nach Moskau und unterrichtete am „Moskauer Fremdspracheninstitut“. Im Nov. 1936 wurden beide wegen „konterrevolutionärer, trotzkistischer Tätigkeit“ verhaftet und ohne Prozeß von einem Schnellgericht zu fünf Jahren Straflager verurteilt, die R. u. a. in der Region Kolyma verbringen mußte. 1946 wurde sie entlassen, durfte sich jedoch nur in Magadan (Ostsibirien) ansiedeln. 1949 „verschickte“ man sie „zur ewigen Verbannung“ nach Ust-Omchug. Erst nach dem XX. Parteitag der KPdSU wurde sie, wie zahlreiche andere Opfer stalinistischer Willkür, 1956 rehabilitiert. Auf Betreiben Anna Seghers' übersiedelte sie in die DDR und trat ein Jahr später der SED bei. Bis 1966 lehrte R. als Dozentin am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig.

    Im Ruhestand widmete sie sich ihren Memoiren. Der erste Band ihrer Erinnerungen, „Die Plakette, Vom großen und kleinen Werden“ (1972), reicht bis 1936. Die ausführlichen Schilderungen ihrer Erlebnisse im GULag und in der Verbannung, „Totgesagt, Erinnerungen“ (1990), konnten erst nach der Wende postum erscheinen. Damit hinterließ R. einen der wenigen Lebensberichte über die stalinistischen Verfolgungswellen gegen dt. Emigranten in der Sowjetunion, der den gesamten Zeitraum zwischen 1936 und 1956 umfaßt.|

  • Auszeichnungen

    VVO in Silber u. Gold;
    Banner d. Arbeit;
    Johannes-R.-Becher-Medaille;
    Stern d. Völkerfreundschaft.

  • Werke

    Erna Barnick (Hg.), Das Volksbuch v. Barbarossa u. Geschichten v. Ks. Friedrich d. Anderen, 1925; Erna Barnick, Ks. Barbarossa in d. Gesch., Den alten Qu. nacherz., 1926; Erna Barnick, Die bildende Kunst im Rahmen d. Dt.kde, 1927 (Diss.); Das Glück des Bitteren, Reise durch d. Lit., Essays, 1969; Zw. Moskau u. Leipzig, Gespräch mit Dr. T. R., in: Neue dt. Lit. 18, 1970, H. 6, S. 126-29; Die Plakette, Vom gr. u. kl. Werden, Autobiogr., 1972; Totgesagt, Autobiogr., Mit Nachbemm. v. E. Schulz-Semrau u. Helmut Richter, 1990; - Bibliogr.: U. Kiehl, Die Lit. im Bez. Leipzig 1945-1990, 2002, S. 526-28 (Biogramm, S. 525 f.). |

  • Nachlass

    Nachlaß: Stiftung Archive d. Parteien u. Massenorganisationen d. ehem. DDR b. BA (SAPMO), Berlin (Zentrales Parteiarchiv d. SED (ZPA), Erinnerungen [Typoskript], 1964 u. 1977); Stadtbibl. Leipzig.

  • Literatur

    D. Pike, Dt. Schriftst. im sowjet. Exil 1933-1945, 1981;
    H. Weber, „Weiße Flecken“ in d. Gesch., Die KPD-Opfer d. Stalinschen Säuberungen u. ihre Rehabilitierung, ²1990;
    Inst. z. Gesch. d. Arbeiterbewegung (Hg.), In d. Fängen d. NKWD, Dt. Opfer d. stalinist. Terrors in d. UdSSR, 1991, S. 185 f.;
    S. Hilzinger, „Ich hatte nur zu schweigen“, Strategien d. Bewältigens u. d. Verdrängens d. Erfahrung, Exil in d. Sowjetunion, am Beispiel autobiograph. Texte, in: Exilforsch. 11, 1993, S. 31-52;
    Kürschner, Lit.-Kal., Nekr. 1971–98, 1999;
    Wer war wer in d. DDR?, 2000;
    Kosch, Lit.-Lex.³;
    Biogr. Hdb. SBZ/DDR;
    Lex. sozialist. Lit.;
    Killy;
    Albrecht-Dahlke IV/2, 632.

  • Autor/in

    Karin Hartewig
  • Zitierweise

    Hartewig, Karin, "Richter, Trude" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 538-539 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118600540.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA