Lebensdaten
gestorben 1178
Beruf/Funktion
Bischof von Brixen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139135146 | OGND | VIAF: 100439323
Namensvarianten
  • Richer von Hohenburg
  • Richer, von Hohenburg
  • Hohenburg, Richer von

Orte

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Zitierweise

Richer von Hohenburg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139135146.html [29.11.2020].

CC0

  • Leben

    Vor seiner Erhebung zum Brixner Oberhirten gehörte R. als custos und scholasticus dem Brixner Domkapitel an. Gelegentlich führte er auch den Titel eines magister; möglicherweise bekleidete er auch die Würde eines Domdekans von Brixen und eines Propstes von Innichen. Er stand ferner als rector dem Hl. Kreuzspital in Brixen vor, das er gegründet und mit Eigengütern ausgestattet hatte, und für das Papst Hadrian IV. 1157 ein Schutzprivileg ausstellte. Papst Alexander III. bezeichnete R. als Freund und vertrauten Studienkollegen. Das Interesse des Bischofs für kanonistische Texte ist bezeugt. Auf einem Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen Ks. Friedrich I. und Papst Alexander III. wurde R. auf dem Reichstag zu Regensburg im Mai 1174 zum Bischof von Brixen erhoben. Die Bischofsweihe empfing er aus den Händen Bf. Heinrichs von Gurk. Ebf. Adalbert von Salzburg (1145/46-1200), der zuständige Metropolit, protestierte als überzeugter Alexandriner gegen die Weihe R.s. Dieser verkündete seinerseits in Regensburg das Urteil über die auf dem Reichstag beschlossene Absetzung Adalberts, und wirkte als Suffragan maßgeblich mit an der Erhebung des neuen Salzburger Erzbischofs, des Propstes Heinrich von Berchtesgaden. Mit dieser dem Kaiser treu ergebenen Haltung geriet R. in scharfen Gegensatz zu Papst Alexander III., doch gelang es ihm noch vor der endgültigen Aussöhnung zwischen Friedrich I. und dem Papst im Frieden von Venedig (Juli/August 1177), sich wieder an den einstigen Studienfreund anzunähern: Alexander bestätigte im April 1177 die Errichtung des Hl.-Kreuzspitals in Brixen, wobei R. ausdrücklich als Bischof und Gründer dieser Institution Erwähnung fand. Dieser dürfte sich damals persönlich zum Papst nach Ferrara begeben haben; er wird in weiteren damals ausgestellten Privilegien Alexanders III. als Fürsprecher genannt. R. nahm als Suffragan noch im Feb. 1178 an der Salzburger Provinzialsynode von Hohenau teil, legte dann aber aus Altersgründen (?) zugunsten Heinrichs von Berchtesgaden seine bfl. Würde zurück, nachdem dieser im Zuge des Ausgleichs zwischen Papst und Kaiser auf das Salzburger Erzbistum hatte verzichten müssen. – 1174 wurde die Bischofsstadt Brixen von einer verheerenden Brandkatastrophe heimgesucht, der auch der Dom zum Opfer fiel. R. begann mit dem Wiederaufbau. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Kapelle des von ihm reich begabten Hl. Kreuzspitals.

  • Literatur

    L. Santifaller, Das Brixner Domkapitel in seiner persönl. Zus.setzung im MA, 1924, S. 435;
    A. Sparber, Die Brixner Fürstbischöfe im MA, 1968, S. 68-71;
    W. Stelzer, Gel. Recht in Österr., in: MIÖG, Erg.bd. 26, 1982, S. 48;
    J. Gelmi, Die Brixner Bischöfe in d. Gesch. Tirols, 1984, S. 60. |

  • Quellen

    Qu Die Traditionsbücher d. Hochstifts Brixen, hg. v. O. Redlich, 1886, S. 180 f.; Die Urkk. d. Brixner Hochstifts-Archive 845-1295, hg. v. L. Santifaller, 1929, S. 43-52.

  • Autor/in

    Josef Riedmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Riedmann, Josef, "Richer von Hohenburg" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 513 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139135146.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA