Lebensdaten
1864 bis 1932
Geburtsort
Gramzow (Kreis Angermünde, Uckermark)
Sterbeort
Bayrischzell
Beruf/Funktion
Elektrotechniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 126813884 | OGND | VIAF: 30540463
Namensvarianten
  • Remané, Hermann
  • remane, hermann
  • Remané, Hermann

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Zitierweise

Remané, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd126813884.html [23.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V August ( 1878?), Schuhmachermeister;
    M Luise Lepke;
    N. N.;
    2 K.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Dorfschule in Gramzow besuchte R. noch ein halbes Jahr eine Gemeindeschule in Berlin, wohin die Mutter 1878 mit den vier Kindern gezogen war. Anschließend verdingte er sich als Laufbursche und wurde 1879 Arbeiter bei einer Goldleisten-Grundieranstalt. Nach Feierabend besuchte er eine Fortbildungsschule, wo er sich grundlegende Kenntnisse auf dem Gebiet der Elektrizitätslehre erwarb, 1881-87 eine Handwerker-Schule. Seinen Lebensunterhalt verdiente er in verschiedenen Betrieben, ehe er Ende 1882 als Hilfsarbeiter bei „Siemens & Halske“ (S & H) in Berlin eintrat, wo er mit der Glühlampenfertigung in Kontakt kam, die seinen weiteren Lebensweg entscheidend prägen sollte. Mit Hilfe eines Stiftungsstipendiums der Berliner Gewerbeausstellung von 1879 konnte R. 1887 ein Semester lang eine Tages-Fachschule für Mechaniker besuchen. Seit 1889 war er als Zeichner bei S & H fest angestellt.

    Der Ausbau der Fabrikgebäude von S & H an der Charlottenstraße speziell für die Glühlampenfertigung geschah 1888/89 unter maßgeblicher Beteiligung R.s. Mehr und mehr wurde ihm die technische Leitung der ständig erweiterten Fabrikation übertragen, die unter seiner Mitwirkung laufend verbessert wurde. R. bemühte sich darum, die gebräuchliche Kohlefaden-Glühlampe zu verbessern und die Kohlefäden durch verschiedene schwerschmelzende Metalle zu ersetzen. Seit 1896 wurde im Laboratorium des Glühlampenwerkes von S & H dieses Gebiet auf wiss. Grundlage von Werner Bolton (1868–1912) bearbeitet. 1899 ging eine nach R.s Vorgaben gebaute Glühlampenfabrik an der Charlottenburger Helmholtzstraße in Betrieb.

    1901 trat R. als Oberingenieur zur Dt. Gasglühlicht AG (DGA, Auer-Ges.) über, wo man nunmehr auch die Entwicklung und Fertigung von Metallfaden-Glühlampen betrieb. Während bei S & H die von Bolton entwickelte Tantallampe 1904 zur Fertigungsreife geführt und seit 1905 in großen Stückzahlen verkauft wurde, konzentrierten sich R. und seine Mitarbeiter auf die Osmiumlampe Auer-Oslampe, wobei sie auf Carl Auer v. Welsbachs (1858–1929) grundlegende Versuche seit 1895 zurückgreifen konnten. Aufgrund der Seltenheit von Osmium untersuchte R. seit 1903 das Wolfram und schloß 1905 die Entwicklung der Glühlampe mit Wolfram-Metallfaden ab, die seit Herbst 1905 serienmäßig hergestellt wurde („Osram-Lampe“, Wortbildung aus Osmium u. Wolfram). Diese Bezeichnung wurde 1906 als Warenzeichen eingetragen und fand Eingang in den Firmennamen der 1919 gegründeten „Osram GmbH KG“, einer Fusion der Glühlampenfabriken von AEG, Auer-Gesellschaft und S & H. Damit war der Siegeszug der Glühlampe mit Wolframfaden (seit 1911 mit gezogenem Wolframdraht) eingeleitet, die anfangs einen spezifischen Energieverbrauch von etwa einem Watt pro Hefnerkerze hatte. 1913 konnten R. und seine Mitarbeiter eine mit inertem Gas gefüllte „Halbwatt-Lampe“ entwickeln. Seit 1910 hatte R. die Fabrikleitung in allen technischen Fragen inne, auch für ausländische Fertigungen, seit 1919 war er Leiter der Fabrikation von Osram-Lampen bei der Schweizer Auer-Gesellschaft in der Nähe von Winterthur und Beirat der Berliner Osram-Gesellschaft; 1930 trat er in den Ruhestand.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Berlin-Charlottenburg 1920).

  • Werke

    u. a. Btr. z. Klärung d. Frage betr. d. künftige Entwicklung d. einwattigen Lampe u. d. elektr. Beleuchtung, in: Elektrotechn. Zs. 29, 1908, S. 583-86;
    Vergleich v. Betriebskosten kl. Bogenlampen u. hochkerziger Osramlampen, ebd. S. 804-09;
    Einfluß v. Spannungsüberschreitungen auf d. Lebensdauer v. Metallfaden-Glühlampen, ebd. S. 853-57;
    Die Osram-Drahtlampe, in: Die Welt d. Technik 75, 1913, Nr. 7, S. 130-34;
    Die Osram-Halbwatt-Lampe, ebd. Nr. 24, S. 467-70.

  • Literatur

    H. Krumbeck, Der prakt. Maschinen-Konstrukteur u. Fertigungsingenieur 58, 1925, S. 43 f. (P);
    ders., Zur Erinnerung an H. R., Erlebtes u. Erlauschtes, in: Soram-Nachrr. 14, 1932, S. 50-53 (P);
    ders., H. R., Vom Arbeitsburschen z. Ehrendoktor, ebd. 15, 1933, S. 62 f., 86-88, 107-10, 121-23, 141-43 (P);
    F. Blau, Von Kindern, Tieren, Maschinen u. Phosphor, ebd. 8, 1926, S. 17 f. (P);
    K. Neumann, Erinnerungen aus d. Zeit d. Osmiumlampe, ebd. S. 15;
    Die Entstehung d. kaufmänn. Fabrikorganisation, ebd. 18, 1936 (Sonderh.), S. 14;
    Die Pionierzeit d. Osram-Lampe. ebd. 33, 1956 (Sondern.), S. 1-5;
    Zur Erinnerung an d. Pioniere d. Osram-Lampe 1906, ebd. S. 16-18;
    A. Hasenbein, 50 J. Osram, Die Gesch. e. Weltunternehmens, ebd. 46, 1969, S. 3-13 (P);
    Schweizer. Techn. Zs. 7, 1932, S. 265 (P);
    Elektrotechn. Zs. 53, 1932, S. 326 (P);
    Lex. Elektrotechniker.

  • Autor/in

    Lothar Schoen
  • Empfohlene Zitierweise

    Schoen, Lothar, "Remané, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 413-414 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd126813884.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA