Lebensdaten
1928 bis 1999
Geburtsort
Würzburg
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
Endokrinologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139898530 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Reinwein, Dankwart
  • Reinwein, D.

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Zitierweise

Reinwein, Dankwart, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139898530.html [20.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Helmuth (1895–1966), aus Dudendorf (Meckl.), 1931 ao. Prof. in W., 1934 Chefarzt d. Inneren Abt. d. Henriettenstifts in Hannover, 1934 o. öff. Prof. u. Dir. d. Med. u. Nervenklinik d. Univ. Gießen, 1942-62 o. öff. Prof. f. Innere Med. in Kiel, Dir. d. Med. Univ.klinik u. Poliklinik ebd., Mitgl. d. Leopoldina (s. Pogg. VI; Kürschner, Gel.-Kal. 1966, W);
    M Elisabeth R. Hefter (1896–1988);
    Ina Jaegers (* 1930), Ärztin;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    R. studierte in Kiel, Freiburg und Marburg, wo er bei Manfred Kiese 1952 mit einer Arbeit über „Die Reaktion des mit Gallensäure gelösten sauerstoffübertragenden Ferments mit Cytochrom C und Sauerstoff“ promoviert wurde. 1953-56 war er Assistent bei dem Biochemiker Feodor Lynen am Institut für Biochemie der Univ. München und am MPI für Zellchemie (Lynen war seit 1954 Leiter des MPI). Hier führte R. Studien zum Coenzym A und der Regulation von Fettsäuren durch. 1956/57 war er Fellow am Department of Physiology der Vanderbilt Univ. in Nashville (Tennessee) bei Rollo Park. Hier arbeitete er am Glukosetransport durch Zellmembranen von Erythrozyten und Muskelzellen sowie am durchströmten isolierten Herzen und in der Leber. 1964/65 folgte ein weiterer Forschungsaufenthalt am National Institute of Health in Bethesda (Maryland) bei J. E. Rall. Arbeitsgebiete waren hier die Dejodierung von Schilddrüsenhormonen in vitro und die Charakterisierung von Reaktionsmechanismen bei der Jodierung. Seine klinische Ausbildung erhielt R. an der 2. Med. Klinik der damaligen Medizinischen Akademie (später Univ.) Düsseldorf bei Karl Oberdisse (1957–64, 1965-72), wo er zuletzt als Oberarzt tätig war. In dieser Zeit arbeitete er über die Dejodierung von Thyroxin, die Jodidbestimmung im Blut, und die autoregulatorischen Wirkungen von Jod bei der Hyperthyreose. Klinischer Schwerpunkt war die Radiojodtherapie der Hyperthyreose, für die Düsseldorf damals eines der wenigen Behandlungszentren darstellte.

    1973 wurde R. auf den Lehrstuhl für Klinische Endokrinologie in der Med. Klinik der neu gegründeten Univ. Essen (Gesamthochschule) berufen und baute ein klinisches und wiss. Hormonlabor sowie eine endokrinologische Ambulanz auf, die sich – in enger Zusammenarbeit mit Nachbardisziplinen – zu einem überregionalen Zentrum für hormonelle Erkrankungen entwickelte. Sein wiss. Interesse galt in dieser Zeit den verschiedenen Formen der Hyperthyreose in Europa (Durchführung e. multinat. Studie mit Herausarbeitung d. Charakteristika von immunogenen u. nicht-immunogenen Hyperthyreosen) sowie der thyreostatischen Therapie (Durchführung e. multinat. Therapiestudie, die u. a. nachwies, daß d. erzielbaren Therapieresultate von d. Therapiedosis unabhängig sind, u. d. e. Signal f. d. Verwendung möglichst niedriger Dosen dieser potentiell toxischen Medikamente setzte). Eine wesentliche Erkenntnis dieser Studien war, daß die Jodversorgung in Europa einen entscheidenden Faktor für die Verteilung der Hyperthyreoseformen darstellt, und daß sie gleichzeitig das Ansprechen auf die thyreostatische Therapie direkt negativ beeinflußt. Ein weiterer Schwerpunkt war das Schilddrüsenkarzinom; R. initiierte den Aufbau eines Schilddrüsenkarzinomregisters zur Untersuchung von Frühsymptomen und Prognose und arbeitete über die Erstsymptome des Karzinoms und über die medikamentöse Therapie, einschließlich der Chemotherapie. Darüberhinaus initiierte er in seiner Abteilung die praktische und wiss. Arbeit in anderen Gebieten der Endokrinologie, insbesondere den Krankheiten der Hypophyse, der Nebennieren, der Nebenschilddrüsen und Gonaden.

    R. war Gründungsmitglied der Sektion „Schilddrüse“ der Dt. Gesellschaft für Endokrinologie, später Sprecher dieser Sektion und Mitglied des Beirats. Als solcher war er maßgeblich an der offiziellen Klassifikation der Schilddrüsenkrankheiten und an der Entwicklung von Leitlinien für die Schilddrüsendiagnostik und -therapie beteiligt.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Rhein.-Westfäl. Ges. f. Innere Med. (1981 Vors.), d. American Thyroid Association, d. European Thyroid Association u. d. Dt. Ges. f. Innere Med.; Vors. zahlr. internat. Kongresse u. Symposien, u. a. „Diminished thyroid hormone formation“ (Hamburg 1981), „Regulation of thyroid function“ (Düsseldorf 1975), „Treatment of endemic and sporadic goiter“ (Budapest 1984) u. „The various forms of hyperthyroidism“ (Düsseldorf 1988).

  • Werke

    (754 Originalarbb.) u. a. Ergebnisse e. Radiojodtherapie d. Hyperthyreose mit u. ohne Intervalltherapie, in: Dt. Med. Wschr. 93, 1968, S. 2314-18 (mit F. A. Horster, E. Klein, K. Oberdisse);
    Hypothyreoserisiko nach fraktionierter Radiojodtherapie, ebd. 98, 1973, S. 1789-95 (mit D. Schaps, H. Berger, K. Hackenberg et al.);
    Erstsymptome b. Schilddrüsenmalignomen, Einfluß v. Alter u. Geschl. in e. Jodmangelgebiet, ebd. 114, 1989, S. 775-82 (mit G. Benker, R. Windeck, F. W. Eigler u. a.);
    Pharmacokinetics of antithyroid drugs, in: Klein. Wschr. 60, 1982;
    S. 531-39 (mit G. Benker);
    Checkliste Endokrinol. u. Stoffwechsel, 1982, 42000, Klin. Endokrinol. u. Diabetol., 21992;
    Hyperthyroidism in Europe, clinical and laboratory data of a prospective multicentric survey, in: Journal of Endocrinological Investigation 9, 1986, Suppl. 2, S. 1-36 (mit G. Benker, M. P. König, A. Pinchera u. a.);
    A prospective randomized trial of antithyroid drug dose in Graves' disease therapy, in: Journal of Clinical Endocrinology 76, 1993, S. 1516-21 (mit G. Benker, J. H. Lazarus, W. D. Alexander);
    Is there a methimazole dose effect on remission rate in Graves' disease?, Results from a long-term prospective study, in: Clinical Endocrinology 49, 1998, S. 451-57 (mit G. Benker u. a.);
    zu Helmuth:
    K.-H. Geißler, Personalbibliogrr. v. o. u. ao. Professoren u. Dozenten d. Med. Klinik an d. Univ. Würzburg im ungefähren Zeitraum v. 1900-1945, Diss. Erlangen-Nürnberg 1971.

  • Literatur

    Pressemitt. d. Univ. Essen, 1993 u. 1999.

  • Portraits

    Fotos (Pressestelle d. Univ. Essen).

  • Autor/in

    Klaus Mann
  • Empfohlene Zitierweise

    Mann, Klaus, "Reinwein, Dankwart" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 380-381 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139898530.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA