Lebensdaten
1896 bis 1973
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Grassau (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 11874397X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Reichert, Willy
  • Reichert, Rudolf Wilhelm
  • Reichert, Willi

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Zitierweise

Reichert, Willy, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11874397X.html [20.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Maschinenmeister;
    M N. N.;
    1939 Elisabeth Amman, Schausp.;
    1 S Thomas (* 1948), Regisseur (s. Sucher, Theaterlex.), 1 T.

  • Leben

    Nach dem Realschulabschluß und einer Ausbildung am Technikum in Braunschweig arbeitete R. als Zuckerchemiker in Hildesheim. 1915 als Komiker am Schauspielhaus in Stuttgart engagiert, wurde er noch im selben Jahr zum Kriegsdienst einberufen. 1920 ging er an das Württ. Staatstheater in Stuttgart und nahm Schauspielunterricht bei Max Bing. Es folgten Engagements an Bühnen in Landsberg (1922), Zwickau (1923), Heilbronn (1924) und München (1925). 1926 kehrte er nach Stuttgart zurück, wo er bis 1932 abermals am Staatstheater u. a. in „Garten Eden“, „Spiel im Schloß“ (F. Molnar) oder als Mackie Messer in Brechts „Dreigroschenoper“ auftrat. Orientiert an seinem Vorbild, dem Humoristen Marcell Salzer (1873–1930), profilierte er sich hier als Vortragskünstler und unternahm Tourneen und Gastspiele bis nach Amerika.

    Mit dem Komiker Oscar Heiler (1906–95) gründete R. 1932 im Stuttgarter „Pavillon Excelsior“ das Duo „Häberle und Pfleiderer“, dessen 40jährige Zusammenarbeit sich in mehr als 200 Sketchen (u. a. „Die Friedenskonferenz“) niederschlug und das zum humoristischen Inbegriff des Schwäbischen wurde.

    1955 führte R. in Stuttgart erstmals seine bekannte Kabarettrevue „Die Welt als Willy und Vorstellung“ auf. Zudem gastierte er in den 50er und 60er Jahren an dem von Werner Finck (1902–78) 1948 in Stuttgart gegründeten Kabarett „Mausefalle“. 1962 gab er neben Finck den Kalle in der von Erwin Piscator inszenierten Uraufführung von Brechts „Flüchtlingsgesprächen“ an den Münchner Kammerspielen. Größere Bekanntheit erreichte R. v. a. durch seine Film- und Fernsehrollen (u. a. „Der fröhliche Weinberg“, „Drei Kavaliere“, „Das fliegende Klassenzimmer“) sowie durch Radiosendungen und Schallplattenaufnahmen. R. galt als der schwäb. Humorist schlechthin.|

  • Auszeichnungen

    Gr. BVK (1956).

  • Werke

    Lerne lachen, ohne zu klagen, 1952;
    „Mir reicht's!“, Randbemerkungen e. Vierteles-Philosophen, hg. v. H. Hartwig, 1963.

  • Literatur

    U. Keuler, Häberle u. Pfleiderer, Zur Gesch., Machart u. Funktion, 1992;
    H. Hartwig (Hg.), Das gr. W. R. Buch, 1959;
    Kosch, Theater-Lex.;
    Th. Borgmann, in: Gr. Stuttgarter, hg. v. E. Teufel, 1996 (P);
    Sucher, Theaterlex.;
    Metzler Kabarettlex.;
    Munzinger.

  • Portraits

    Fotos im Bildarchiv Felicitas Timpe, München.

  • Autor/in

    Klaus Budzinski
  • Empfohlene Zitierweise

    Budzinski, Klaus, "Reichert, Willy" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 314-315 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11874397X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA