Lebensdaten
1867 bis 1937
Geburtsort
Laurahütte (Kreis Beuthen, Oberschlesien, heute Teil von Siemanowice Slaskie)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Ingenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 141514426 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Reichel, Walter
  • Reichel, Emil Berthold Walter
  • Reichel, Walther
  • mehr

Orte

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Zitierweise

Reichel, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd141514426.html [13.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf, Masch.dir. in L.;
    M Malvine Munscheid;
    Elisabeth, T d. Eduard Lange u. d. Mathilde Conrad;
    2 S, 2 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Heiligkreuzgymnasiums in Dresden begann R. das Studium der Elektrotechnik an der TH Berlin-Charlottenburg, das er zunächst mit dem Regierungsbauführerexamen abschloß. Seit 1889 Konstrukteur bei Siemens & Halske in Berlin, wurde er 1897 zum Oberingenieur befördert.|1902 legte er an der TH Berlin-Charlottenburg die Prüfung als Diplomingenieur ab und wurde 1903 bei Alois Riedler zum Dr.-Ing. promoviert (Betrachtungen u. Versuche über Verwendung d. Drehstroms f. d. Betrieb elektr. Bahnen). Parallel zu seiner Industrietätigkeit übernahm R. 1904 eine o. Professur für Elektrotechnik an der TH Berlin-Charlottenburg (1926 em.).

    1903 war R. an den ersten Schnellfahrversuchen mit elektrischen Drehstrom-Lokomotiven beteiligt, die von Siemens und AEG mit jeweils eigenen Konstruktionen auf einer Versuchsstrecke bei Zossen durchgeführt wurden und bei denen Rekordgeschwindigkeiten von über 200 km/h erreicht wurden. Seitdem war die Elektrifizierung der Eisenbahn und speziell die Drehstrom-Lokomotive sein hauptsächliches Interessengebiet. Auch an der Konstruktion der Lokomotiven für die erste dt. Hauptbahnstrecke mit Elektrobetrieb von Dessau nach Bitterfeld 1911 war R. maßgebend beteiligt. 1908 wurde er Leiter des Dynamowerks von Siemens in Berlin und Mitglied des Vorstands. Er beeinflußte den Bau elektrischer Großmaschinen und war beispielsweise an der Konstruktion der ersten Einphasen-Bahngeneratoren für das Walchensee-Kraftwerk und großer Gleichstrom-Motoren zum Antrieb von Walzwerken beteiligt. Ferner leistete R. wichtige Arbeiten zur Einführung von Schweißkonstruktionen beim Bau elektrischer Großmaschinen und Lokomotiven. Nach seinem Ausscheiden bei Siemens 1932 arbeitete R. noch einige Jahre als Sachverständiger, v. a. für elektrische Bahnen.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Reg.rat (1916); schwed. Gustav-Wasa-Orden; Goldene Medaille d. Weltausst. in St. Louis, USA (1904).

  • Werke

    u. a. Versuche über d. Verwendung d. hochgespannten Drehstroms f. d. Betrieb elektr. Bahnen, in: Elektrotechn. Zs. 21, 1900, S. 453 f.;
    Elektr. Schnellbahnen, ebd. 22, 1901, S. 671 f., 745 f., 776 f., 841 f.;
    Schnellbahn-Lokomotive, ausgerüstet mit Motoren f. unmittelbare Zuführung v. 10 000 V Hochspannung, ebd. 23, 1902, S. 685-91;
    Die Verwendung d. […] hochgespannten Drehstroms f. d. Betrieb elektr. Bahnen, 1903;
    Einf. d. elektr. Betriebes auf d. Bayer. Staatseisenbahn, in: Elektr. Kraftbetriebe u. Bahnen 6, 1908, S. 245, 265-87, 309-14, 329-39, 349, 369;
    Günstige Periodenzahl f. Wechselstrombahnen, ebd. 7, 1909, S. 81-83;
    Gestaltung elektr. Lokomotiven, in: Elektrotechnik u. Maschinenbau 43, 1925, S. 175-80, 193-200;
    Elektr. Lokomotive d. Achsfolge Bo-Bo mit geschweißten Rahmen u. a. neuartigen Bauteilen, in: Elektr. Bahnen 9, 1933, S. 1-9.

  • Literatur

    M. Schenkel, in: Elektrotechn. Zs. 58, 1937, S. 167, 58, 1937, S. 620;
    Rdsch. techn. Arbeit 17, 1937, S. 5;
    Rhdb. (P);
    Wi. 1935;
    Pogg. VII a;
    Lex. Elektrotechniker; |

  • Quellen

    Qu Siemens-Archiv, München (P).

  • Autor/in

    Kurt Jäger
  • Empfohlene Zitierweise

    Jäger, Kurt, "Reichel, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 299-300 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd141514426.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA