Dates of Life
1914 – 1993
Place of birth
Mecher bei Wiltz (Luxemburg)
Place of death
Berlin
Occupation
katholischer Theologe ; Philosoph
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 119368447 | OGND | VIAF: 18030186
Alternate Names
  • Reding, Marcel
  • Reding, M.
  • Reding, Marzell Peter
  • more

Objekt/Werk(nachweise)

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)
Life description (NDB)

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Reding, Marcel, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119368447.html [23.06.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Jean Pierre (1889–1929), Volksschullehrer;
    M Marguerite Kauthen ( 1965), Lehrerin; Verwandte Viviane (* 1951), aus Esch-sur-Alzette (Luxemburg), Dr. phil., Journalistin, seit 1989 Mitgl. d. Europ. Parl., seit 1999 EU-Kommissarin f. Bildung u. Kultur, erhielt 2001 d. Goldene Medaille d. „European Merit Foundation“ (s. Munzinger).

  • Biographical Presentation

    R. besuchte das Gymnasium in Echternach und nach dem Abitur 1934/35 den Cours supérieur in Luxemburg. 1935-40 studierte er hier Philosophie und Theologie am Priesterseminar. 1940 zum Priester geweiht, setzte er sein Studium in Freiburg (Br.), seit 1942 in Tübingen fort, wo er 1943 mit einer Arbeit über die „Metaphysik der sittlichen Werte“ (gedr. 1949) in Theologie promoviert wurde. Nach weiteren Studien an der Sorbonne und der Promotion zum Dr. phil. nach luxemburg.|Recht 1946 habilitierte sich R. ein Jahr später bei Theodor Steinbüchel (1888–1949) in Tübingen. 1952 folgte er einem Ruf als ao. Professor für Moraltheologie nach Graz und wurde ein Jahr später o. Professor. 1956 wechselte er auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für Kath. Theologie an die FU Berlin (em. 1984) und baute das Seminar für Kath. Theologie auf.

    Beachtung in der Öffentlichkeit fanden R.s Bemühungen, eine Diskussion über Parallelen im Denken Thomas von Aquins und Karl Marx' herzustellen, indem er auf deren Aristotelesrezeption aufmerksam machte. 1952 vertrat er die These, daß der Atheismus nicht zwangsläufig zum Marxismus gehöre, sondern sich aus der neuzeitlichen Religionskritik und dem Sozialkampf entwickelt habe (Thomas v. Aquin u. Karl Marx, Antrittsvorlesung Graz, gedr. 1953). Diese Auffassung erwirkte ihm zu Weihnachten 1955 eine Einladung der sowjet. Regierung. Der private Besuch eines kath. Theologen in einem Land, in dem der Atheismus zur Parteidoktrin gehörte, wurde in der Öffentlichkeit als Sensation empfunden, blieb aber für die Religionspolitik der Sowjetunion folgenlos. R. kommt das Verdienst zu, als einer der ersten eine systematisch-historische Auseinandersetzung mit dem marxistischen Denken versucht zu haben (Der pol. Atheismus, 1957; Über Arbeitskampf u. Arbeitsfrieden, 1961). Erwähnung verdienen auch R.s Arbeiten zur Ethik – v. a. ihrer phil. Grundlegung (Pol. Ethik, 1972) –, ferner die Wirkungsgeschichte der Scholastik in Neuzeit und Moderne (Die Aktualität d. Nikolaus Cusanus, 1964). Für das von ihm konzipierte und herausgegebene „Handbuch der Moraltheologie“ (11 Bde., 1953–57), das in der Linie von Fritz Tillmann (1874–1953) und Steinbüchel das Konzept einer das Ethos der Nachfolge Jesu formulierenden Tugendethik vertritt, verfaßte R. 1953 den ersten Band „Philosophische Grundlegung der Kath. Moraltheologie“.|

  • Awards

    Peter-Wust-Preis (1981);
    Orden d. Ghzgt. Luxemburg.

  • Literature

    P. Grégoire, in: Die Warte, Kulturelle Wochenbeil, d. „Luxemburger Wort“ 34, 1981, S. 12 f.;
    H. Stehle, Die Ostpol. d. Vatikans 1917-1975, ²1983;
    ders., Eine Taube macht noch kein Tauwetter, in: FAZ v. 5.4.2002 (P);
    V. Conzemius, Der Kurier d. Papstes, Die Moskaureise d. Theologen M. R. im Dez. 1955, ebd. v. 29.12.2000 (P);
    Festakt z. 70. Geb.tag v. Prof. Dr. M. R. am 24. Jan. 1984, hg. v. d. Presse- u. Informationsstelle d. FU Berlin, 1984 (W);
    S. Frasetti, La Croce e la Stella, La Chiesa e i regimi comunisti in Europa de 1917 a oggi, 1993;
    Tagesspiegel v. 13.6.1993 (P);
    Internat. Nekr. 1993;
    Munzinger;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1996, Nekr.

  • Author

    Victor Conzemius
  • Citation

    Conzemius, Victor, "Reding, Marcel" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 243-244 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119368447.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA