Lebensdaten
1856 bis 1912
Geburtsort
Recklinghausen
Sterbeort
Gelsenkirchen
Beruf/Funktion
Bergbauunternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 13910335X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Randebrock, Paul

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Zitierweise

Randebrock, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13910335X.html [21.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Eltern unbekannt.

  • Leben

    Nach dem Abitur in Coesfeld 1877 studierte R. in Bonn und an der Bergakademie Berlin Bergbauwissenschaften und legte 1881 die erste Staatsprüfung als preuß. Bergreferendar ab. 1885 erfolgte die Ernennung zum Bergassessor. Anschließend war er in der staatlichen Bergverwaltung tätig, u. a. als Bergrevierbeamter in Recklinghausen und Gelsenkirchen sowie beim Oberbergamt Dortmund und bei der Salinen- und Badeverwaltung in Oeynhausen. 1888 verließ R. den Staatsdienst, trat als Bergwerksdirektor in die Gelsenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft (GBAG) ein und übernahm die Leitung der Dortmunder Zechen Hansa, Zollern und Germania. 1908 wurde er mit der Ernennung zum Generaldirektor an die Spitze der Bergwerksabteilung der GBAG berufen, zu welcher seit der 1907 erfolgten Fusion auch die Schachtanlagen des damaligen Schalker Gruben- und Hüttenvereins gehörten. Zu seinen herausragenden Leistungen bei der GBAG zählten Planung und Bau der Zeche Zollern II, deren Konzeption und technische Realisierung er unmittelbar nach Fertigstellung der Anlagen in der bergmännischen Fachzeitschrift „Glückauf der Öffentlichkeit vorstellte. Die bereits zeitgenössisch als „Musterzeche“ bezeichnete Schachtanlage, deren Tagesanlagen der Architekt Paul Knobbe (1867–1956) entworfen hatte, bestach durch ihre dem Historismus nahestehende architektonische Gestaltung und modernste technische Ausstattung: Sie erhielt erstmalig im Ruhrbergbau eine einzige elektrische Zentrale, aus der alle Betriebsmaschinen gespeist wurden. Zollern II/IV – als Industriedenkmal berühmt geworden durch ihre in moderner Stahlskelettbauweise mit Jugendstilelementen errichtete Maschinenhalle – steht seit 1970 unter Denkmalschutz und ist seit 1981 Standort des Westfäl. Industriemuseums. R.s führende Stellung bei der GBAG war mit der Wahrnehmung zahlreicher Verbandsfunktionen verknüpft. So war er u. a. Vorsitzender der Westfäl. Berggewerkschaftskasse, Vorstandsmitglied im Allgemeinen Knappschaftsverein und Rhein.-Westfäl. Kohlensyndikat. Als technisch besonders versierter Bergwerksdirektor wurde er 1907 zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden, 1909 zum Vorsitzenden des Vereins für die bergbaulichen Interessen (Bergbau-Ver.) gewählt. Er war der erste (u. e. d. wenigen) Katholiken in der ruhrindustriellen Führungselite und repräsentierte in dieser herausragenden bergbaulichen Interessenvertretung erstmals eine jüngere angestellte Unternehmergeneration. – Roter Adler-Orden (IV. Kl., 1907, III. Kl., 1910); Bergrat (1909).

  • Werke

    Die Schachtanlage Zollern II d. Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Ges., in: Glückauf 41, 1905, S. 781-97.

  • Literatur

    Glückauf 48, 1912, S. 1229 (P);
    W. Serlo, Männer d. Bergbaus, 1938, S. 116;
    ders., Die Preuß. Bergassessoren, 51938, S. 79;
    B. Becher u. a., Zeche Zollern II, 1977;
    H. Kaffanke u. A. Franke (Bearb.), Zollern-Germania, Die Entwicklung v. vier Zechen im Dortmunder Westen z. Zentralschachtanlage 1850-1971, 1999;
    S. Przigoda. Unternehmensverbände im Ruhrbergbau, 2002.

  • Autor/in

    Evelyn Kroker
  • Empfohlene Zitierweise

    Kroker, Evelyn, "Randebrock, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 137 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13910335X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA