Lebensdaten
1900 bis 1987
Geburtsort
Homberg/Niederrhein
Sterbeort
Freiburg (Br.)
Beruf/Funktion
katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118743090 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Quasten, Johannes

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Zitierweise

Quasten, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118743090.html [19.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm, Eisenbahnbeamter, M Sibilla Schmitz.

  • Leben

    Nach dem Abitur 1921 am Adolfinum in Moers studierte Q. bis 1926 kath. Theologie in Münster, wurde am 27.2.1926 zum Priester geweiht und war Kaplan in Recklinghausen und Freckenhorst. Auf die Promotion 1927 bei Franz Joseph Dölger folgte 1927-29 ein Studienaufenthalt in Rom am Deutschen Archäologischen Institut als Stipendiat der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft und am Pontificio Istituto di Archeologia Cristiana. Unterstützt von der Görres-Gesellschaft, nahm er 1928 an Ausgrabungen in Paestum, Agrigent, Segesta und Syrakus sowie in Bitola (Mazedonien) teil. 1929-31 war Q. Kaplan in Friedrichsburg, habilitierte sich 1931 in Münster und war bis 1937 Privatdozent für Geschichte des kirchlichen Altertums, Liturgiegeschichte und religiöse Volkskunde (1935/36 Dir. d. Dt. Studentenheims). Aufgrund einer politischen Denunziation entzogen ihm die Nationalsozialisten 1937 die Assistentenstelle, die er seit 1935 innehatte, und die venia legendi. Nach einem Aufenthalt in Rom und Ausgrabungen 1938 in Sabratha (Nordafrika) wurde Q. durch Vermittlung Kard. Eugenio Pacellis 1938 ao. Professor für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie an der Catholic University of America (Washington D. C., o. Prof. 1941, 1945-49 Dekan d. theol. Fakultät, seit 1949 Senator). Versuche, Q. nach dem 2. Weltkrieg auf einen Lehrstuhl in Deutschland zurückzuholen, scheiterten 1962 aus Altersgründen. Nach seiner Emeritierung wurde er 1970 Honorarprofessor an der Univ. Freiburg (Br.).

    Q.s Dissertation bestimmte Zuschnitt und Ausrichtung seiner religionswissenschaftlichen, volkskundlichen, archäologischen und besonders liturgiegeschichtlichen Arbeiten zur Frühgeschichte des Christentums, mit denen er, propagiert durch die 1941 gegründeten „Studies in Christian Antiquity“, das von Dölger initiierte Forschungsprogramm „Antike und Christentum“ in den USA etablierte. Eine erfolgreiche Karriere, in der Q. sich als begeisternder Lehrer und Wissenschaftsorganisator auszeichnete, brachte ihm internationales Renommée ein. 1946 gründete er die Übersetzungsreihe „Ancient Christian Writers“, in der bis 1970 38 Bände erschienen sind. Sein literatur- und theologiegeschichtlich konzipiertes (unvollendetes) Handbuch der „Patrology“ wurde im engl. Sprachraum zum patristischen Standardwerk. Q. engagierte sich in mehreren wissenschaftlichen Kommissionen und war liturgiehistorischer Berater des 2. Vatikanischen Konzils. – Cardinal Spellman Award (1960); päpstl. Hausprälat (1976); Dr. phil. h. c. (Washington, 1976); |Mitgl. d. American Ac. of Artsand Sciences (1978).

  • Werke

    Musik u. Gesang in d. Kulten d. heidn. Antike u. christl. Frühzeit, 1930 (= Diss. Münster, 21973;
    engl. 1983);
    Poimen Soter, Der Gute Hirte in frühchristl. Totenliturgie u. Grabeskunst (= Habil.schr. Münster, teilveröff. in: Liturg. Leben 1, 1934, S. 1-10);
    Monumenta Eucharistica et Liturgica Vetustissima, 7 Bde., 1935-37;
    Patrology (5 Bde. geplant), I: The Beginnings of Patristic. Literature, 1950, II: The Ante-Nicene Christian Literature after Ixenaeus,|1953, III: The Golden Age of Greek Patristic Literature, 1960 (mehrere Aufl. u. Nachdr.;
    frz. u. d. T.: Initiation aux Pères de l'Église, 1955, 1957, 1963;
    span., 1961/62, 21968 in 2 Bdn.;
    ital., 1967/69, 21980 in 2 Bdn.), fortgeführt v. Institutum Patristicum Augustinianum in Rom: ital., III, 1978 (span., III, 1981;
    engl., IV, 1986;
    frz., IV, 1987), ital., IV, 1996.

  • Literatur

    W. J. Burghardt, Ergon kyriakon, J. Q. as teacher, Scholar, and friend, in: Kyriakon, FS f. J. Q., 1970, II, S. 915 f.;
    J. Pelikan. Διδαχή and Διδαχή, A personal tribute to J. Q., ebd., S. 917-20;
    P. Granfield, J. Q., A biographical essay, ebd., S. 921-23 (W-Verz.: S. 924-38; P);
    ders., Theologians at Work, 1967, S. 22-34;
    E. Hegel, Gesch. d. Kath.-Theol. Fak. Münster 1773-1964, 1971, II, S. 118-20 (u. ö.);
    K. S. Frank, in: Freiburger Univ.bll. 97, Nov. 1987, S. 9 f.;
    K. Hausberger, in: Revue d'Hist. Ecclésiastique 82, 1987, S. 348 f.;
    Kosch, Kath. Dtld.;
    Enc. of Early Christianity 2, 21997, S. 969 f.;
    BBKL;
    LThK3;
    C. Epstein, A Past Renewed, A Catalog of German-Speaking Refugee Historians in the United States after 1933, 1993.

  • Autor/in

    Alfons Fürst
  • Empfohlene Zitierweise

    Fürst, Alfons, "Quasten, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 39-40 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118743090.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA