Lebensdaten
1919 bis 1987
Geburtsort
Neustrelitz (Mecklenburg)
Sterbeort
Oberaudorf (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Journalist ; Publizist ; Diplomat
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120745852 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Puttkamer, Jesco Freiherr von
  • Puttkamer, Jesco Carl Eugen Hans Feodor Imbert Holger Gustav von

Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Puttkamer, Jesco Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120745852.html [16.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard Jesco (1876–1959), Gen.lt., S d. Eugen (1843–94), Major, u. d. Clara Braumüller (1846–1930);
    M Rosemarie (1877–1943), T d. Karl v. Arnim (1844–92, s. GHdA 38) u. d. Elisabeth v. Linstow (1853–1939);
    Schw Bodild (* 1922, 1] 1944 Wedig v. Below, 1897–1970, s. GHdA 81, 1946, 2] 1948 Ulrich Bauer, * 1916, Oberst i. G.);
    1) 1942 ( 1954) Mary (1920–86), Journ., T d. Wilhelm Hahne (1892–1942), Rittmeister u. Gutsbes. in Kurow, u. d. Mary Freiin Stjernvall (1889–1974), aus Finnland, 2) 1954 ( 1975) Ulrike (1923-2005), Publ. u. Übersetzerin, T d. Verlegers Reinhard Piper (1879–1953, s. NDB 20) u. d. Gertrud Engling, 3) 1975 Marianne (* 1924, 1] 1949 Ekhard Frhr. v. Maltzahn, * 1924, Vertriebsdir. d. Krupp GmbH Essen, s. Wi. 1987/88, GHdA 107, 2] 1957 Dr. Hans Erich Haack, 1906-74/75, Gesandter), T d. Dr. Hans v. Kessel (1894–1973, s. GHdA 106) u. d. Brita Eklund (1899–1979);
    2 T aus 1), Imogen (* 1942, Gernot Scheeder, * 1935, Realschullehrer), Dolmetscherin u. Textilkauffrau in Heidelberg, Ileana (* 1950. Dr. Lothar Wigger, * 1953, Prof. f. Erziehungswiss. in Dortmund), Redakteurin u. Lektorin in Berlin, 2 T aus 2).

  • Leben

    Nach dem Abitur 1936 in Neustrelitz trat P. in die Wehrmacht ein. Er war zuletzt als Oberleutnant Ordonnanzoffizier des Generalmajors Arno v. Lenski (1893–1986), des Kommandeurs der 24. Panzerdivision, die bei Stalingrad in sowjet. Gefangenschaft geriet. P. schloß sich dem antifaschistischen „Bund dt. Offiziere“ (BDO) im „Nationalkomitee Freies Deutschland“ (NKFD) an. 1948 veröffentlichte er ein Buch über seine Zeit beim BDO (Irrtum u. Schuld; 2. erweiterte Aufl. u. d. T.: Von Stalingrad z. Volkspolizei, 1951). 1947 aus der Gefangenschaft entlassen, wurde er Journalist beim „Kurier“, 1949 bei der „Neuen Zeitung“ (beide West-Berlin), 1954 militärpolitischer Kommentator der Süddt. Zeitung. Im März 1958 ging P., der 1957 in die SPD eingetreten war, als außenpolitischer Redakteur zur Parteizeitung „Vorwärts“, deren Chefredaktion er im Juli 1958 kommissarisch, Anfang 1959 endgültig übernahm. Er meisterte die Gratwanderung zwischen Parteiorgan und journalistischer Unabhängigkeit, so daß der „Vorwärts“ zunehmend auch Leser erreichte, die nicht SPD-Mitglieder waren.

    Nachdem Pläne, ihn als Botschafter nach Polen zu entsenden, am Widerstand von Außenminister Walter Scheel gescheitert waren, wurde P. im Mai 1971 Botschafter in Israel, 1974 in Jugoslawien, 1979 in Portugal und 1981 in Schweden. In Israel mußte er sich der Kritik an der dt. Haltung im Zusammenhang mit dem Attentat während der Olympischen Spiele 1972 stellen, in Jugoslawien der Kontroverse zwischen Bonn und Belgrad, als die jugoslaw. Regierung die dt. Weigerung, rechtsextremistische Terroristen auszuliefern, mit der Freilassung dort gefaßter RAF-Terroristen beantwortete. Seit 1984 im Ruhestand, lebte P. in Oberaudorf und veröffentlichte u. a. Gastkommentare im „Vorwärts“.|

  • Auszeichnungen

    E. K. I u. II; BVK.

  • Werke

    Weitere W Die Stunde d. jungen Offiziers, in: Freies Dtld. v. 21.5.1944;
    Unsere Aufgaben in e. wiederbewaffneten Dtld., in: Die Kultur v. Juni 1956;
    Das Wesentliche bleibt zu klären, Zur Ideol. d. Bundeswehr, in: Die Neue Ges., 1, 1957;
    Wohin gehst Du, Frankreich?, in: Der Gewerkschafter, 7, 1958;
    Russ. Tageb., in: Vorwärts v. 15.5. – 5.6.1959;
    Waffenhandel, ebd. v. 10.1.1987 (P);
    Von Zossen nach Bonn, Eine Bilanz d. dt. Wiederbewaffnung, in: Bestandsaufnahme, Eine dt. Bilanz.|hg. v. H. W. Richter, 1962;
    Entspannungpol. v. d. europ. Peripherie aus betrachtet, in: Zwanzig J. Ostpol., hg. v. H. Ehmke u. a., 1986.

  • Literatur

    H Gf. v. Einsiedel, Tageb. d. Versuchung, 1950, S. 171, 175 ff.;
    Ztg.-Verlag u. Zss.-Verlag, 1958, S. 98;
    E. Eckert, Ende mit Schrecken ist unerwünscht, in: Vorwärts v. 23.5.1958;
    G. Cwojdrak, Das Elend d. H. H. Kirst, in: Neue dt. Lit., 2, 1958, S. 127-34;
    K. Koszyk, Vorwärts, in: Staatslex., 61963;
    Georg Schröder, Verhältnis zw. Bonn u. Jerusalem hat sich normalisiert, in: Die Welt v. 20.3.1971;
    H.-H. Holzamer, Eingeholte Wetterfahne, ebd v. 25.11.1978 (P);
    Heinz-D. Fischer, Parteien u. Presse in Dtld., 1971;
    ders., „Vorwärts“ 1948-1976, in: Vorwärts 1876-1976, hg. v. G. Grunwald u. F. Merz, 1976;
    Allg. unabh. jüd. Wochenztg. v. 3.11.1972;
    K. Stankiewitz, Über d. Zorn hinaus, in: Kölner Stadt-Anz. v. 28.11.1972 (P);
    Manfred F. Schröder, Ein Botschafter mit dornigen Aufgaben, in: SZ v. 30.11.1974 (P);
    C. Schütze, ebd. v. 7.1.1987;
    U. Meister, Die Auslieferungskontroverse zw. Bonn u. Belgrad, in: NZZ v. 23.9.1978;
    Der Spiegel 25, 1959 (P), 18, 1961 (P), 48, 1970;
    GHdA 103, S. 261 f.

  • Autor/in

    Martin Jung
  • Empfohlene Zitierweise

    Jung, Martin, "Puttkamer, Jesco Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 22-23 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120745852.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA