Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Hoteliers
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139040560 | OGND | VIAF: 95636086
Namensvarianten
  • Pupp

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Zitierweise

Pupp, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139040560.html [19.04.2021].

CC0

  • Leben

    Die Karlsbader Hoteliersdynastie begründete Johann Georg (1743–1810). In Weltrus bei Schlan (Böhmen) geboren und zunächst Zuckerbäcker im Dienste der Grafen Chotek, kam er 1760 in den westböhm. Kurort und wurde Geselle des Konditors Peter Mitterbacher. Zum Unternehmer wurde er 1775 durch die Heirat mit Franziska, der einzigen Tochter Mitterbachers. Die Entwicklung des Badeortes nützend, erweiterte er 1786 seinen Betrieb durch Ankauf des sog. „Böhmischen Saales“, einer der beliebtesten Vergnügungsstätten des damaligen Kurortes, und begründete damit die erste Großgaststätte Karlsbads. Sein ältester Sohn Josef übernahm zwar das Erbe, hinterließ es jedoch gegen den Wunsch des Vaters seiner Witwe Barbara. Die Unternehmerdynastie setzte sich über den zweiten Sohn Johann Peter fort, vorerst im Rahmen eines anderen Gewerbes: Dessen Sohn Heinrich (1813–64), Zinngießer in Karlsbad, vereinigte die Besitzungen der Familie wieder. Seine Söhne Anton (1841–1907), Zinngießermeister, Julius (1844–1902, s. BJ VII, Tl.) und Heinrich (1850–1931) gründeten 1872 die Firma „Gebrüder Pupp“ Hotel Karlsbad und wandelten sie 1892 in eine Hotel AG um, wobei ersterer deren 1. Präsident und letzterer Aufsichtsratspräsident wurde. Diese AG errichtete 1893 das bis heute bestehende Grand Hotel Pupp, zu seiner Zeit eines der größten europ. Hotelunternehmen. Anton war mit Maria (1843–1900) verheiratet, Schriftstellerin und Schwester des Industriellen Heinrich Edler v. Mattoni (1843–1900). Unter der Leitung ihrer Söhne Karl (1867–1926) und Julius (1870–1936, s. ÖBL) wurde das Unternehmen weiter ausgebaut. Karl wirkte bis zu seinem Tod als Präsident der Hotel AG „Grand Hotel Pupp“, ihm folgte Julius, der schon 1896 mit der Leitung der Restaurants und ab 1908 auch mit der Hotelleitung betraut gewesen war und zu den bedeutenden Repräsentanten der Hotellerie in Böhmen zählte. Er führte das Haus zu seinem weltweiten Ruf. Für seine späteren Aufgaben war er wohl vorbereitet: Er hatte die Realschule und die Handelsakademie in Prag besucht und war dann zwei Jahre im Basler Bankverein und anschließend als Sekretär im Grand Hotel in Territet (Schweiz) tätig. Er war auch Verwaltungsrat der keramischen Werke in Neurohlau, Aufsichtsrat der Karlsbader Vereinsbank, Repräsentant der Böhm. Escomptebank sowie Obmann des Vereins Kinderschutz, der ein Waisenhaus in Schlackenwerth führte. Unter der Leitung von Karl und Julius wurden 1905-07 Neu- und Umbauten vorgenommen, so der von den Architekten Hermann Helmer und Ferdinand Fellner errichtete große Konzertsaal. 1925 wurde dort eine Konzertorgel eingebaut und ein eigenes Orchester gegründet. In leitender Funktion war auch Karls Sohn, Leo (1896–1935) tätig. Letzter Generaldirektor war F. Gerlach, ein Neffe Theodors. Das Hotel wurde nach 1945 enteignet und zeitweise als „Moskva“ und dann als „Grand Hotel Pupp“ weitergeführt.

  • Literatur

    Dt. Ztg. Bohemia v. 1., 2., 3.4.1902, 26.1.1926, 13.2.1931, 24.12.1935, 3., 4.11.1936;
    Egerer Ztg. v. 27.1.1926;
    Sudetendt. Jb. 1937, S. 157;
    V. Karell, Karlsbad v. A-Z, 1971;
    H. Schubert, Karlsbad, 1980, S. 61 f.;
    Egerländer Biographisches Lexikon: Biogr. Lex. Böhmen. |

  • Quellen

    Qu Österr. StA-Kriegsarchiv (Qualifikationsliste Julius Pupp).

  • Autor/in

    Josef Mentschl
  • Empfohlene Zitierweise

    Mentschl, Josef, "Pupp" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 9-10 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139040560.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA