Lebensdaten
1802 bis 1858
Beruf/Funktion
Maschinenindustrieller
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 134029690 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dingler, Christian

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Zitierweise

Dingler, Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd134029690.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Christian (1771–1849), Schlossermeister in Zweibrücken, S des Joh. Christian [s. Genealogie 4);
    M Maria Singer, Wagnermeisters-T aus Zweibrücken;
    Ov Joh. Gottfried s. (4);
    B Joh. Heinr. (1800–71), Industrieller in Wien u. Mährisch Ostrau;
    Vt Emil Maximilian s. Genealogie (4);
    ⚭ Friederike Wilh. Dor. Baur (1810–1885), Buchdruckermeisters-T;
    9 K, u. a. Gg. Julius (1834–99, ⚭ Carol. Sophie Emma Appolt, Fabrikanten-T aus Sulzbach/Saar), Industrieller, nach dem Tod seines V gemeinsam mit seinem Schwager I. B. Wolff Leiter der Fa. unter dem Namen „D.sche Maschinenfabrik“ (1897 Umwandlung in eine AG), Mitbegründer versch. Industrie-Unternehmen, so des Saarländischen Stahlwerks D., Karcher & Cie. GmbH in Saarbrücken;
    E Gg. Christian Julius (1864–1936), Fabrikdirektor u. KR, bekannter pfälzisch-saarländischer Wirtschaftsführer, Mitgl. des Vorstandes der D.- Werke AG bis 1926;
    N Hermann s. (2).

  • Leben

    D. ist der Gründer einer der ältesten Maschinenfabriken Süddeutschlands. Die in der Schlosserwerkstatt seines Vaters begonnene Ausbildung vollendete er im In- und Ausland. 1827 gründete er eine mechanische Werkstätte in der Zweibrücker Altstadt, wo er mit 10 Arbeitern mit der fabrikmäßigen Herstellung von Öl- und Schneidemühlen, hauptsächlich aber von Buchdruckerpressen begann. Die von D. erfundene und gebaute Kniehebel-Presse, die er selbst „Zweibrücker-Presse“ nannte, ist in die Geschichte der Buchdruckerkunst als „Dinglerpresse“ eingegangen. Diese Presse war jahrelang führend in Europa und die Ursache des raschen Aufstieges des D.schen Unternehmens. 1834 erfolgte der Ankauf des Hofgutes Schönhof und die Verlegung der Fabrik auf ein neues Gelände in der Vorstadt, das entsprechende Ausdehnungsmöglichkeiten bot. 1838 wurde die Fabrik um eine Eisen- und Metall-Gießerei und eine eigene Dampfmaschinen-Anlage, die erste in der Pfalz, erweitert. Seit 1843 ließ er eigene Dampfmaschinen (Balanciermaschinen) bauen und legte damit die Hauptrichtung des Werkes fest, das später führend im Dampfmaschinenbau wurde. 1848 wurde Professor L. Seelinger von der Polytechnischen Schule in Augsburg als technischer Direktor berufen. Unter ihm wurde eine große Schmiede mit Schweißofen und 40 Zentner-Hammer erstellt und die Herstellung von Wasserrädern und Turbinen begonnen. Wirtschaftlich und politisch war D. in der Pfalz führend tätig. Er war an der Gründung verschiedener industrieller Unternehmungen seiner Zeit beteiligt. So legte er zum Beispiel gemeinsam mit Cullmann den Grundstein der bedeutenden saarpfälzischen Kohlengrube Franenholz (Kreis Homburg).

  • Literatur

    L 100 J. D. 1827-1927, Jubiläumsschr. d. D.werke AG, 1927 (mit Bildern);
    Dt. Industrie, dt. Kultur 9, 1913, Nr. 7 (Dingler-Nr.);
    Helmuth D., Aufss. üb. d. Fam.- u. Werksgesch., in: „Der Schönhof“, Werkzs. d. D.werke AG, 1939-44;
    R. Schreiber, Ch. W. N. D. zw. Rev. u. Reaktion, in: Zweibrücken 600 J. Stadt, 1952.

  • Autor/in

    Helmuth Dingler
  • Empfohlene Zitierweise

    Dingler, Helmuth, "Dingler, Christian" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 728 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd134029690.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA