Lebensdaten
erwähnt 1117, gestorben 1151
Beruf/Funktion
Kardinal von Santa Rufina und Porto ; päpstlicher Legat
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137260997 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dietwin von Santa Rufina und Porto
  • Dietwin
  • Dietwin von Santa Rufina und Porto
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Zitierweise

Dietwin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137260997.html [18.11.2019].

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  • Leben

    D., aus Schwaben gebürtig, wurde Mönch in Gorze, dann Prior zu Maursmünster. Als solcher war er 1117 Bote des Kardinallegaten Kuno an den Erwählten Dietger von Metz. Um 1125 zum Abt von Gorze erhoben, führte D. dort eine Reform durch. Lothar III. verwendete ihn Oktober 1130 für die Anerkennungsgesandtschaft an Innozenz II., der D. dann zum Kardinal und Ende 1134 zum Legaten an den Kaiser ernannte. 1135 führte D. die Unterwerfung Friedrichs von Schwaben herbei. Abermals als Legat war D. maßgeblich am 7.3.1138 an der Wahl Konrads III. beteiligt, den er sogar krönte und für dessen allgemeine Anerkennung er bis Ende 1138 im Reich tätig war. Bei der dritten Legation (Herbst 1140-43) gelang ihm im Mai 1142 ein Ausgleich zwischen den Staufern beziehungsweise Babenbergern und den Welfen. Auch in rein kirchlichen Angelegenheiten war D. vielfach erfolgreich. Wegen der Heiligsprechung Heinrichs II. wurde er im Sommer 1145 erneut entsendet, zugleich sollte er insgeheim im Interesse Eugens III. den Romzug des Königs erreichen. Nach der unvorhergesehenen Kreuznahme Konrads III. hatte D. im März 1147 diesem ein diesbezügliches Schreiben des Papstes zu überbringen, ging dann sofort wieder an die Kurie nach Frankreich und wurde dort zum Legaten für das Kreuzzugsheer bestimmt, welcher Aufgabe er jedoch nicht gerecht werden konnte. Über Sizilien kehrte D. Ende 1148 nach Rom zurück und wurde dabei von Roger II. für dessen politische Pläne gewonnen; sein schriftlicher Versuch im Frühjahr 1150, Konrad III. vom Bündnis mit Byzanz zugunsten Siziliens abzubringen, scheiterte jedoch.

  • Literatur

    ADB V;
    MGH DD Lothar III., Nr 70 u. 71;
    Ann. Einsidlenses zu 1142 u. 1143, in: MGH SS III, S. 147;
    Vita Theogeri abbatis S. Georgii et episcopi Mettensis I. II, 6, in: MGH SS XII, S. 468: Ann. Palidenses zu 1151, in: MGH SS XVI, S. 85;
    Ann. Ratisponenses zu 1147, in: MGH SS XVII, S. 586;
    Ph. Jaffé, Mon. Corbeiensia, = Bibl. Rerum German. I, 1064. S. 258, Nr. 154, S. 377 u. 401;
    ders., Mon. Bambergensia, ebda V, 1869, S. 529, Nr. 33 u. S. 531, Nr. 35;
    ders. u. S. Löwenfeld, Regg. Pontificum Romanorum I u. II, 1885/1888, Nr. 7704-9380;
    K. F. Stumpf-Brentano, Die Kaiserurkk. d. X., XI. u. XII. Jh., 1865/83, Nr. 3369-3497;
    A. d'Herbonnez, Cartulaire de l'abbaye de Gorze, = Mettensia II, Paris 1898, S. 261-75 u. 549-54;
    A. Brackmann, Germania Ponlifica I, 1911, S. 298, Nr. 7;
    J. v. Salisbury, Hist. pontificalis, cap. 24 u. 31, ed. R. L. Poole, Oxford 1927, S. 55 u. 63;
    K. Glöckner, Cod. Laureshamensis I, 1929, S. 427, Nr. 144;
    W. Bernhardi, Konrad III., 1883, = Jbb. d. Dt. Gesch.;
    J. Ch. Lager, Die Abtei Gorze in Lothringen, in: StMBO 8, 1887, S. 550;
    J. M. Brixius, Die Mitglieder d. Kardinalkollegiums v. 1130-81, Diss. Berlin 1912, S. 47 u. 95;
    H. Gleber, Papst Eugen III., 1936;
    Enc. Catt. IV.

  • Autor/in

    Friedrich Hausmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hausmann, Friedrich, "Dietwin" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 704 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137260997.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Dietwin, Cardinalbischof, aus Schwaben, 1153, war Mönch des Klosters Mauermünster, wurde Abt in Gorz, endlich Cardinalbischof von St. Rufina. Seit dem J. 1134 war er als päpstlicher Legat zuerst unter Kaiser Lothar, dann in noch hervorragenderer Weise als Anhänger der Staufer unter König Konrad III. in Deutschland thätig. Als sich Herzog Friedrich von Schwaben im October des genannten Jahres zu Fulda unterwarf, löste ihn der Legat vom Bann, feierte mit dem Kaiser das Weihnachtsfest zu Aachen und stand ihm noch auf dem im März 1135 zu Bamberg abgehaltenen Reichstage zur Seite. Nach Lothars Tode erschien er abermals in Deutschland, um unter Zustimmung des Papstes, der Römer und der Städte Italiens und im Einverständniß mit dem Erzbischof Adalbert von Trier gegen Herzog Heinrich den Stolzen die Erhebung Herzog Konrads durchzusetzen. Den bereits am 13. März 1138 zu Coblenz gewählten begleitete er zu den Krönungsfeierlichkeiten nach Aachen, wo er selbst, da der Erzbischof von Köln das Pallium noch nicht besaß, in immerhin unhergebrachter Weise die Krönung vollzog. Hiermit war Dietwins Aufgabe als päpstlicher Legat keineswegs gelöst, vielmehr stand er dem König auch in den nächsten Jahren berathend zur Seite, im November und December 1140 bei der Belagerung von Weinsberg, im Frühjahr 1141 zu Regensburg, als es galt, seinen Halbbruder, den Babenberger Leopold, gegen die Angriffe Herzog Welfs zu schützen, ebendaselbst in den beiden ersten Monaten des J. 1142, wo|der König nach dem am 18. October erfolgten unerwarteten Tode Leopolds über das erledigte Herzogthum und die rheinische Pfalzgrafschaft Bestimmungen treffen mußte. Seine Mission hatte ihr Ende erreicht, als sich auf dem großen Reichstage zu Frankfurt im Mai 1142 endlich der Friede zwischen der staufischen und der sächsischen Partei durch die Vermählung Gertruds, der Wittwe Herzog Heinrichs des Stolzen, mit Heinrich Jasomirgott, dem Bruder des Königs, befestigt zeigte. Als 5 Jahre danach König Konrad dem Ruf des heiligen Bernhard gefolgt war und das Kreuzzugsgelübde abgelegt hatte, erschien D. nochmals als päpstlicher Legat in Deutschland; zunächst hatte er den Beschwerden des Papstes Eugen Ausdruck zu geben, weil Konrad in jener Angelegenheit Rath und Bewilligung der römischen Curie nicht zuvor nachgesucht hatte, sodann wurden er, nicht der heilige Bernhard, und der Cardinalpriester Guido von Florenz dazu ausersehen, als apostolische Legaten die beiden Könige von Deutschland und Frankreich nach dem Orient zu begleiten. Der Einfluß Dietwins, so weit es sich darum handelte, ihn während des Kreuzzuges als Deutscher den Franzosen gegenüber geltend zu machen, war keineswegs erheblich. Erst nach Ostern 1149 scheint er mit König Ludwig das heilige Land verlassen zu haben. Als ungeachtet der kläglichen Erfolglosigkeit schon im nächsten Jahre neue Kreuzzugspläne auf das lebhafteste von Frankreich ausgingen, hat D. sie in sofern unterstützt, als er, und zwar im Sinne des Papstes, aber freilich vergebens, von Italien aus König Konrad zu bestimmen suchte, sich vom griechischen Kaiser zu trennen, dafür aber sich mit dem den Franzosen befreundeten und von den Griechen angegriffenen König Roger von Sicilien zu verständigen.

  • Autor/in

    Schirrmacher.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schirrmacher, Friedrich, "Dietwin" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 208-209 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137260997.html#adbcontent

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