Lebensdaten
1905 bis 1984
Geburtsort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Segelflugzeugbauer ; Fabrikant
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 140551387 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schempp, Martin

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Schempp, Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140551387.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Andreas (1864–1947), Bandagist in St., S d. Johannes (1820–86), Dreher in Winterlingen, u. d. Christiane Schick (1827–1900), aus Bitz;
    M Anna Maria (1867–1936), T d. Heinrich Georg Layer (1834–1919), aus Lehnenberg, Portier d. Prn. Marie v. Württ., u. d. Johanna Margarete Rieder (1836–1905), aus Aalen;
    Reichenbach/Fils (Württ.) 1938 Frieda Luise Dichtelmüller (1916–99), aus Pfedelbach, Sekr.;
    3 S Peter (* 1939), Walter (* 1941), Martin Hermann (* 1943).

  • Leben

    Der aus einfachen Verhältnissen stammende S. wanderte nach dem Abschluß einer kaufmännischen Ausbildung 1926 in die USA aus, wo er auf einer Farm, in einer Kerzenfabrik und als Chemielaborant in einem Stahlwerk arbeitete. Ein Vortrag von Charles Lindbergh über seinen Ozeanflug begeisterte S. für die Fliegerei. Er kehrte 1928 nach Deutschland zurück, um das Fliegen zu lernen und erwarb nach der Segelflug-Grundausbildung noch im Herbst des selben Jahres beim Leichtflugzeugbau Klemm in Böblingen die Motorflug-Pilotenlizenz. Während dieser Zeit lernte er Wolf Hirth (1900–59) kennen, mit dem er lebenslang befreundet blieb.

    1929 kehrte S. in die USA zurück. Als Hirth 1930 ein Segelflugzeug in die USA brachte, wo er 1931 über New York einen Segelflug durchführte, gründeten beide zusammen mit August (Gus) Haller (1898–1990) in Pittsburgh eine Segelflugzeugfabrik und eine Segelflugschule, die S. bis 1932 leitete. 1931-33 nahm er an den nationalen amerik. Segelflugmeisterschaften teil und flog einige amerik. Rekorde (1931 amerik. Segelflugpiloten-lizenz Nr. 23, mit Unterschrift v. Orville Wright). Seine spektakulären Flüge (u. a. eine Stunde über Pittsburgh mit anschließender Landung im Monongahela Fluß inmitten der Stadt; unfreiwilliger Gewitterflug; Flug in Kalifornien mit Landung im Pazifik) machten ihn und den Segelflug in den USA bekannt. 1934 wurde er Fluglehrer an der Segelflugschule Hornberg (b. Schwäb. Gmünd), da er in den USA keine berufliche Perspektive mehr sah. 1935 gründete er mit Unterstützung von Hirth die heute noch bestehende Firma „Sportflugzeugbau Martin Schempp“ in Göppingen. 1938 trat Hirth, der bis dahin die Konstruktionspläne der Segelflugzeuge zur Verfügung gestellt hatte, offiziell in die nun in „Sportflugzeugbau Schempp-Hirth OHG“ umbenannte Firma ein. Gleichzeitig begann die Betriebsverlegung nach Kirchheim/Teck. S. war kaufmännischer und technischer Leiter.

    Obwohl selber nie Konstrukteur, verstand es S., eine kostengünstige Fertigung zu organisieren und die Entwürfe bekannter Konstrukteure in Serie zu fertigen (z. B. Hirths Hochleistungssegler „Minimoa“ mit mehr als 100 Stück). Während des 2. Weltkriegs hatte das Unternehmen, in enger Zusammenarbeit mit der im Sommer 1939 gegründeten „Wolf Hirth GmbH“ in Nabern/Teck, maximal 340 Mitarbeiter, bis zu 300 davon Ausländer, meist Zwangsarbeiter aus den besetzten russ. Gebieten. Weil S. nicht der NSDAP angehört hatte, setzte ihn die US-Verwaltung am 5.5.1945 als kommissarischen Bürgermeister ein (am 3.10.1945 auf eigenen Wunsch wieder entbunden). Mit der gleich nach Kriegsende 1945 begonnenen Herstellung von Kleidern und Möbeln, Prothesen für die Kriegsverletzten und Holzteilen für Webmaschinen wurde der Betrieb fortgeführt. 1961 nahm S. die Produktion von Segelflugzeugen wieder auf, seit Mitte der 70er Jahre baute er ausschließlich Flugzeuge. 1969 übertrug er die Betriebsleitung, 1972 auch die Geschäftsführung dem Konstrukteur Klaus Holighaus.|

  • Auszeichnungen

    Silbernes Segelflieger-Leistungsabzeichen (1932, weltweit Nr. 8); weitere Flugsportauszeichnungen nach d. 2. Weltkrieg.

  • Werke

    Aufss. seit 1930 v. a. in: Soaring Magazine (USA) u. Flugsport.

  • Literatur

    P. F. Selinger, Segelflugzeuge, Vom Wolf z. Mini Nimbus, 1978;
    ders., Segelflugzeuge, Vom Wolf z. Discus, 1985;
    R. Reichelt, Das erste Besatzungsj. April 1945 bis April 1946, in: Schrr.reihe d. StadtA Kirchheim/Teck 4, 1986 (W).

  • Autor/in

    Peter F. Selinger, Martin H. Schempp
  • Empfohlene Zitierweise

    Selinger, Peter F.; Schempp, Martin H., "Schempp, Martin" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 663-664 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140551387.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA