Lebensdaten
1899 bis 1971
Geburtsort
Unna (Westfalen)
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
Fliegerin
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 139786929 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rasche, Thea

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Zitierweise

Rasche, Thea, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139786929.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (* 1865), aus U., Dir. u. Vorstandsmitgl. d. Essener Aktienbrauerei, Aufsichtsratsmitgl. d Gemeinnützigen Ges. in. E. (s. Rhdb.; Wenzel), S e.|Brauereibes. in U.;
    M Theodora Versteegh, aus Nymwegen;
    2 B (beide im 1. Weltkrieg), 1 Schw; – ledig.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Lyzeums in Essen, eines Pensionats in Dresden und einer landwirtschaftlichen Frauenschule in Miesbach sowie Arbeit auf einem Landgut in Junsdorf wollte R. Sängerin werden. Als ihr Vater sich diesem Wunsch widersetzte, wechselte sie zur Malerei und war als Sekretärin tätig. Nachdem ihr Interesse für die Fliegerei in einer Flugschule in Münster geweckt worden war, begann R. 1924 eine Ausbildung bei Paul Bäumer (1896–1927) auf dem Flugplatz Fuhlsbüttel in Hamburg. 1925 erhielt sie ihren Flugzeugführerschein und bestand bald darauf als erste dt. Frau die Kunstflugprüfung. Anschließend beteiligte sie sich als erste dt. Kunstfliegerin an Flugtagen und Wettbewerben. 1927 reiste R. in die USA, wo sie als „Flying Fräulein“ bei Flugwettbewerben Triumphe feierte. Sie wurde als erste Frau in den exklusiven Fliegerclub „Quiet Birdmen“ aufgenommen und war zudem 1928 Gründungsmitglied der „Ninety-Nines“, einer Gruppe von 99 Pilotinnen, die sich für die Förderung von Frauen in der Luftfahrt einsetzten. Ihr Plan eines Transatlantikflugs scheiterte an finanziellen Problemen. 1929 nahm R. am „Powder Puff Derby“, dem ersten amerik. Langstreckenwettbewerb für Frauen, mit einer „Motte“ teil. Obwohl sie auf der 4500 km langen Strecke von Los Angeles nach Cleveland keinen der vorderen Plätze belegen konnte, gehörte dieser Überlandflug zu ihren wichtigsten fliegerischen Leistungen. Zurück in Deutschland, beteiligte sich R. erneut an Flugvorführungen und führte Reklameflüge durch. 1932 erwarb sie als erste Frau in Deutschland den Seeflugzeugführerschein. 1934 wurde sie Zweite beim 22 000 km langen Luftrennen England-Australien. Finanzielle Gründe zwangen sie aber, ihre Karriere als Fliegerin aufzugeben. 1933-35 war R. Redakteurin der „Flug-Illustrierten“, später war sie als freie Journalistin tätig. 1933 trat sie der NSDAP bei und wurde später Mitglied des NS-Fliegerkorps. Nach dem Krieg lebte sie längere Zeit in den USA, 1953 kehrte sie nach Deutschland zurück.

  • Werke

    Start in Amerika, 1928;
    Und über uns d. Fliegerei, o. J. (1940).

  • Literatur

    R. Italiaander, Drei dt. Fliegerinnen, Elly Beinhorn, Th. R., Hanna Reitsch, 21940 (P);
    V. Moolman, Frauen in d. Luft, 1982;
    G. Pfister, Fliegende Frauen, in: Der Traum v. Fliegen. Ausst.kat., 1987, S. 46-54;
    dies., Fliegen – ihr Leben, Die ersten Pilotinnen, 1989 (P);
    W. Timm, in: Unna-Magazin 5, Febr. 1996, S. 21 f.;
    A. M. Sigmund, Die Frauen d. Nazis II, 2000, S. 191-203 (P);
    E. Probst, Superfrauen 4, Wirtsch. u. Verkehr (im Druck);
    Rhdb. (P);
    Munzinger.

  • Autor/in

    Gertrud Pfister
  • Empfohlene Zitierweise

    Pfister, Gertrud, "Rasche, Thea" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 157-158 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139786929.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA