Lebensdaten
1903 bis 1982
Geburtsort
Dieuze (Lothringen)
Sterbeort
Überlingen/Bodensee
Beruf/Funktion
Finanzfachmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139139265 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Richter, Hermann

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Richter, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139139265.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann, Richter in Lothringen, später am Reichspatentamt in Berlin;
    M Ida Wack;
    1928 Toni Seifried;
    2 T Hanne ( Dr. H. W. Fleischhauer), Ute ( Claus Hipp).

  • Leben

    Nach dem Abitur absolvierte R. eine Lehre bei der „Rhein. Kreditbank“ in Freiburg (Br.) und studierte dann Volks- und Betriebswirtschaftslehre in Freiburg (Br.) (Diplom-Volkswirt 1925), Bonn und Köln, wo er mit der Promotion zum Dr. rer. pol. abschloß. 1926-28 arbeitete er als Wirtschaftsjournalist in Berlin u. a. für „Buchwalds Börsen-Berichte“ und die „Plutus-Briefe zur Fortbildung von Bankbeamten“, bevor er in das Fach des Wirtschaftsprüfers überwechselte. 1928-32 war er als Prokurist der „Dt. Revisions- und Treuhand AG“, Berlin, tätig und wurde dort als Bankenspezialist beim Zusammenschluß der „Dresdner Bank“ und der „Darmstädter und Nationalbank“ (Danatbank) 1932 mit der Durchführung der Prüfungsarbeiten betraut. Im selben Jahr trat R. als stellv. Direktor und Leiter des Ressorts Organisation und Rechnungswesen in die Dresdner Bank Berlin ein, wo er bald zum Direktor und 1941 zum Generalbevollmächtigten aufstieg. 1942 übernahm R. den Vorsitz der Geschäftsführung der „Henkel & Cie. GmbH“ sowie den Vorsitz des Vorstands der „Henkel & Cie. AG“, Düsseldorf. 1947 zog er sich aus dem aktiven Management zurück und eröffnete eine Praxis als Industrieberater mit weiterhin enger Anbindung an die Dresdner Bank und an Henkel & Cie.

    1948 wurde auf seine Anregung hin die „Dt. Schiffahrtsbank AG“, Bremen, gegründet, deren Aufsichtsratsvorsitz R. 1948-66 übernahm. Hervorzuheben ist zudem seine Mitarbeit als Sachverständiger bei der Schaffung des Gesetzes über den Niederlassungsbereich von Kreditinstituten („Großbankgesetz“), das den Zusammenschluß der Nachfolge-Institute der dt. Großbanken ermöglichte. 1952 wurde er zum Aufsichtsratsvorsitzenden des süddt. Nachfolge-Instituts der Dresdner Bank, der „Rhein-Main Bank AG“, Frankfurt/M., berufen. Beim Wiederzusammenschluß der Nachfolge-Institute zur „Dresdner Bank AG“ 1957 übernahm er den stellv. Vorsitz im Aufsichtsrat. 1972-78 war R. Vorsitzender des Aufsichtsrats der Dresdner Bank und als solcher der erste in diesem Amt, der nicht direkt aus dem Vorstand kam. 1952 wurde er in den Verwaltungsausschuß des Kuratoriums für die Investitionshilfe berufen, seit 1966 war er Vorsitzender des Verwaltungsrats der Aktionsgemeinschaft Dt. Steinkohlenreviere. 1969 vermittelte R. den Erwerb eines gewichtigen Aktienpakets der „NSU Auto Union AG“ aus dem Besitz der Dresdner Bank durch die „Volkswagenwerk AG“ und ermöglichte so die spätere Fusion der VW-eigenen „Auto-Union GmbH“ mit der „NSU Motorenwerke AG“ zur „Audi NSU Auto Union AG“.|

  • Auszeichnungen

    Gr. BVK (1970); Aufsichtsratsvors. d. „Brown, Boveri & Cie. AG“ (1968-78), d. „Degussa AG“ (1943-45, 1953-59, 1965-82), d. „Farbwerke Hoechst AG“ (1963-69), d. „Henkel KgaA“ (1974-80), d. „Kempinski Hotelbetriebs-AG“ (1952-82), d. „Metallges. AG“(1960-78) u. d. „Kienzle Apparate GmbH“ (1956-81); stellv. Aufsichtsratsvors. b. d. „Audi NSU Auto Union AG“ (1969-75) u. d. „Farbwerke Hoechst AG“ (1956-62, 1970-78).

  • Werke

    Das Problem d. Erfolgsspaltung, Diss. Köln 1928;
    Amsterdam als internat. Finanzplatz, in: Der dt. Volkswirt v. 17.5.1929;
    Zur Frage d. Organisation d. Steuergutscheinverkehrs, in: Bankarchiv 15, 1939, S. 388-90;
    Rationalisierung durch Gemeinschaftsarbeit, ebd. 10, 1942, S. 193-95.

  • Literatur

    Zs. f. d. gesamte Kreditwesen, 3, 1968, S. 22 f., 9, 1982, S. 376;
    Wi. 1955-1981;
    Munzinger.

  • Autor/in

    Cornelia Erbe
  • Empfohlene Zitierweise

    Erbe, Cornelia, "Richter, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 532 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139139265.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA