Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Aachener Kupfermeisterfamilie
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138044236 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Amya

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Zitierweise

Amya, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138044236.html [11.07.2020].

CC0

  • Leben

    Die A. stammen ab von Johann dem Älteren ( vor 1490), der mit seinem Sohne Johann dem Jüngeren 1465 das Messinggewerbe von Dinant (Hauptsitz der wallonischen Messingindustrie vor Eroberung der Stadt 1466 durch Karl den Kühnen) her in Aachen auf der vom Rat überwiesenen Pletschmühle eingeführt hat. Eine weitere 1610 von einem Nachkommen angekaufte Mühle im nahegelegenen Gebiet der Reichsabtei Burtscheid trug nach der Familie auch späterhin noch den Namen A.-Mühle (1900 abgebrochen). – Die Nachfahren dieses ersten Aachener A. und seiner anderen Söhne Gilles und Leonard des Alten trennten sich später in protestantische und katholische Linien. Die dem lutherischen Glauben zugewandten Familienglieder verließen in und nach den Aachener Religionswirren größtenteils die Stadt und ließen sich in Straßburg und Lübeck, dann in Schweden und Holland nieder. Ein Abkömmling des holländischen Zweiges, Gilles, ist als Konsul der Generalstaaten in Cadix am 5.11.1686 von Kaiser Leopold I. in den Freiherrnstand erhoben worden. – Mitglieder der katholischen Linie spielten im 18. Jahrhundert in der Aachener Kupferschlägerzunft und als Schöffen und Ratsherren eine maßgebliche Rolle. Von ihnen nahm der schon im Verzeichnis der Kupferschläger 1768 genannte Johann Jakob Bruno am politischen Leben seiner Vaterstadt als Führer der „Neuen Partei“ in den Aachener Ratswirren des Jahres 1786 entscheidenden Anteil.

  • Literatur

    ADB I; H. F. Macco, Aachener Wappen u. Genealogien I, 1907, S. 8-15;
    R. A. Peltzer, Gesch. d. Messingindustrie u. d. künstler. Arbb. in Messing (Dinanderies) in Aachen u. d. Ländern zw. Maas u. Rhein v. d. Römerzeit bis z. Gegenwart, in: Ztschr. d. Aachener Gesch.-Ver., Bd. 30, 1908, S. 235-463;
    G. Dechamps, Btrr. z. Gesch. d. Familie A., Oberhausen 1938 (als Ms. gedr.).

  • Autor/in

    Walter Kaemmerer
  • Empfohlene Zitierweise

    Kaemmerer, Walter, "Amya" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 264 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138044236.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Amya: Johann A.Amya, Vater, und Johann A.Amya, Sohn, welche in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts von Amiens in der Picardie nach Achen übersiedelten, machten sich hier um die Fabrication des Messings sehr verdient. Der Achener Magistrat wies ihnen im J. 1465 eine Mühle in der Stadt, die sogenannte Pletschmühle auf der Adalbertsstraße, und 25 Gulden jährlich zur Unterstützung an. Noch im J. 1786 war ein Jakob A. Vorsteher der Kupferschlägerzunft in Achen. Die confessionellen Wirren, welche am Ende des 16. und am Anfange des 17. Jahrhunderts die Bewohner der alten Krönungsstadt entzweiten, und der allgemeine Stadtbrand vom Jahre 1656 versetzten der blühenden Industrie den Todesstoß. Jene veranlaßten die Messingfabricanten, welche meist dem reformirten Bekenntnisse angehörten, ihren Betrieb nach dem zwei Stunden von Achen entfernten Stolberg zu verlegen, wo er noch heute blüht, dieser richtete die in Achen noch bestehenden Messingfabriken zu Grunde.

  • Autor/in

    Haagen.
  • Empfohlene Zitierweise

    Haagen, Friedrich, "Amya" in: Allgemeine Deutsche Biographie (), S. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138044236.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA