Lebensdaten
1846 bis 1932
Geburtsort
Ershausen bei Sonneberg (Thüringen)
Sterbeort
Erl bei Kufstein (Tirol)
Beruf/Funktion
Unternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136825222 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rodenstock, Josef
  • Rodenstock, Joseph

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Zitierweise

Rodenstock, Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136825222.html [24.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1819–94), Werkmeister in E., S d. Christian (1783–1854), Wagner in E., u. d. Anna Margarethe Schneider (1787–1863);
    M Maria Elisabetha (1822–1907), aus E., T d. Josef Althaus (1799–1861) u. d. Maria Anna König (1792–1881);
    3 Geschw u. a. Michael (1855–1912), 1878-1905 Teilh. d. Fa. „G. Rodenstock“;
    1) Ehingen/Donau 1880 Maria (1860–1910), T d. Richard Schmöger (1820–82), Gymnasiallehrer in Ehingen, u. d. Theresia Oswald, 2) München (?) 1912 Anna Walburga (1874–1972), T d. Franz Paul Wieland (1823–89) u. d. Elisabeth Gugg (1833–1908);
    3 S, 6 T, u. a. Alexander (1883–1953), übernahm 1919 d. väterl. Betrieb in München, Leiter d. Opt. Werke G. Rodenstock, 1919-25 Stadtrat in München, Mitgl. u. Vizepräs. d. bayer. Senats, 1924 KR (s. Rhdb.; Klimesch; Der Bayer. Senat, bearb. v. H. Schmöger, 1998), Hermann (1900–53), techn. Leiter d. Opt. Werke G. Rodenstock.

  • Leben

    Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, nahm R. mit 14 Jahren ohne Lehre einen Landhandel im Rheinland mit Nähnadeln und Porzellanknöpfen auf und vertrieb später auch selbst hergestellte Barometer und von ihm autodidaktisch selbst konstruierte Instrumente, u. a. Metalltachometer für Bierwürzen, aber auch erste Brillenfassungen. Beeinflußt von dem 1866 in dt. Sprache erschienenen Werk „Die Anomalien der Refraction und Accomodation des Auges“ des|Utrechter Augenarztes Franz Cornelius Donders gelangte R. zu der Überzeugung, daß die normale Fehlsichtigkeit keine Augenkrankheit sei und die Korrektur in den Wirkungsbereich des Optikers gehöre. 1877 eröffnete der Autodidakt in Würzburg eine kleine feinmechanische Werkstätte, die er nach seinem Vater „G. Rodenstock“ nannte. 1882 gründete er in München das erste Filialgeschäft und verlegte zwei Jahre später auch die Produktion von Würzburg dorthin. Die ständig steigende Nachfrage nach Brillen, Foto-Objektiven und Linsen führte dazu, daß R. 1898 in Regen (Bayer. Wald) ein Zweigwerk errichtete.

    Als 1905 R.s jüngerer Bruder Michael, Teilhaber seit 1878, ausschied, berief R. seinen ältesten Sohn Alexander in das Unternehmen, der hierfür sein Physikstudium an der TH München abbrach und bis etwa 1914 am Umbau des handwerklich geprägten Fabrikbetriebs zu einem namhaften Industriewerk der Feinmechanik und Optik maßgeblich mitwirkte. Als sich R. 1919 zurückzog, übernahm Alexander die Leitung und führte das Auslandsgeschäft mit der Gründung zahlreicher Niederlassungen zu großem Aufschwung.

  • Werke

    Die Brille, Deren Anschaffung u. Gebrauch, 1883.

  • Literatur

    (s. auch L zu Rolf) V. Fischer, Chronik Opt. Werke G. Rodenstock München 1877-1960, 1966 (ungedr.);
    M. Schäfer, J. R., 1999;
    D. Schumann, Bayerns Unternehmer in Ges. u. Staat 1834-1914, 1992. |

  • Quellen

    Qu Bayer. Wirtsch.archiv, München (Bestand „Opt. Werke G. Rodenstock“); – zu Alexander: Zs. f. Optometrie 1953, H. 7/8, S. 4; NZZ v. 2.9.1953; Klimesch.

  • Portraits

    Ölgem. v. Schropp, 1921 (München, Fa. Rodenstock).

  • Empfohlene Zitierweise

    Moser, Eva, "Rodenstock, Josef" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 695-696 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136825222.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA