Lebensdaten
frühestens 1292 bis 1342
Beruf/Funktion
Herzog von Schlesien-Glogau ; Herr von Sagan und Posen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135868564 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heinrich IV.
  • Heinrich II. der Getreue
  • Heinrich der Getreue
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Zitierweise

Heinrich II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135868564.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hzg. Heinrich I. (III.) v. Sch.-Glogau ( 1309, s. NDB VIII);
    B Hzg. Konrad I. v. Sch.-Oels ( 1366), Stammvater d. Linie Oels-Wohlau-Wartenberg, Hzg. Boleslaw v. Sch.-Kalisch u. Oels ( 1322), Hzg. Johann v. Sch.-Steinau ( 1361/65), Hzg. Primko v. Posen u. Glogau ( 1331);
    Schw Beatrix ( 1322, Kaiser Ludwig d. Bayer, 1347), Agnes ( 1361, Hzg. Otto III. v. Niederbayern, 1312, Kg. v. Ungarn);
    - ⚭ Mechthild ( vor 1321), T d. Mgf. Hermann v. Brandenburg ( 1308, s. NDB VIII);
    1 S Hzg. Heinrich V. v. Sch.-Glogau u. Sagan ( 1369), 4 T Agnes ( 1362, 1] Hzg. Lestko v. Ratibor, 1336, 2] Hzg. Ludwig I. v. Sch.-Brieg, 1398), Katharina ( 1327, 1] Mgf. Johann V. v. Brandenburg, 1317, 2] Gf. Johann III. v. Holstein, 1359), Hedwig ( 1348), Äbtissin in Trebnitz, Salome ( n. 1359, Heinrich II. [Reuß], Vogt v. Plauen, 1350).

  • Leben

    Gemäß einem 1296 zwischen Herzog Heinrich I. (III.) von Glogau und dem späteren polnischen König Władysław Łokietek geschlossenen Vertrag hätte der damals kaum 4jährige H. von Łokietek adoptiert und mit der Herrschaft Posen ausgestattet werden sollen. Das ist jedoch nie geschehen. Trotzdem hinterließ H.s Vater seinen 5 Söhnen ein überaus ansehnliches Erbe, das sie zunächst unter der Vormundschaft ihrer Mutter gemeinsam verwalteten. 1312 wurde es in zwei Teile geteilt. H. erhielt mit seinen Brüdern Primko und Johann die größere westliche Hälfte mit den Städten Steinau, Sagan, Grünberg, Krossen und Posen, wozu nach dem Tode der Herzoginmutter (1318) deren Leibgedinge (Glogau, Beuthen/Oder, Freystadt) fallen sollte. 1314 ging Großpolen für immer an Władysław Łokietek verloren. Das Saganer Gebiet geriet offenbar in den gemeinsamen Kämpfen gegen Łokietek zeitweilig in die Pfandschaft der Askanier, von denen es aber 1319 gegen einen großpolnischen Landstrich an der Obra wieder|ausgelöst werden konnte. Beim Aussterben der Askanier fielen auch Krossen und Meseritz an die Glogauer zurück. Nach dem kinderlosen Tode Herzog Boleslaws von Oels (1322), um dessen Erbteil ein allgemeiner Kampf entbrannte, in den sich auch der Polenkönig Łokietek einmischte, teilten die 4 überlebenden Brüder angesichts der eingetretenen Veränderungen noch einmal. Hierbei fiel nun H. das Fürstentum Sagan zu. Drohende kriegerische Wirren vor Augen, wandte er sich 1323 mit der Bitte um Schutz an die päpstliche Kurie und erklärte sich gleichzeitig bereit, der bis dahin verweigerten Erhebung des Peterspfennigs als Kopfzins zuzustimmen. Auf den vom Vater überkommenen Titel „Erbe des Königreichs Polen“ verzichtete er fortan. Dem allgemeinen Zuge folgend, trug er 1329 sein Land König Johann von Böhmen als Lehen auf, wobei ihm besonders günstige politische und finanzielle Bedingungen zugestanden wurden. Doch enttäuschte dieser H. bald hart, als er nach dem 1331 erfolgten Tode Herzog Primkos von Glogau, der ihm nicht gehuldigt hatte, einfach über die Erbansprüche H.s hinwegging und Glogau gewaltsam für die böhmische Krone einzog. Obwohl H. ein haushälterischer und bedachter Fürst war, der das Deutschtum als Stütze seiner Herrschaft nach Kräften förderte, konnte er seinem einzigen Sohne gleichen Namens nur ein vergleichsweise bescheidenes Erbe hinterlassen.

  • Literatur

    s. Heinrich I. v. Schlesien ( 1346).

  • Autor/in

    Josef Joachim Menzel
  • Empfohlene Zitierweise

    Menzel, Josef Joachim, "Heinrich II." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 399 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135868564.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA