Lebensdaten
um 1430 oder 1440 bis 1484 oder 1485
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 123350239 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Funghoff, Hinrik
  • Vonhof, Hinrik
  • Fonhave, Hinrik
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Zitierweise

Funhof, Hinrik, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123350239.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Vielleicht westfäl. Abstammung;
    1475 (?) Gherburg Bornemann, Wwe (T?) d. Malers Hans Bornemann ( n. 1473, s. NDB III).

  • Leben

    F. ist der bedeutendste Maler Hamburgs in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Obwohl der Name für westfälische Herkunft spricht (in der Nähe von Werne gibt es noch heute einen „Funhof“), scheint er doch schon in Hamburg geboren zu sein. Über sein Leben wissen wir wenig. Seit 1475 ist er in Hamburg nachweisbar, damals scheint er die Witwe Hans Bornemanns, des wichtigsten Malers der ihm vorausgehenden Generation, geheiratet zu haben der aber kaum sein Lehrer war. Alle Werke sprechen vielmehr für Schulung in den Niederlanden. F. war mehrfach für den Hamburger Rat beschäftigt, außerdem erhielt er Zahlungen für Altäre in Sankt Georg und im Dom. Von alldem ist nichts erhalten, der Domaltar nur in einer Zeichnung von 1737 überliefert. 1482 reiste F. nach Lüneburg, 1485 wurde seiner Witwe von Sankt Johann in Lüneburg eine Zahlung geleistet. – Das Hauptwerk, das wir von F. besitzen, die Flügel eines älteren Schnitzaltares, noch heute in Sankt Johann in Lüneburg, besteht aus 4 Bildern mit den Legenden der heiligen Cäcilie, Johannes des Täufers, Georg und Ursula, die von einem lebhaften, frischen Erzählertalent|und von hoher Darstellungsgabe zeugen. In einer ganz unkonventionellen Weise spiegeln die Tafeln zugleich die hohe bürgerliche Kultur der Zeit. Bei altertümlicher Komposition – Nebenszenen sind im Hintergrund dargestellt, eine Säule am Vorderrand teilt jedes Bild in zwei ungleiche Hälften – bringen diese Bilder in die niederdeutsche Malerei der Zeit einen ganz neuen Ton, der aus den Niederlanden kommt, aber doch unverwechselbar niederdeutsch umgeprägt ist. F. gibt sich hier, in der vielfältigen Charakteristik der Figuren, dem reichen Kolorit, als ein Schüler des Dirk Bouts in Löwen zu erkennen. Er kommt seinem Meister so nahe, daß man gemeint hat (Heise), er habe das Spätwerk des Bouts, die Gerechtigkeitsbilder (Brüssel), nach dessen Tode (1475) zu Ende geführt. Leider haben sich F. außer den Flügeln in Sankt Johann kaum Werke mit Sicherheit zuschreiben lassen. Aus dem Maria-Magdalenen-Kloster in Hamburg stammt die (schlecht erhaltene) Tafel mit der Muttergoltes im Ährenkleid (Hamburg, Kunsthalle). Zwei zusammengehörige Bilder mit der Hochzeit zu Kana und dem Wunder der Brotvermehrung (beide in Privatbesitz), die man wegen ihrer deutlichen Abhängigkeit von Bouts F. hat zuschreiben wollen, dürften eher von einem nordniederländischen Meister stammen. Auch der Versuch A. Stanges, ein Kreuzigungsbild (in süddeutschem Privatbesitz) mit F. in Verbindung zu bringen, überzeugt nicht.

  • Literatur

    I. M. Lappenberg, in: Zs. f. Hamburg. Gesch. 5, 1864, S. 250 (z. urkundl. Überlieferung);
    C. G. Heise, Norddt. Malerei, 1918, S. 107;
    F. Stuttmann, in: Pantheon 17, 1936, S. 75;
    A. Stange, Dt. Malerei d. Gotik 6.1954, S. 83;
    ders., in: Miscellanea D. Roggen, Antwerpen 1957, S. 260;
    ThB.

  • Autor/in

    Paul Pieper
  • Empfohlene Zitierweise

    Pieper, Paul, "Funhof, Hinrik" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 731 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123350239.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA