Lebensdaten
1659 bis 1725
Geburtsort
Weimar
Sterbeort
Weimar
Beruf/Funktion
Liederdichter ; Kantatendichter
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 121199398 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Francke, Salomo
  • Franc, Salomo
  • Franke, Salomo
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Franck, Salomo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121199398.html [17.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Jacob (1617–82), weimar. Ger.- u. Kammersekr., Musiker, S d. Rohrschmieds Nicolas aus Langewiesen b. Arnstadt;
    M Dor. Maria Brandes;
    N. N. Seiffart; mindestens 3 S.

  • Leben

    F. studierte seit 1677 in Jena die Rechte und vermutlich auch Theologie. Nach vorübergehender Tätigkeit in Zwickau wirkte er als Regierungsbeamter seit 1683 in Arnstadt, 1697-1701 in Jena, danach in Weimar. Hier betreute er die herzogliche Bibliothek und das Münzkabinett. Sein Leben wurde durch den Tod mehrerer Kinder und durch Krankheiten beschattet. – F. wäre als Kantatendichter längst in Vergessenheit geraten, hätten nicht namhafte Komponisten seine Texte vertont. Neben dem Weimarer Hofkapellmeister J. W. Dreese und G. Ph. Telemann hat vor allem J. S. Bach mindestens 20 Kantaten in seiner Weimarer Zeit in Musik gesetzt und auch später gelegentlich auf F.s Dichtungen zurückgegriffen. F.s Kantaten sind sowohl der alten (Bibelwort und Strophengedicht) wie der neuen, von E. Neumeister geprägten Form (Rezitativ und Arie) verpflichtet. Oft anspruchslos und unpersönlich wie fast alle Dichtungen der Zeit, jedoch formal gewandt, boten sie sich einer Vertonung von selbst an. Spittas Meinung, F.s Werke seien aus dem Geist des Pietismus heraus entstanden, läßt sich heute nicht mehr halten. F.s geistliche Lieder waren früher weit verbreitet. Einige von ihnen leben noch heute.

  • Werke

    W Bibliogr. s. Hoffmann-Erbrecht, ferner MGG (mit Erg. d. Gelegenheitswerke), s. L.

  • Literatur

    ADB VII;
    J. K. Schauer, S. F.s geistl. Lieder in e. zeitgemäßen Ausw., 1855;
    Ph. Spitta, J. S. Bach I, 1873;
    A. Dürr, Über Kantatenformen in d. geistl. Dichtungen S. F.s, in: Die MusikF 3, 1950, S. 18-26;
    ders., in: MGG IV, Sp. 681-83 (W, L);
    L. Hoffmann-Erbrecht, Bachs Weimarer Textdichter S. F., in: J. S. Bach in Thüringen, 1950, S. 120-34 (W);
    A. Bach, S. F. als Vf. geistl. Dichtungen, ebd., S. 135-39.

  • Autor/in

    Lothar Hoffmann-Erbrecht
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoffmann-Erbrecht, Lothar, "Franck, Salomo" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 320 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121199398.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Franck: Salomo F. (nicht Frank, Francke), Dichter, namentlich geistlicher Lieder, wurde am 6. März 1659 zu Weimar geboren, wo sein Vater, Jacob F., Kammersecretarius war. Er studirte Jurisprudenz, beschäftigte sich aber von früh an auch mit dem Studium alter und neuer Dichter. Schon als Jüngling ward er Mitglied der fruchtbringenden Gesellschaft, in welcher er der „Treumeinende“ hieß. Nach Vollendung seiner Studien fand er in Zwickau, darauf seit dem J. 1689 in Arnstadt und hernach im J. 1697 in Jena Anstellung; an den|beiden letzteren Orten als Regierungssecretär. Spätestens im J. 1702 ward er vom Herzog Wilhelm Ernst nach Weimar als „gesammter Oberconsistorialsecretär“ berufen; hier wurde er hernach auch Bibliothekar und Verwalter des herzoglichen Münzcabinets. Als treuer und in seinen verschiedenen Stellungen hochgeachteter Diener seines frommen Landesherrn starb er im J. 1725, wahrscheinlich am 11. Juli (nicht Juni), in seinem 67. Lebensjahre. Sein Wahlspruch war: Non est mortale quod opto; zur Wahl desselben war er wol dadurch veranlaßt, daß er in verhältnißmäßig kurzer Zeit den Tod aller Derer, die ihm nahe standen, erleben mußte, wie denn seitdem Sterbegedanken sich in seinen geistlichen Liedern besonders häufig finden. Als Dichter bildete er sich besonders an Johann Rist und Georg Neumark. Nachdem er schon im J. 1685 einen Band geistlicher Poesien veröffentlicht hatte, erschienen seine „Geistlichen und weltlichen Poesien" in zwei Theilen 1711 und 1716; einige andere Gedichtsammlungen sind von geringerer Bedeutung. Seine weltlichen Gedichte, wie er sie selbst nennt, sind fast ohne Ausnahme Gelegenheitsgedichte: Ehren-, Hochzeit-, Leichengedichte, Grabschriften u. dgl.; sie sind jetzt wol alle vergessen. Hingegen seine geistlichen Lieder, die auch ohne Frage an Sprache und Inhalt höher stehen als die anderen, sind theilweise noch bekannt und einige von ihnen sind mit Recht auch in neueren Gesangbüchern zu finden, so z. B. das Lied „Auf meinen Jesum will ich sterben" und das „Mein Gott, wie bist du so verborgen". Eines seiner schönsten Lieder ist das „Auf Christi Begräbniß gegen Abend", welches beginnt: „Mein Heiland wird zur Abendzeit begraben“, ein Lied, dessen Gedanken und sogar Worte nicht selten an das Recitativ der Matthäuspassion von Bach: „Am Abend, da es kühle war“ erinnern, sodaß nicht unwahrscheinlich ist, daß der Verfasser des Textes derselben (Henrici) mit dem Franck'schen Liede bekannt war. F. selbst dichtete auch Texte zu Arien und Cantaten; an der Composition der letzteren mußte sich auf des Herzogs Befehl Johann Sebastian Bach betheiligen (vgl. Band I. S. 732). — Ob das Lied „Ach Gott, verlaß mich nicht; gib mir die Gnadenhände" von ihm herstammt oder nicht, ist noch immer nicht ausgemacht. Joh. Mart. Schamelius, der mit ihm bekannt gewesen sein könnte, ließ es in seinem „Evangelischen Lieder-Commentarius“ unter Franck's Namen im J. 1724, als dieser also noch lebte, drucken; in seinen Gedichtsammlungen findet es sich jedoch nicht, wol aber kommt in ihnen ein Vers vor, der mit den Worten „Ach Gott, verlaß mich nicht“ beginnt und schließt; möglicherweise ist dieser die Veranlassung gewesen, ihm irrthümlich jenes Lied beizulegen. Außer eignen Gedichten veröffentlichte er noch eine Uebersetzung des Phädrus, durch welches Buch er in die Reihe derer eintritt, die um jene Zeit die Fabeln des Aesop und Phädrus bekannt machten (s. Koberstein, Geschichte der deutschen Nationallitteratur, 5. Aufl. II. S. 293), und gab eine mehrfach aufgelegte Anweisung zum Kanzleistil mit auserlesenen „Staatsbriefen“ und einige numismatische Schriften heraus.

  • Autor/in

    Bertheau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bertheau, Carl, "Franck, Salomo" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 213-214 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121199398.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA