Lebensdaten
1487 bis 1553
Geburtsort
Offenburg/Kinzig
Sterbeort
Straßburg (Elsaß)
Beruf/Funktion
Mönch ; Organist ; geistlicher Dichter ; Komponist
Konfession
katholisch,evangelisch
Normdaten
GND: 119650967 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dachstein, Wolfgang
  • Dachstein, Egenolf
  • Dachstein, Egenolph
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Zitierweise

Dachstein, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119650967.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hieronymus, aus Dachstein b. Straßburg;
    B Theobald, 1518 u. 1530 Geistlicher in Ruffach b. Colmar;
    S Bernh., 1576-85 Organist in Hagenau (Elsaß).

  • Leben

    D. studierte seit Sommer 1503 in Erfurt, also mit Luther zusammen. Er wurde Dominikanermönch in Straßburg und war gründlich musikalisch gebildet, vielleicht durch Ottmar Nachtigall. Am 11. März 1521 wählte man D. zum Organisten der Thomaskirche in Straßburg.

    Im Frühjahr 1523 verließ er den Orden und wandte sich der reformatorischen Bewegung zu. Anfang 1525 beteiligte sich D. an der liturgischen Reform der Straßburger Kirche und schuf mehrere Psalmbereimungen samt Melodien, deren eine zu den besten Weisen der Reformation gehört. Im Jahre 1541 berief man ihn zum Organisten des Straßburger Münsters an die berühmte, 1489 von Friedrich Krebs erbaute Orgel. Den Dienst an der Thomaskirche behielt er auch, da die Orgeln in der frühreformierten Gemeinde Straßburg wenig benutzt wurden. Im April 1542 zog ihn Johann Sturm als Musiklehrer an das Gymnasium Argentinense. Als 1549 das Interim für Straßburg wirksam wurde und die Evangelischen das Münster räumen mußten, blieb D. in seinem Amt, also nun wieder im Dienst der römischen Kirche. Dennoch hat er als der erste bedeutsamere Organist der Reformation zu gelten.

  • Werke

    Vierstimmiger Liedsatz „Ach Elslin, ach elslin wilt mit mir in die eret“, (Ms. Basel);
    Psalmlieder: DEr dorecht spricht, es ist kein got' (Psalm 14);
    O HErr, wer würt sein wonung han (Psalm 15);
    An wasserflüssen Babilon (Psalm 137).

  • Literatur

    ADB XLVII;
    Th. Gérold, Les plus anciennes mélodies de l'église protestante de Strasbourg et leurs auteurs, Straßburg 1928;
    S. Fornaçon, W. D., d. erste ev. Organist, in: Der Kirchenmusiker 7, 1956

  • Autor/in

    Siegfried Fornaçon
  • Empfohlene Zitierweise

    Fornaçon, Siegfried, "Dachstein, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 465 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119650967.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Dachstein: Wolfgang D. war Mönch in Straßburg und Organist am Münster. Im J. 1524 verließ er das Kloster, wurde evangelisch und verheirathete sich. Er wurde dann Organist und Helfer an der St. Thomaskirche und soll bis 1530 in diesen Aemtern gestanden haben. Näheres von seinem Leben ist nicht bekannt. — D. hat geistliche Lieder gedichtet und zu ihnen Melodien erfunden. Zu dem „Teutsch Kirchenampt“ von 1525 hat er deutsche Bearbeitungen von Psalmen mit Melodien geliefert; am bekanntesten ist die Bearbeitung des 137. Psalms mit der seitdem allgemein verbreiteten Melodie „An Wasserflüssen Babylons“.

    Koch, Gesch. des Kirchenlieds u. s. f. 3. Aufl., Bd. 2, S. 103. — Johannes Zahn, die Melodien d. dtsch. evang. Kirchenlieder, Bd. 5, S. 400.

  • Autor/in

    l. u.
  • Empfohlene Zitierweise

    l. u., "Dachstein, Wolfgang" in: Allgemeine Deutsche Biographie 47 (1903), S. 610 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119650967.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA